Estnische Bau und Infrastruktur Hochdividenden Aktie des Tages: AS Merko Ehitus

Bei der Baubranche würde man als Anleger jetzt wohl kaum an Estland denken, dennoch solltest du durchaus dir den baltischen Aktienmarkt einmal näher anschauen, es gibt dort durchaus einigen Aktien-Perlen, wie AS Merko Ehitus (ISIN: EE3100098328 / WKN: A0Q639). In den letzten fünf Jahren konnte sich der Aktienkurs verdreifachen, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei unter 9 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 6,86 Prozent.
AS Merko Ehitus wurde 1990 gegründet und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter. Die Tochtergesellschaften erbringen Bauleistungen im Bereich Hoch- und Tiefbau, Infrastrukturbau und entwickeln Wohnimmobilien in ihren Heimatmärkten Estland, Lettland und Litauen. Dafür kauft das Unternehmen sehr große Grundstücke, erschließt und bebaut diese dann.

Der Immobilienmarkt in Litauen ist weiterhin am aktivsten, während sich die Lage in Estland im Jahresvergleich verbessert hat und Lettland einen leichten Aufwärtstrend verzeichnet. Die Markterholung zeigt sich deutlich daran, dass die Konzerngesellschaften im Neunmonatsvergleich über 55 Prozent mehr Wohnungen und Gewerbeeinheiten an Käufer übergeben haben. Das Volumen der im Bau befindlichen und fertiggestellten Wohnungen ist im Vergleich zum Ende des zweiten Quartals dieses Jahres leicht zurückgegangen, wobei sich die Hälfte davon in Vilnius befindet, dem aktivsten Markt. Das Management geht weiterhin davon aus, dass die Entwicklung des Immobilienmarktes eng mit der Veränderung des Verbrauchervertrauens verknüpft sein wird. Im Baugewerbe gibt es wenige Ausschreibungen, die sich zumeist auf Großprojekte beziehen. Der Wettbewerb ist nach wie vor extrem intensiv, was zu geringen Margen führt. In diesem und im vergangenen Jahr haben die Merko-Unternehmen mehrere Großaufträge im Zusammenhang mit dem Bau der Rail Baltica unterzeichnet, darunter Estlands größten Allianzvertrag im Rahmen eines internationalen Konsortiums.
Rail Baltica ist eines der größten Bahninfrastrukturprojekte Europas und verbindet Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen über eine 870 Kilometer lange, zweigleisige Hochgeschwindigkeitsstrecke in Normalspur (1.435 mm) mit dem mitteleuropäischen Eisenbahnnetz. Die Vorteile von Rail Baltica sind die verbesserte Anbindung des Baltikums an das europäische Bahnnetz, kürzere Reisezeiten für Personen und Güter, die Förderung der regionalen Wirtschaft sowie die militärische Bedeutung durch die NATO-konforme Infrastruktur. Investoren spekulieren darauf, dass die Immobilienpreise im Baltikum dadurch steigen werden, weil die Nachfrage nach Immobilien zunehmen müsste. Es ist aktuell nämlich so, dass es viele Städte im Baltikum gibt, die seit Jahren von der Einwohnerzahl her schrumpfen, weil insbesondere junge Menschen dort wegziehen, da sie in westlichen Ländern bessere Arbeits- und Lebensperspektiven suchen.
Aufgrund der Art dieser Verträge, die einen erheblichen Zeitaufwand für die Planung erfordern, wird der eigentliche Bau erst in den kommenden Quartalen beginnen und sich entsprechend im Umsatz niederschlagen. Der Bestand an unfertigen Bauprojekten im Konzern ist auf einem historischen Höchststand. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 unterzeichnete Merko neue Bauaufträge im Wert von 323 Millionen Euro. Zu den größten Projekten zählten das Rail Baltica Ülemiste Terminal in Tallinn, der Streckenabschnitt der Rail Baltica von Tallinn nach Pärnu, ein Hotel- und Veranstaltungszentrum in Pärnu sowie der Bau der Fundamente und der Infrastruktur für den Windpark Augstkalni in Lettland. Zum Ende des dritten Quartals belief sich der Bestand an gesicherten Aufträgen für externe Kunden auf 486 Millionen Euro.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 übergab Merko 315 Wohnungen und drei Gewerbeeinheiten an Käufer in Estland, Lettland und Litauen. Im selben Zeitraum begann Merko mit dem Bau und Verkauf von 771 neuen Wohnungen und 21 Gewerbeeinheiten, fast zwei Drittel davon in den Projekten Šnipiškių Urban und Vilnelės Skverai in Vilnius. Zum Ende des dritten Quartals umfasste die Bilanz 1.089 Wohnungen, von denen 19 Prozent durch Vorverkaufsverträge abgedeckt waren.
Im dritten Quartal 2025 waren die größten Baustellen das Hyatt-Hotelgebäude, das Kullo Hobby Centre und das Bürogebäude City Plaza 2 in Tallinn, das Verteidigungsgebäude in Tartu sowie das Hotel- und Veranstaltungszentrum in Pärnu, der Rail Baltica-Terminal Ülemiste und der vierte Bauabschnitt der Rail Baltica-Hauptstrecke im Kreis Harju und der Abschnitt Tallinn–Pärnu. In Litauen waren die größten Baustellen die Windparkinfrastruktur in den Regionen Pagėgiai, Telšiai und Pasvalys sowie verschiedene Verteidigungsgebäude und -infrastrukturen. In Lettland wird derzeit ein Solarkraftwerk in der Gemeinde Vārme, ein Studentenhotel in Riga und die Infrastruktur des Windparks Augstkalni errichtet.
Im dritten Quartal 2025 ist der Umsatz gesunken auf 73,971 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 175,108 Millionen Euro) und das den Stammaktionären zurechenbare Nettoergebnis ist gesunken auf 15,008 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 27,263 Millionen Euro).
Werbung

