Deutsche Technologie und Photonik Aktie des Tages: Jenoptik AG

Deutschland hat viele sehr innovative Unternehmen, auf die wir sehr stolz sein können, eines ist die Jenoptik AG (ISIN: DE000A2NB601 / WKN: A2NB60). Im August 2021 kam das Unternehmen über einen SPAC an die Börse. Seit April 2025 hat der Aktienkurs rund 90 Prozent zugelegt, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 22 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 1,45 Prozent.

Jenoptik ist ein weltweit tätiger Photonik-Konzern, der 1991 gegründet wurde und seinen Hauptsitz in Jena hat. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 4.500 Mitarbeiter und entwickelt, produziert und vertreibt hochpräzise optische Komponenten, Module und Systeme, die Licht in unterschiedlichsten Anwendungen gezielt nutzen. Das Geschäftsmodell von Jenoptik basiert darauf, Kunden in wachstumsstarken Zukunftsmärkten mit maßgeschneiderten photonischen Lösungen zu versorgen, die entscheidend für die Leistungsfähigkeit der Endprodukte sind. Das Unternehmen agiert dabei überwiegend als Zulieferer für große Industrie- und Medizintechnikhersteller sowie für öffentliche Auftraggeber und erwirtschaftet seinen Umsatz durch den Verkauf dieser technisch anspruchsvollen Produkte und durch damit verbundene Dienstleistungen.

Jenoptik hat sich auf vier Hauptbereiche konzentriert, in denen Photonik eine zentrale Rolle spielt. Der größte und profitabelste Bereich ist die Halbleitertechnik und fortschrittliche Fertigung, welcher aktuell allerdings etwas schwächelt. Hier liefert das Unternehmen hochpräzise optische und mikrooptische Module sowie Subsysteme, die in Anlagen zur Herstellung und Prüfung von Computerchips eingesetzt werden. Diese Komponenten sind meist speziell für den jeweiligen Kunden entwickelt und über viele Jahre fest in dessen Produkte eingebaut. Die Kundenbeziehungen sind sehr langfristig angelegt.

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Ein wichtiger Teil dieses Bereichs ist die enge Zusammenarbeit mit dem niederländischen Unternehmen ASML, dem weltweit führenden Hersteller von Lithografieanlagen für die Chipproduktion. Jenoptik gehört zu den strategischen Zulieferern von ASML und stellt hochkomplexe optische Module und mikrooptische Komponenten her, die in den Extrem-Ultraviolett-Lithografiesystemen von ASML zum Einsatz kommen. Diese Teile müssen extrem präzise sein und erfüllen höchste Anforderungen an Reinheit und Stabilität, damit die Anlagen die immer kleiner werdenden Strukturen auf modernen Chips erzeugen können. Die Partnerschaft ist langjährig und tief, beide Unternehmen entwickeln neue Lösungen oft gemeinsam.

Neben der Halbleitertechnik bedient Jenoptik den Bereich Biophotonik, in dem optische Komponenten für die Medizintechnik und Life-Sciences hergestellt werden. Das Unternehmen liefert hier Disk-Laser für die Augenheilkunde, Leseköpfe für die DNA-Sequenzierung, Kameras für Mikroskopie und Elektronenmikroskopie sowie Diodenlaser für ästhetische Behandlungen. Auch in diesem Segment arbeitet Jenoptik eng mit führenden Medizintechnikherstellern zusammen und profitiert vom wachsenden Bedarf an Diagnose- und Therapieverfahren, die durch eine alternde Bevölkerung und besseren Zugang zu medizinischer Versorgung entstehen.

Ein weiterer Bereich umfasst Messtechnik und Produktionslösungen. Hier stellt Jenoptik hochpräzise Mess- und Prüfsysteme bereit, die vor allem in der Automobil- und Elektronikindustrie sowie bei der Herstellung optischer Komponenten eingesetzt werden. Aktuell schwächelt hier allerdings die Nachfrage aus dem Automobilbereich. Die Systeme dienen der Qualitätskontrolle und Prozessoptimierung, etwa bei der Prüfung von Smartphone-Kameras oder der Perforation von Airbags. Das Unternehmen bietet dazu auch umfangreiche Serviceleistungen an.

Im vierten Bereich, den intelligenten Mobilitätslösungen, entwickelt und betreibt Jenoptik Systeme für die Verkehrsüberwachung und öffentliche Sicherheit. Das umfasst Kameras und Software zur Geschwindigkeits- und Rotlichtüberwachung, zur Erkennung abgelenkter Fahrer sowie Lösungen für Mautsysteme und Emissionskontrolle. Ein großer Teil des Umsatzes entsteht hier durch wiederkehrende Dienstleistungen, weil Jenoptik nicht nur die Technik liefert, sondern oft auch Installation und langfristigen Betrieb übernimmt.

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Jenoptik ist auch im Rüstungsbereich aktiv und liefert dort photonische Komponenten für Verteidigungsanwendungen. Das Unternehmen stellt unter anderem Laser-Entfernungsmesser, Wärmebildkameras, Infrarotoptiken und polymere Optiken her, die in militärischen Systemen zur Zielerfassung, Überwachung und Nachtsicht eingesetzt werden. Diese Produkte profitieren von der hohen Kompetenz in der Photonik und werden an Streitkräfte und Rüstungsunternehmen geliefert. Die Nachfrage wird durch geopolitische Entwicklungen und Modernisierungsprogramme beeinflusst.

Darüber hinaus baut Jenoptik Komponenten für die Raumfahrt und Satelliten. Das Unternehmen fertigt hochpräzise optische Elemente wie Spiegel, Linsen und Strukturen, die in Erdbeobachtungssatelliten, wissenschaftlichen Teleskopen und anderen Raumfahrtmissionen verwendet werden. Diese Bauteile müssen extremen Bedingungen im Weltraum standhalten und erfüllen höchste Anforderungen an Genauigkeit und Zuverlässigkeit. Jenoptik arbeitet hier mit Raumfahrtagenturen und Satellitenherstellern zusammen und trägt so zur Erforschung des Weltalls und zur Überwachung der Erde bei.

In den ersten 9 Monaten des Geschäftsjahres 2025 ist der Umsatz zurückgegangen auf 753,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 815,1 Millionen Euro) und das Ergebnis nach Steuern ist gesunken auf 47,0 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 66,8 Millionen Euro). Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf ein anspruchsvolles Marktumfeld zurückzuführen.

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