Schwedische Bergbau Aktie des Tages: Boliden AB

Bei Bergbau denken die wenigsten Anleger vermutlich an Schweden, aber auch dieses Land hat ein interessantes Unternehmen zu bieten, wie Boliden AB (ISIN: SE0020050417 / WKN: A3D69V). Seit Februar 2026 hat der Aktienkurs rund 30 Prozent nachgegeben, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 15 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 2,19 Prozent.
Boliden wurde im Jahr 1925 gegründet, als man in Nordschweden eine bedeutende Erzlagerstätte entdeckte, die den Grundstein für das heutige Unternehmen legte. Heute hat Boliden seinen Hauptsitz in Stockholm und beschäftigt 8.000 Mitarbeiter, die an verschiedenen Standorten in Schweden, Finnland, Norwegen, Irland und Portugal tätig sind. Das Unternehmen Boliden betreibt ein integriertes Geschäftsmodell, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Erkundung über den Abbau und die Aufbereitung bis hin zur Verhüttung und zum Verkauf reiner Metalle umfasst. Boliden ist der drittgrößter Zink- und Kupferproduzent in Europa und ist auch in den Bereichen Metallguss, -veredelung und -recycling tätig.

Boliden betreibt Minen in Schweden, Finnland, Irland und Portugal, wobei die schwedischen Standorte den weitaus größten Teil der Produktion ausmachen. In der großen Tagebaumine Aitik wird vor allem Kupfer zusammen mit Gold und Silber gefördert, während die Garpenberg-Mine als eine der produktivsten Untertageanlagen Zink, Blei sowie Edelmetalle wie Silber und Gold liefert. Die Mine Area umfasst mehrere Untertagebaue, in denen polymetallische Erze mit Zink, Kupfer, Blei, Gold und Silber abgebaut werden, und auch die Zinkgruvan-Mine produziert Zink, Blei und Kupfer. In Finnland fördert die Kevitsa-Mine in einem großen Tagebau vor allem Nickel und Kupfer sowie Gold, Platin und Palladium. Die Tara-Mine in Irland, eine der größten Zinkminen Europas, gewinnt Zink und Blei aus untertägigen Lagerstätten, und die Somincor-Mine in Portugal liefert in einem Untertagebau hauptsächlich Kupfer, Zink, Blei und Silber.
Die Mitarbeiter des Unternehmens suchen systematisch nach neuen Lagerstätten, wobei sie sich oft auf Gebiete in der Nähe bestehender Minen konzentrieren, um die Ressourcenbasis langfristig zu sichern. Sobald ein Vorkommen gefunden ist, beginnt der eigentliche Abbau, der je nach Lage entweder im Tagebau oder in Untertagebauen erfolgt. In den Minen bohren die Teams Löcher in das Gestein, sprengen das Material kontrolliert und transportieren es dann zur weiteren Verarbeitung ab. Das geförderte Erz wird in Aufbereitungsanlagen zerkleinert und durch Flotation oder andere Trennverfahren in Konzentrate umgewandelt, die reich an Metallen wie Zink, Kupfer, Blei, Nickel oder Edelmetallen sind. Diese Konzentrate stammen sowohl aus den eigenen Minen des Unternehmens als auch von externen Lieferanten, was dem Geschäftsmodell eine gewisse Flexibilität verleiht.
Die Konzentrate werden per Bahn, Schiff oder Lkw zu den Schmelzwerken transportiert, wo sie unter hohen Temperaturen und mit chemischen Prozessen weiterverarbeitet werden. In Anlagen wie dem Rönnskär-Schmelzwerk in Schweden oder dem Odda-Werk in Norwegen trennen die Experten die Metalle voneinander und gewinnen sie in hoher Reinheit. Dabei kommen Verfahren wie Schmelzen, Laugen und Elektrolyse zum Einsatz, die es ermöglichen, auch komplexe Materialien effizient zu behandeln.
Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist zudem das Recycling von Schrott und Nebenprodukten, durch das das Unternehmen Metalle aus alten Batterien, Elektronik oder anderen Quellen zurückgewinnt und so den Bedarf an primären Rohstoffen verringert. Die reinen Metalle und Nebenprodukte wie Schwefelsäure gehen anschließend an industrielle Kunden in Nordeuropa, die sie für die Herstellung von Fahrzeugen, Bauteilen oder Anlagen der Energiewende einsetzen.
Die Minen wie Garpenberg in Schweden zeichnen sich durch komplexe Erze aus, die mehrere Metalle gleichzeitig enthalten. In Garpenberg kam es kürzlich zu ungewöhnlicher seismischer Aktivität, die zu einer vorübergehenden Einschränkung des Betriebs führte und die Mitarbeiter zu gründlichen Inspektionen der Infrastruktur zwang. Solche Ereignisse unterstreichen, wie wichtig sichere Arbeitsmethoden und moderne Technik im Untertagebau sind, damit der Abbau ohne große Unterbrechungen fortgesetzt werden kann.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres ist der Umsatz gestiegen auf 28,131 Milliarden SEK (Vorjahreszeitraum: 25,785 Milliarden SEK) und der Nettogewinn, der den Eigentümern der Muttergesellschaft zuzurechnen ist, ist gestiegen auf 4,347 Milliarden SEK (Vorjahreszeitraum: 2,993 Milliarden SEK).
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