Deutsche Bohrunternehmen Aktie des Tages: Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft

Die Energiewende in Deutschland schreitet immer weiter voran. Ein sehr wichtiges Unternehmen, welches hier eine wichtige Rolle spielt, viele Anleger aber gar nicht auf dem Radar haben, ist die Daldrup & Söhne Aktiengesellschaft (ISIN: DE0007830572 / WKN: 783057). In den letzten fünf Jahren konnte der Aktienkurs rund 650 Prozent zulegen, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 64 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 0,59 Prozent.

Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen und beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Das Geschäftsmodell von Daldrup basiert darauf, dass das Unternehmen als Dienstleister für Kunden tätig wird, die Bohrungen in großer Tiefe benötigen. Diese Kunden stammen aus der öffentlichen Hand, aus der Industrie oder von kommunalen Betrieben. Daldrup übernimmt die Planung, die Durchführung und oft auch die begleitenden Services rund um die Bohrungen. Das Unternehmen verdient sein Geld dadurch, dass es diese Arbeiten gegen Bezahlung erledigt und die Aufträge in der Regel über einen längeren Zeitraum abrechnet.

Der Kern des Geschäftsmodells liegt in der besonderen technischen Kompetenz, die Daldrup über Jahrzehnte aufgebaut hat. Das Unternehmen kann Bohrungen in sehr unterschiedlichen geologischen Bedingungen und für sehr verschiedene Anwendungen durchführen. Dadurch deckt es ein breites Spektrum ab, das kaum ein anderes Unternehmen in dieser Form anbietet. Ein wichtiger Bereich ist die Geothermie. Hier bohrt Daldrup tiefe Löcher, um heißes Wasser aus der Erde zu fördern, das dann zur Erzeugung von Wärme für Gebäude oder ganze Stadtteile genutzt wird. Die Kunden sind meist Stadtwerke oder Energieversorger, die klimafreundliche Wärme bereitstellen wollen. In den letzten Jahren hat sich dieser Bereich stark entwickelt, weil der Staat die Nutzung der Erdwärme durch neue Gesetze und Förderprogramme unterstützt. Daldrup profitiert davon, dass immer mehr Projekte gestartet werden und die Bohrungen dabei oft tiefer und aufwendiger werden.

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Ein weiterer Bereich ist die Wassergewinnung. Hier entstehen Brunnen, aus denen Trinkwasser, Brauchwasser oder Thermalsole gefördert wird. Die Kunden sind Kommunen, Stadtwerke oder Industriebetriebe, die eine zuverlässige Wasserversorgung benötigen. Dieser Bereich ist seit der Gründung des Unternehmens ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells und bildet eine stabile Grundlage.

Daldrup bohrt aber auch Löcher, um Lagerstätten von mineralischen Rohstoffen, Erzen oder geeignete Orte für die Endlagerung nuklearer Abfälle zu finden. Die Auftraggeber sind hier vor allem staatliche Institutionen oder große Industrieunternehmen.

Der vierte große Bereich trägt die Bezeichnung Umwelt, Entwicklung und Service. Darin finden sich Spezialbohrungen für Infrastrukturprojekte, Umweltmaßnahmen und weitere Dienstleistungen. Beispiele sind das Verschließen alter Öl- und Gasbohrungen, die Sanierung von Bergbaugebieten oder Bohrungen, die mit dem Ausbau von Straßen, Brücken oder Schienen zu tun haben. Auch hier stammen die Aufträge oft aus der öffentlichen Hand, weil der Staat viel Geld in die Instandhaltung der Infrastruktur investiert. Daldrup verdient in diesem Bereich durch die Übernahme komplexer Aufgaben, die besondere Erfahrung und spezielle Ausrüstung erfordern.

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Das Unternehmen arbeitet vor allem in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Benelux-Ländern. Die Familie Daldrup besitzt 58,36 Prozent der ausgegebenen Aktien, was für Kontinuität sorgt und langfristiges Denken ermöglicht. Die Aufträge werden oft über mehrere Jahre abgewickelt, weil das Bohren tief in die Erde Zeit braucht und die Projekte groß sind. Dadurch entsteht ein Auftragsbestand, der dem Unternehmen Planungssicherheit gibt.

Besonders in der Geothermie sieht Daldrup große Chancen. Neue Gesetze erleichtern den Ausbau, und es gibt staatliche Absicherungen, falls eine Bohrung nicht das gewünschte Ergebnis bringt. Dadurch wagen mehr Kunden den Schritt hin zur Erdwärme. Daldrup hat bereits mehrere große Projekte übernommen, bei denen mehrere Bohrungen hintereinander durchgeführt werden und die Versorgung ganzer Gemeinden gesichert wird. Auch der Infrastrukturbereich wächst, weil der Staat marode Brücken und Schienen erneuern will. Das Unternehmen positioniert sich so, dass es von diesen langfristigen Entwicklungen profitiert.

Die Gesamtleitung im ersten Halbjahr 2025 lag bei 20,693 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 29,106 Millionen Euro) und der Konzernhalbjahresüberschuss lag bei 2,144 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 2,008 Millionen Euro).

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