Deutsche Software Aktie des Tages: Mensch und Maschine Software SE

Deutschland hat viele innovative börsennotierte Softwareunternehmen zu bieten, wie die Mensch und Maschine Software SE (ISIN: DE0006580806 / WKN: 658080). Seit August 2021 hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 18 und die zu erwartenden Dividendenrendite liegt bei 5,35 Prozent.
Mensch und Maschine ist ein 1984 gegründetes Softwareunternehmen aus Wessling bei München. Es zählt zu den weltweit führenden Entwicklern von Software für Computer Aided Design, Manufacturing und Engineering (CAD/CAM/CAE), Product Data Management (PDM) und Building Information Modeling/Management (BIM).

Das klingt jetzt zwar alles kompliziert, ist es aber nicht. Das Unternehmen entwickelt Planungs- und Entwicklungssoftware für technische sowie medizinische Geräte, Gegenstände, Spielzeug, Schmuck, Gebäude, Brücken, Tunnel, Erd- und Tiefbau, Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Garten- und Landschaftsbau sowie vieles mehr.
Früher hat man sehr viele Prototypen gebaut, bis ein Produkt endgültig fertig entwickelt war. Dies war teuer und zeitaufwendig. Heute macht man dies am Computer, geht viel schneller. So kann man bereits vorher Planungs- und Entwicklungsfehler erkennen. Erst dann kommen die Prototypen ins Spiel. Die Software erlaubt die Erstellung von digitalen Zwillingen. Diese virtuellen Abbilder von Produkten oder Bauwerken können umfassend digital getestet werden. In der Fertigung simuliert die Software den gesamten Bearbeitungsvorgang mit einer virtuellen Maschine.
In der Garten- und Landschaftsplanung ermöglicht die Software eine detaillierte Gestaltung von Außenanlagen. Die Nutzer können Bepflanzungen planen und den Verlauf über die Jahreszeiten hinweg betrachten. Dreidimensionale Darstellungen erlauben es, die zukünftige Anlage schon vor der Umsetzung zu erleben.
In der Industrie finden die Lösungen Anwendung im Maschinenbau und in verwandten Sektoren. Die Software unterstützt die Konstruktion und die Produktion von Komponenten für Fahrzeuge, Schiffe und Anlagen. Im Bauwesen stehen der Hochbau, die technische Gebäudeausrüstung und der Tiefbau im Mittelpunkt.
Mensch und Maschine beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter an 75 Standorten in Europa, Asien und Amerika. Das Unternehmen hat mehr als 30.000 Kunden, welche die Software an mehr als 100.000 Arbeitsplätzen einsetzen. International ist noch sehr viel Luft nach oben, was die Expansion angeht.
Im Gesamtjahr 2025 ist der Umsatz zurückgegangen auf 238,587 Millionen Euro (Vorjahr: 325,844 Millionen Euro) und das den Aktionären von Mensch und Maschine zurechenbare Nettoergebnis ist gestiegen auf 31,811 Millionen Euro (Vorjahr: 30,487 Millionen Euro).
Der Umsatz ist um rund 27 Prozent zurückgegangen, das ist auf den ersten Blick dramatisch, hat aber keinen operativen oder krisenhaften Hintergrund – es handelt sich um eine geplante, positive strukturelle Veränderung durch die Umstellung des Autodesk-Partnergeschäfts. Mensch und Maschine war bis 2024 Reseller – kaufte Autodesk-Lizenzen ein und verkaufte sie mit Aufschlag weiter. Der volle Betrag floss als Umsatz durch die Bücher. Das erzeugte hohe Durchlaufumsätze, aber mit extrem niedrigen Margen. Seit 2025 rechnet Autodesk direkt mit den Endkunden ab. Mensch und Maschine fungiert nur noch als Vermittler und erhält eine Provision. Der Großteil des Lizenzvolumens verschwindet somit aus dem Konzernumsatz.
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