Deutsche Touristik Aktie des Tages: TUI AG

Seit der Corona-Pandemie hat sich die Touristik-Branche wieder sehr gut erholt, durch den Krieg im Nahen Osten leidet die Branche derzeit allerdings wieder etwas. Ein sehr erfolgreiches Touristik-Unternehmen, dessen Aktienkurs sehr stark gelitten hat, ist die deutsche TUI AG (ISIN: DE000TUAG505 / WKN: TUAG50). Seit Dezember 2025 hat der Aktienkurs rund 25 Prozent verloren, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 6 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 1,38 Prozent.

Die 1968 gegründete TUI Group ist mit ihren mehr als 68.850 Mitarbeitern der weltweit führende Touristikkonzern mit Hauptsitz in Deutschland. TUI bietet seinen rund 34,7 Millionen Kunden integrierte Reisedienstleistungen aus einer Hand – darunter mehr als 460 Hotels, 18 Kreuzfahrtschiffe, fünf Fluggesellschaften mit insgesamt 125 Flugzeugen sowie etwa 1.200 Reisebüros. Mit seinem breiten Markenportfolio deckt der Konzern die gesamte touristische Wertschöpfungskette ab. Derzeit baut TUI seine digitalen Plattformen konsequent aus und stärkt gleichzeitig seine Kerngeschäfte in den Bereichen Hotels, Kreuzfahrten und Urlaubsaktivitäten.

TUI verfolgt eine ambitionierte Zukunftsstrategie, die auf dem bewährten vertikal integrierten Tourismusmodell aufbaut und das Unternehmen zu einem globalen, kuratierten Freizeitmarktplatz entwickeln soll. Im Mittelpunkt steht die Nutzung des überdurchschnittlichen Wachstumspotenzials der Reisebranche, die stärker als das BIP wächst. TUI setzt dabei konsequent auf Asset-Right-Expansion, um nachhaltiges und differenziertes Produktwachstum zu erzielen, während gleichzeitig Effizienz gesteigert und Kosten gesenkt werden. Die Strategie wurde im Dezember 2025 im Rahmen des GJ25-Strategie-Updates vorgestellt und im Februar 2026 mit den starken Q1-Ergebnissen – dem besten ersten Quartal der Unternehmensgeschichte – bestätigt. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet TUI ein Umsatzzuwachs zwischen 2 und 4 Prozent und einen Zuwachs zwischen 7 und 10 Prozent beim bereinigten EBIT.

Ein zentraler Pfeiler ist der Ausbau der Hotels & Resorts. Mit einer Pipeline von über 70 Hotels, die vorwiegend als Management- oder Franchise-Modelle betrieben werden, wächst TUI risikobewusst und fokussiert auf wachstumsstarke Destinationen wie Karibik, Asien und Afrika. Die neue Partnerschaft mit Oman und der OM RAN Group schafft ein ganzheitliches Destinationscluster in Salalah mit fünf neuen Hotels, die ab Winter 2028 eröffnen sollen. Dieses Modell nutzt die Vorteile der vertikalen Integration über Reiseveranstalter, Airlines und TUI Musement und zielt auf eine Kapitalrendite deutlich über elf Prozent ab. Damit wird das Portfolio diversifiziert und die Nachfrage nach einzigartigen, markenorientierten Produkten bedient.

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Im Kreuzfahrtsegment treibt TUI risikoarmes Wachstum durch Joint-Venture-Neubauten voran. Mit 18 Schiffen im GJ25 und drei weiteren bis GJ33 – darunter Einheiten für TUI Cruises – stärkt das Unternehmen die Marken Mein Schiff, Hapag-Lloyd Cruises und Marella. Die außerbilanziellen Investitionen ermöglichen eine Flottenerweiterung, die den deutschsprachigen Markt sowie UK und Nordeuropa bedient und die Profitabilität mit einer Kapitalrendite von 32 Prozent weiter steigert. TUI Musement ergänzt das Angebot mit einem digitalen Wachstum bei Transfers und Erlebnissen. Die Plattform für Touren und mehrtägige Ausflüge soll mittelfristig eine niedrige zweistellige durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei verkauften Erlebnissen erzielen. ESG-zertifizierte Produkte und exklusive TUI-Angebote fördern Up- und Cross-Selling, wobei bereits jeder dritte Kunde aus dem Pauschalgeschäft ein Zusatzerlebnis bucht.

Die Transformation der Märkte und Airline bildet den vierten Kernbereich. TUI wandelt sich von einem regionalen Reiseveranstalter zu einem globalen, kuratierten Freizeitmarktplatz mit zwei Plattformen, die vertikale Integration maximieren. Dynamische Pakete, App-Umsätze und neue Kunden sowie Produkte treiben risikobasiertes und dynamisches Wachstum. Gleichzeitig startet ein umfassendes Kostensenkungsprogramm, das bis GJ28 rund 250 Millionen Euro Einsparungen bringen soll – durch Overhead-Reduktion, operative Exzellenz und ein Lean Operating Model. Die EBIT-Marge im Segment soll mittelfristig auf über drei Prozent steigen.

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Die Zukunft der Suchanfragen gestaltet TUI durch eine umfassende KI-Transformation. Das Unternehmen positioniert sich als KI-First-Konzern, bei dem Produkte über alle Frontends sichtbar und buchbar sind und offene Schnittstellen zu großen Sprachmodellen genutzt werden. Agentenbasierte Suche soll bessere Inhalte, hyperpersonalisierte Erlebnisse und geringere Kosten ermöglichen. Nachhaltigkeit bleibt integraler Bestandteil der Strategie und unterstützt die langfristige Profitabilität.

Natürlich hat der Krieg im Nahen Osten Auswirkungen auf das TUI-Geschäft, aber begrenzte. Der Konzern musste zahlreiche Reisen in den Nahen Osten stornieren, was zu operativen Aufwänden und einem temporären Rückgang der Buchungen an diese Ziele führte. Die geplante strategische Partnerschaft mit Oman (neues Destinationscluster mit fünf Hotels) wurde im März 2026 vorerst auf Eis gelegt. Langfristig sieht TUI jedoch keine nachhaltige Beeinträchtigung. TUI-Deutschland-Chef Benjamin Jacobi betonte auf der ITB im März 2026, dass die Gesamtnachfrage für den Sommerurlaub 2026 nicht zurückgegangen sei. Stattdessen verlagere sie sich zugunsten von Zielen im westlichen Mittelmeer und auf den Kanaren, wo Preise sogar steigen könnten.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ist der Umsatz zurückgegangen auf 4,8612 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 4,872 Milliarden Euro) und das Konzernergebnis lag bei 3,3 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: -30,4 Millionen Euro).

Nachdem TUI die Staatshilfen mittlerweile zurückgezahlt hat und es finanziell auch wieder besser läuft, hat das Unternehmen seine Dividendenpolitik angepasst. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde den Aktionären einer Starterdividende von 0,10 Euro im Februar 2026 ausgezahlt. Ab dem Geschäftsjahr 2026 ist gemäß Dividendenpolitik eine Ausschüttung von 10 bis 20 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie vorgesehen.

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