Japanische Industrieroboter Aktie des Tages: Fanuc Corporation

Hast du schon einmal etwas von „ Dark Factories“ gehört? Ich sage es mal so. Sie werden in Deutschland vermutlich fast alle Fabrikarbeitsplätze in der Industrie in den kommenden zehn Jahren vernichten. Von unseren Politikern hört man natürlich nichts dazu. Dark Factories, auf Deutsch würde man Dunkelfabriken sagen, sind vollautomatisierte Produktionsstätten, in denen der gesamte Fertigungsprozess fast ohne menschliche Präsenz vor Ort abläuft. Roboter übernehmen hier den Zusammenbau, den Transport der Bauteile und die Qualitätskontrolle, während autonome Fahrzeuge die Materialien durch die Halle bewegen und Sensoren kontinuierlich Daten erfassen. Künstliche Intelligenz steuert die Abläufe, erkennt Fehler frühzeitig, optimiert Prozesse und behebt Störungen selbstständig. Menschen greifen nur noch fern ein, etwa zur Datenanalyse oder vor Ort zur Wartung, aber selbst die wird zunehmend von Robotern übernommen werden und die Fabrikumgebung ist vollständig auf die Bedürfnisse der Maschinen abgestimmt – Beleuchtung, Heizung oder Lüftung werden auf ein Minimum reduziert, um die Kosten zu senken.

Dieser Ansatz bringt erhebliche Vorteile mit sich. Durch den 24/7-Betrieb ohne Pausen oder Schichtwechsel steigt die Produktivität stark an, und automatisierte Systeme sorgen für höchste Präzision sowie gleichbleibende Qualität, was Ausschuss und Materialverlust minimiert. Der Energie- und Personalbedarf sinkt drastisch, was zu massiven Kosteneinsparungen führt, und gefährliche Arbeiten werden vollständig von Maschinen übernommen, was die Sicherheit für Menschen verbessert. Zudem wird die Produktion skalierbarer und unabhängiger von Lohnkosten, sodass Fabriken näher an Verbrauchermärkten angesiedelt werden können, sofern der Strom billig ist – das verkürzt Transportwege, reduziert Emissionen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit. In Ländern wie China kompensiert diese Technologie bereits steigende Löhne und festigt die Führung in der Hightech-Fertigung. Insgesamt ebnen Dunkelfabriken den Weg zu einer effizienteren, nachhaltigeren und resilienten Industrie der Zukunft. Theoretisch wären die Dunkelfabriken sogar eine Möglichkeit für uns, abgewanderte Industrien zurück nach Deutschland zu holen. Aufgrund der hohen Stromkosten in Deutschland werden wir diese Dunkelfabriken bei uns aber wohl kaum sehen.

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Ohne Industrieroboter sind Dunkelfabriken aber nicht möglich. Eines der weltweit führenden und innovativsten Industrieroboter-Unternehmen aus Japan ist die Fanuc Corporation (ISIN: JP3802400006 / WKN: 863731). Seit April 2025 konnte sich der Aktienkurs mehr als verdoppeln, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 36 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 1,67 Prozent.

Die Fanuc Corporation hat ihren Ursprung in Japan und wurde 1956 als Abteilung eines großen Elektronikunternehmens gegründet. Sie entwickelte sich schnell zu einem eigenständigen Betrieb, der sich auf die Automatisierung von Produktionsprozessen spezialisiert. Heute hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in der Präfektur Yamanashi, am Fuße des Fuji-Berges, und beschäftigt etwa 8.500 Mitarbeiter weltweit.

Das Geschäftsmodell von Fanuc basiert darauf, Produkte zu verkaufen, die Fabriken automatisieren und dadurch Kosten senken. Das Unternehmen konzentriert sich auf drei Hauptbereiche: die Automatisierung von Fabriken, den Bau von Industrierobotern und die Herstellung von Maschinen mit speziellen Steuerungen. Etwa 40 Prozent des Umsatzes stammen aus dem Verkauf von Robotern. Diese Maschinen greifen Teile auf, schweißen sie zusammen oder transportieren sie durch die Halle. Sie arbeiten präzise und können sogar mit Menschen zusammenarbeiten, ohne dass Schutzwände nötig sind. Fanuc integriert Sensoren in diese Roboter, damit sie Hindernisse erkennen und sich anpassen.

Der zweite Bereich umfasst Steuerungen für Werkzeugmaschinen, die rund ein Viertel des Geschäfts ausmachen. Diese Systeme lenken Fräsen oder Drehbänke so, dass sie Formen exakt herstellen. Fanuc verbindet sie mit Robotern, um ganze Produktionslinien zu schaffen, die ohne Unterbrechungen laufen. Kunden sparen dadurch Zeit und Material, da alles digital geplant werden kann.

Der dritte Bereich sind eigene Maschinen, wie Bohrer oder Schneidgeräte, die in kleineren Serien genutzt werden. Zusammen mit einem Service-Angebot, das Wartung und Schulungen umfasst, machen diese Produkte etwa 15 Prozent des Umsatzes aus. Fanuc verdient nicht nur am Verkauf, sondern auch langfristig durch Serviceleistungen, die meist so lange dauern, wie die Kunden die Geräte nutzen. Das sorgt für stabile Einnahmen und bindet die Kunden.

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In den letzten Monaten hat Fanuc seinen Fokus auf smarte Technologien verstärkt. Die Fabriken von morgen sollen Daten austauschen und sich selbst optimieren. Deshalb plant das Unternehmen eine enge Zusammenarbeit mit dem US-Technologiehersteller Nvidia. Diese Kooperation soll künstliche Intelligenz in die Roboter einbauen. So können Maschinen auf Sprachbefehle reagieren, Bewegungen vorhersagen und Unfälle vermeiden. Nvidia liefert die Rechenpower für Simulationen, in denen Fabriken virtuell getestet werden. Fanuc integriert das in seine Software, damit Entwickler die Roboter in den digitalen Welten trainieren können. Das macht die Automatisierung einfacher und schneller. Die Partnerschaft wurde Ende 2025 angekündigt und zielt auf Märkte ab, wo flexible Produktion gefragt ist, wie bei Elektrofahrzeugen oder erneuerbaren Energien. Dadurch will Fanuc seinen Vorsprung ausbauen und neue Kunden gewinnen. Insgesamt gewinnt Fanuc durch diese Strategie an Flexibilität. Seine Produkte passen sich an wachsende Bedürfnisse an, wie den Mangel an Fachkräften oder den Druck auf Umweltschutz.

In Europa fördert das Unternehmen energie sparende Lösungen, während in Asien der Boom bei Elektronik die Aufträge treibt. Die Kombination aus bewährter Technik und neuen Ideen hält Fanuc wettbewerbsfähig. Kunden schätzen, dass alles aus einer Hand kommt, von der Planung bis zur Wartung.

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 ist der Umsatz gestiegen auf 407,568 Milliarden JPY (Vorjahreszeitraum: 387,962 Milliarden JPY) und das Nettoergebnis ist gestiegen auf 81,352 Milliarden JPY (Vorjahreszeitraum: 71,791 Milliarden JPY).

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