Labor- und Prozesstechnologie Aktie des Tages: Sartorius Aktiengesellschaft

Die heutige Aktie des Tages ist die Sartorius Aktiengesellschaft (ISIN: DE0007165607 / WKN: 716560). Das Unternehmen durchlief in den Vorjahren eine schwierige Phase mit rückläufigem Wachstum, bedingt durch Überkapazitäten und Lagerabbau in der Biotech-Branche nach der COVID-Hochphase. Das Management sieht die Durststrecke als vorbei an und das Unternehmen wieder auf profitabler Wachstumsschiene. Für das Geschäftsjahr wartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 9 Prozent. Seit September 2021 hat der Aktienkurs fast 80 Prozent verloren, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 94 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 0,39 Prozent.

Sartorius wurde im Jahr 1870 von Florenz Sartorius in Göttingen gegründet, wo das Unternehmen bis heute seinen Hauptsitz hat. Der Anfang lag in der Herstellung präziser Waagen für Laboratorien und Industrie, die damals schon für ihre Genauigkeit bekannt waren. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das Unternehmen weiter und passte sich den Bedürfnissen der Wissenschaft an. Heute beschäftigt Sartorius weltweit rund 14.000 Mitarbeiter.

Das Geschäftsmodell von Sartorius basiert darauf, dass das Unternehmen Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie und aus Forschungslaboren mit Produkten und Dienstleistungen versorgt, die bei der Entwicklung und Herstellung von Medikamenten helfen. Der größte Teil der Einnahmen stammt aus dem Bereich der Bioprozesslösungen, der mehr als drei Viertel des Umsatzes ausmacht. In diesem Bereich stellt das Unternehmen Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien her, die bei der Produktion von biologischen Arzneimitteln benötigt werden. Biologische Medikamente entstehen aus lebenden Zellen, und die Produktion erfordert saubere und kontrollierte Bedingungen. Sartorius bietet dafür unter anderem Einwegbeutel an, in denen Zellen gezüchtet werden, sowie Filter, die Flüssigkeiten reinigen, und Sensoren, die den Prozess überwachen. Diese Einwegprodukte sind besonders wichtig, weil sie nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden und so das Risiko von Verunreinigungen verringern. Der Kunde muss die Produkte immer wieder neu kaufen, was für das Unternehmen zu regelmäßigen Einnahmen führt.

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Neben den Einwegartikeln verkauft das Unternehmen auch größere Geräte wie Bioreaktoren, in denen die Zellen wachsen, oder Systeme, die Flüssigkeiten mischen und transportieren. Diese Geräte sind teurer und werden seltener gekauft, aber sie bilden die Basis, auf der die Verbrauchsmaterialien eingesetzt werden. So entsteht ein Geschäftsmodell, das einmalige hohe Verkäufe mit wiederkehrenden kleineren Verkäufen kombiniert.

Der zweite Bereich, der Laborprodukte und Dienstleistungen umfasst, macht den kleineren Teil des Umsatzes aus. Hier liefert das Unternehmen Geräte für Forschungslabore, wie hochpräzise Waagen, die noch immer an die ursprüngliche Gründung erinnern, oder Pipetten, mit denen kleine Flüssigkeitsmengen genau dosiert werden. Auch Systeme zur Wasseraufbereitung gehören dazu, die reines Wasser für Experimente erzeugen. In diesem Bereich verkauft das Unternehmen ebenfalls Verbrauchsmaterialien wie Filtermembranen oder Einwegpipettenspitzen, die regelmäßig nachbestellt werden.

Zusätzlich bietet das Unternehmen Dienstleistungen an, etwa die Kalibrierung von Waagen oder die Validierung von Prozessen. Das Geschäftsmodell profitiert stark vom Wachstum der biopharmazeutischen Industrie. Immer mehr Medikamente werden biologisch hergestellt, etwa Antikörper gegen Krebs oder Impfstoffe. Die Produktion dieser Medikamente ist aufwendig und braucht spezielle Ausrüstung. Sartorius hat sich früh auf diesen Markt konzentriert und durch Innovationen und Zukäufe von anderen Unternehmen seine Position gestärkt.

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Die Kunden sind meist große Pharmakonzerne, aber auch kleinere Biotechnologieunternehmen, die neue Therapien entwickeln. Das Unternehmen verkauft weltweit, mit starken Märkten in Europa, Nordamerika und Asien. Die Produkte werden über direkte Vertriebsmitarbeiter angeboten, die die Kunden beraten, oder über Händler in manchen Regionen. Ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells ist die Forschung und Entwicklung, in die das Unternehmen viel Geld investiert, um neue Produkte zu schaffen, die den Prozess der Medikamentenherstellung schneller und sicherer machen. So bleiben die Kunden langfristig gebunden, weil die Produkte gut in ihre Abläufe passen.

Die Einwegtechnologie hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen, weil sie Zeit und Kosten spart: Früher mussten Edelstahlbehälter nach jedem Einsatz aufwendig gereinigt werden, heute werden Einwegbeutel einfach ausgetauscht. Das Unternehmen verdient nicht nur am Verkauf der Produkte, sondern auch daran, dass die Kunden für neue Produktionslinien immer wieder bei Sartorius bestellen. Die Dienstleistungen rund um die Produkte, wie Schulungen oder technische Unterstützung, sorgen ebenfalls für zusätzliche Einnahmen. Insgesamt ist das Geschäftsmodell von Sartorius so aufgebaut, dass es stabile und wachsende Einnahmen ermöglicht, weil die Nachfrage nach biologischen Medikamenten weiter steigt und die Kunden auf zuverlässige Lieferanten angewiesen sind.

Der Umsatz im Geschäftsjahr 2025 ist gestiegen auf 3,538 Milliarden USD (Vorjahreszeitraum: 3,381 Milliarden USD), das Nettoergebnis ist gestiegen auf 331 Millionen USD (Vorjahreszeitraum 280 Millionen USD) und der freie Cashflow lag bei 390 Millionen USD (Vorjahreszeitraum 550 Millionen USD).

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