Schwedische Beratungs- und Ingenieurdienstleistungsunternehmen Aktie des Tages: Afry AB

Der schwedische Aktienmarkt hat sehr viele Perlen zu bieten eine davon ist Afry AB (ISIN: SE0005999836 / WKN: A115QU), auch wenn der Aktienkurs sich in letzter Zeit nicht ganz so gut entwickelt hat. Seit vier Jahren bewegt sich der Aktienkurs mehr oder weniger seitwärts, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 17 und die zu erwartende Dividendenrendite bei 3,93 Prozent.
Afry AB hat seine Wurzeln im Jahr 1895, als die Vorgängergesellschaft ÅF in Schweden gegründet wurde. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Stockholm, von wo aus die zentrale Steuerung erfolgt. Das Unternehmen beschäftigt rund 17.890 Mitarbeiter, die in mehr als 50 Ländern tätig sind und ihr Fachwissen in multidisziplinären Teams einbringen.

Das Geschäftsmodell von Afry basiert darauf, dass das Unternehmen Ingenieur- und Beratungsdienste anbietet, die Kunden bei der Planung, dem Entwurf und der Umsetzung von Projekten unterstützen, die auf eine nachhaltige Entwicklung abzielen. Das Unternehmen verdient sein Geld hauptsächlich dadurch, dass es die Arbeitszeit seiner Fachkräfte in Rechnung stellt oder feste Preise für ganze Projekte vereinbart. Die Kunden stammen aus der öffentlichen Hand und aus privaten Unternehmen, vor allem aus Branchen wie Energie, Industrie, Infrastruktur und Prozessfertigung.
Der Kern des Geschäftsmodells liegt in der Kombination von technischem Know-how und strategischer Beratung, um komplexe Herausforderungen zu lösen. Das Unternehmen ist in fünf Geschäftsbereiche gegliedert, die jeweils spezialisierte Dienstleistungen erbringen. Der Bereich Infrastruktur übernimmt die Planung von Verkehrsanlagen, Gebäuden, Wassersystemen und städtischen Projekten, wobei die Experten sicherstellen, dass die Vorhaben effizient, sicher und umweltverträglich umgesetzt werden.
Im Bereich Industrie und digitale Lösungen unterstützt das Unternehmen Fabriken und Produktionsstätten dabei, Prozesse zu modernisieren, Automatisierung einzuführen und digitale Werkzeuge zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Kunden zu steigern. Der Bereich Prozessindustrien konzentriert sich auf Branchen wie Chemie, Bergbau, Papier und Lebensmittel, wo die Mitarbeiter Anlagen optimieren, Energieverbrauch senken und Produktionsabläufe verbessern. Der Energiebereich hilft bei der Entwicklung von Kraftwerken, Netzen und erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarenergie, um den Übergang zu einer klimafreundlichen Versorgung zu fördern. Der Bereich Managementberatung bietet strategische Unterstützung für Führungskräfte, hilft bei Organisationsveränderungen und unterstützt Entscheidungen in wirtschaftlichen Fragen. Durch diese Aufteilung kann das Unternehmen Risiken streuen und verschiedene Marktentwicklungen nutzen.
Das Geschäftsmodell profitiert von langfristigen Kundenbeziehungen, die wiederkehrende Aufträge sichern und stabile Einnahmen erzeugen. Viele Projekte laufen über mehrere Jahre, was Planungssicherheit schafft. Nachhaltigkeit durchzieht das gesamte Geschäftsmodell, denn die meisten Dienstleistungen zielen darauf ab, den Ressourcenverbrauch zu senken und umweltfreundliche Lösungen zu schaffen. Kunden suchen zunehmend Partner, die beim Erreichen von Klimazielen helfen, und Afry positioniert sich genau dort.
Im dritten Quartal 2025 ist der Umsatz gesunken auf 5,687 Milliarden SEK (Vorjahreszeitraum: 5,993 Milliarden SEK) und das den Aktionären des Unternehmens zurechenbare Nettoergebnis ist gesunken auf 137 Millionen SEK (Vorjahreszeitraum: 149 Millionen SEK).
Die Hauptgründe für diesen Rückgang bzw. beim Rückgang in den ersten 9 Monaten 2025 liegen in mehreren Faktoren. Das Unternehmen hat unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen gelitten, die durch globale Unsicherheit geprägt waren und die Investitionsbereitschaft der Kunden gedämpft haben. Besonders betroffen waren Bereiche wie die Industrie (zum Beispiel Automobilbranche, Zellstoff- und Papierproduktion) sowie der Immobilienmarkt, wo die Nachfrage niedrig blieb. In der Division Energy gab es regionale Schwankungen bei Projekten in thermischer Energie, Solar- und Windkraft, was ebenfalls zu geringeren Umsätzen führte. Hinzu kamen negative Währungseffekte und Restrukturierungskosten. Trotz der Rückgänge zeigte das Unternehmen positive Signale, wie ein wachsendes Auftragsbuch und Fortschritte bei der neuen Konzernstruktur.
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