Dividenden-Aktien auf Kredit kaufen – eine gute Idee?

Krisen an der Börse und die Zeit danach, sind immer eine gute Gelegenheit, sich mit Aktien einzudecken. Leider mangelt es immer am Geld. Die persönlichen finanziellen Mittel sind begrenzt. Da kann man schon einmal über den Kauf von Wertpapieren auf Kredit nachdenken.

Ich bin generell kein Fan von Schulden und Kauf von Wertpapieren auf Kredit. Aber spielen wir dies ruhig einmal durch. Ich würde zwei, vielleicht drei Arten von Krediten, unterscheiden.

Was wir aktuell in den USA sehen ist, dass derzeit sehr viele Kreditkarten belastet worden sind, um mit Aktien spekulieren zu können. Dies ist die dümmste Idee. Die Zinsen betragen bis zu 25 Prozent in einem Jahr, wenn man das Geld nicht innerhalb einer bestimmten Zeit zurückzahlt. Bei einigen Kreditkarten laufen die Zinsen auch gleich los, mit dem Belasten der Kreditkarte.

Dies ist sehr gefährlich. Niemand weiß, wie sich die Börse entwickelt. Viele Aktien sind stark überbewertet. Der Wirtschaft geht es teilweise schlecht, die Rezession läuft. Es kann zu einem weiteren Crash kommen. Dann werden diese Spekulanten wohl kaum die Kreditkartenschulden tilgen können.

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Man kann auch Aktien auf Margin kaufen. Bei Banken bekommt man meist kein Margin-Depot, bei Brokern ist dies durchaus möglich. Ich habe auch eines. Allerdings nutze ich diese Möglichkeit nicht, um Aktien auf Kredit zu kaufen, obwohl man es so bezeichnen könnte.

Ich überweise Geld ins Depot, welches in Euro geführt wird und kaufe dann beispielsweise eine US-Aktie. Nun habe ich eine negative Dollar-Position, weil ich das Geld vorher nicht in Dollar umgetauscht habe. Ich schließe die Position nach dem Kauf aber gleich wieder. Dann wird der Umtausch von Euro in Dollar durchgeführt.

Mit einem Bar-Depot geht das so nicht. Der Grund dieser Vorgehensweise ist, dass ich vorher nicht genau weiß, wie viel Geld ich umtauschen muss, der Aktienkurs schwankt. Bei Dollar wäre das jetzt nicht so schlimm, kaufe ja öfter US-Aktien, aber bei anderen Währungen würden da jetzt mit einmal noch vielleicht 20 Pfund herunliegen. Was ich mache ich mit denen, wenn ich keine andere englische Aktie in der nächsten Zeit kaufen möchte? Wie umtauschen? Kostet erneut Gebühren.

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Nun könnte ich aber aufgrund meines Depotwerts auch Aktien auf Margin (Kredit) kaufen. Für den Kauf müsste ich Sicherheiten hinterlegen, dass wären meine Aktien. Theoretisch könnte ich mehr Aktien vom Wert her kaufen, als ich im Depot habe. Mache ich natürlich nicht.

Da aber die Frage per Mail gestern kam, auch wenn ich kein Fan davon bin, von Krediten, nicht von Fragen, eine theoretische Annahme. Wenn man sich das so ausrechnen würde, was das Portfolio bei einem 75 prozentigen Kurseinbruch noch Wert wäre und entsprechend danach kalkuliert und Aktien auf Margin kauft, dann könnte dies aufgehen. Damit wäre ein großer Puffer nach unten einkalkuliert.

Vergiss aber nicht auch zu bedenken, dass die auf Margin gekauften Aktien auch einbrechen. Wenn ein Margin-Call eintreffen sollte, verkauft der Broker die Aktien zum Spottpreis und dein Depot wäre nichts mehr wert. Mache es daher besser nicht.

Kommen wir zur dritten Variante. Banken bieten natürlich auch Konsumentenkredite an. Davon könnte man auch Aktien kaufen, Qualitätsaktien natürlich. Als einfacher Angestellter oder Selbstständiger würde ich das nicht machen. In der Coronakrise haben einige ihre Jobs verloren oder sind in Kurzarbeit. Dann klappt das mit der Tilgung nicht. Als Beamter könnte man darüber nachdenken, weil das Gehalt pünktlich kommt.

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Wäre ich Beamter, hätte ich über diese Variante nachgedacht. Die anderen beiden Wege kann ich nicht empfehlen, zu riskant.



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