Britische Mikroprozessortechnologie Aktie des Tages: Arm Holdings plc

Wenn es um Halbleiter geht, dann kommt man um ein Unternehmen kaum herum, Arm Holdings plc (ISIN: US0420682058 / WKN: A3EUCD). Seit Oktober 2023 konnte sich der Aktienkurs fast verfünffachen und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 613.
Arm Holdings wurde 1990 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Cambridge im Vereinigten Königreich und beschäftigt etwa 8.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwirft keine eigenen Chips und betreibt keine Fertigungsanlagen, sondern konzentriert sich vollständig auf die Entwicklung von Intellectual Property, also von Prozessor-Architekturen, CPU-Kernen und ergänzenden Technologien wie Grafik- und System-on-Chip-Elementen. Diese Designs werden an Hunderte von Halbleiterunternehmen weltweit lizenziert, darunter große Namen wie Apple, Qualcomm, Samsung oder MediaTek. Die Lizenznehmer integrieren die Arm-Technologie in ihre eigenen Chips und zahlen dafür zunächst eine einmalige Lizenzgebühr, die je nach Umfang der Nutzungsrechte und der Komplexität der IP mehrere Millionen Dollar betragen kann.

Zusätzlich zum Lizenzgeschäft generiert Arm laufende Einnahmen durch Royalties, also Lizenzgebühren pro verkauftem Chip. Diese variablen Zahlungen machen einen wesentlichen Teil des Umsatzes aus und skalieren mit dem Erfolg der Endprodukte, sei es in Smartphones, Laptops, Autos, IoT-Geräten oder zunehmend in Rechenzentren und KI-Anwendungen. Arm entwickelt die Compute-Plattform, die die globale KI-Revolution antreibt. Seine leistungsstarken, energieeffizienten CPU-Produkte werden von den weltweit führenden Halbleiterunternehmen genutzt und sind bis heute in mehr als 350 Milliarden Chips zum Einsatz gekommen – darunter über 99 Prozent aller Smartphones. Von ultra-effizienten Edge-Geräten bis hin zu KI-fähigen Supercomputern transformiert die Arm-Technologie die Art und Weise, wie die Welt lebt, arbeitet und sich vernetzt.
Dadurch profitiert Arm von der breiten Verbreitung seiner Architektur, ohne selbst die Risiken und Kosten der Chip-Produktion tragen zu müssen. Das Modell ermöglicht hohe Margen und eine effiziente Skalierung, da ein und dasselbe Design mehrmals lizenziert und in Milliarden von Geräten eingesetzt werden kann. Ergänzt wird das Kernmodell durch den Verkauf von Software-Tools, Entwicklungsplattformen und Abonnements, die den Lizenznehmern helfen, die Arm-Technologie schneller zu integrieren und zu optimieren. Insgesamt basiert der Erfolg von Arm auf einem ecosystem-ähnlichen Ansatz: Das Unternehmen stellt die energieeffiziente Grundlage für moderne Computing-Plattformen bereit und partizipiert langfristig am Wachstum des gesamten Marktes für Prozessoren, ohne direkte Konkurrenz zu seinen Kunden aufzubauen.
Das Unternehmen erweitert sein Geschäftsmodell schrittweise. Zunächst bleibt das klassische IP-Geschäft mit Armv9-CPUs erhalten, die für eine höhere Performance pro Watt sorgen. Darauf aufbauend kommt die CSS-Plattform hinzu, die deutlich höhere Royalty-Raten ermöglichen – etwa doppelt so hoch wie bei klassischen Armv9-CPUs. Der nächste große Schritt ist die Arm AGI CPU, der erste Produktions-Chip von Arm selbst, der speziell für Cloud- und AI-Data-Center entwickelt wurde. Dieser Chip entstand in enger Kooperation mit Meta und adressiert die wachsende Nachfrage nach effizienten, skalierbaren CPUs für die agentische KI-Ära.
Intern rechnet Arm damit, dass im Geschäftsjahr FYE28 erstmals ein bedeutender Umsatzbeitrag aus dem Arm AGI CPU fließt. Bis FYE31 soll das IP- und CSS-Geschäft dann rund 10 Milliarden USD Umsatz bei einer Non-GAAP Operating Margin von über 65 Prozent erreichen. Parallel dazu wird das AGI-CPU-Geschäft auf etwa 15 Milliarden USD Chip-Umsatz bei einer Margin von über 30 Prozent wachsen. Der AGI-CPU-Umsatz soll exponentiell zulegen und das bestehende IP-Geschäft nicht kannibalisieren, sondern ergänzen. Die Nachfrage kommt vor allem von großen Hyperscalern wie Meta, AWS, Google, Microsoft, NVIDIA und anderen, die Arm-basierte CPUs für die neuen Anforderungen der agentischen KI einsetzen.
Der Grund für diesen Erfolg liegt in der massiven Veränderung der Rechenanforderungen durch agentic AI. Statt reiner Inferenz werden nun bis zu vier Mal mehr CPU-Cores pro Gigawatt Leistung benötigt – von etwa 30 Millionen auf 120 Millionen Cores pro GW in AI-Data-Centern. Arm ist hier hervorragend positioniert, weil bereits die meisten bestehenden CPU-Chips auf seiner Architektur basieren.
Gleichzeitig sieht Arm ein enormes und stark wachsendes Marktpotenzial. Das adressierbare Gesamtmarktvolumen im Semiconductor-Bereich liegt aktuell bei rund 535 Milliarden USD und soll bis FYE31 auf über 1,5 Billionen USD anwachsen. Allein der Cloud-AI-Markt könnte bis dahin bis zu 245 Milliarden USD erreichen, der Data-Center-CPU- und XPU-Markt von 55 Milliarden auf über 100 Milliarden USD oder sogar deutlich mehr steigen. Der Edge-AI-Markt wächst von 180 auf 250 Milliarden USD der Physical-AI-Bereich von 25 auf 50 Milliarden USD. Diese Schätzungen basieren auf internen Analysen, Kundenfeedback und Drittanbieter-Daten.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 ist der Umsatz gestiegen auf 1,49 Milliarden USD (Vorjahreszeitraum: 1,241 Milliarden USD) und das Nettoergebnis ist gestiegen auf 313 Millionen USD (Vorjahreszeitraum: 210 Millionen USD).
Werbung

