Die große Rentenlüge – Wie die Bürger verarscht werden!

Die Abzocke beginnt bereits mit dem Einzahlen des ersten Euro in die Rentenkasse. Jeder Cent, den du in die Rentenkasse einbezahlst in nämlich gar nicht für dich, er ist für die aktuellen Rentner gedacht, dass nennt man Generationengerechtigkeit, ich nenne es Generationenungerechtigkeit.

Die Rentner können nichts dafür, sie haben auch nur für die vorherige Generation einbezahlt und erwarten jetzt zu Recht, dass die heutigen jungen Menschen, die noch im Arbeitsleben stehen, für sie einbezahlen. Man kann den Rentnern daraus keinen Vorwurf machen.

Das Problem liegt im Rentensystem selbst. Es wurde, wie fast alles, was die Politik anfasst, schlecht umgesetzt und politisch für ihre eigenen Vorteile missbraucht. Das Rentensystem wird immer Reichskanzler Otto von Bismarck zugeschrieben, der ist quasi an allem Schuld. Das ist falsch. Er führte 1891 das „Invaliditäts- und Altersversicherungsgesetz“ ein. Damals ging es vielen Menschen sehr schlecht aufgrund der Industrialisierung, sie wurden krank, entlassen oder beides, sie lebten im Elend. Otto von Bismarck wollte ihre Situation verbesser, aber auch die Radikalisierung der Arbeiter stoppen. Die aufstrebende Sozialdemokratie war ihm ein Dorn im Auge. Er war also der Erste, der es politisch für sich einsetzte.

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Das Rentensystem ist aber auch nicht auf seinen Mist gewachsen, es gab bereits seit dem Mittelalter bei den Bergarbeitern Knappschaftskassen. Er hat dieses System aufgegriffen und entsprechend für seine Bedürfnisse angepasst.

Die Rente stand bei diesem System gar nicht im Vordergrund. Um überhaupt Rente zu erhalten, mussten die Menschen mindestens 70 Jahre alt werden und 30 Jahre einbezahlt haben. Das durchschnittliche Lebensalter lag damals allerdings bei nur 37 Jahren, somit hat eh kaum jemand eine Rente bekommen. Es diente in erster Linie zur finanziellen Unterstützung der Menschen bei Arbeitsinvalidität sowie als zusätzliche Absicherung neben der Unfall- und Krankenversicherung, die beide einige Jahre zuvor eingeführt worden sind. Damals betrug der Beitragssatz für die Rente lediglich 1,7 Prozent und wurde zur Hälfte von den Arbeitern und den Arbeitgebern bezahlt.

Wer dann 30 Jahre einbezahlt und und tatsächlich geschafft hatte, 70 Jahre alt zu werden, bekam seine Rente, von dem Geld, was er für sich einbezahlt hatte. Bis hierhin funktionierte das Rentensystem genau so, wie es sein sollte und man es sich heute gewünscht hätte. 1911 wurden diese drei Absicherungssysteme zusammengefasst sowie eine Hinterbliebenenversorgung für Witwen und Waisen eingeführt. Dann ging der Schlamassel los, das Rentensystem veränderte sich.

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Der Kriegsdienst im Erste Weltkrieg wurde auf die Rentenzeit angerechnet und das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre abgesenkt. Das Ergebnis war eine Verdoppelung der Altersrente im Jahre 1916. Hinzu kamen die vielen Kriegswitwen- und Waisenrenten. Zwischen 1921 und 1923 kam es in Deutschland zur Inflation, die Rentenkasse verlor 90 Prozent vom Wert ihres Geldes. Damit war das Elend wieder zurück, was die Grundlage für den Aufstieg des Nationalsozialismus war.

Dann kamen die Nazis, die sich aus der Sozialkasse großzügig bedienten und das Geld für die Aufrüstung und Kriegsausgaben Deutschlands einsetzten. Das Geld war knapp, Juden und andere Verfolgte flogen aus der sozialen Absicherung, Zwangsarbeiter bekamen natürlich auch nichts.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte das Rentensystem nur einen Unterstützungscharakter, es war kein Lohnersatz, lediglich eine kleine Unterstützung zum Lebensunterhalt. In der DDR gab es nur sehr geringe Renten, viele Rentner mussten schon damals im Alter noch einen Job annehmen, damit sie über die Runden kamen, wie heute also.

Nun kommen wir zu dem Punkt, warum das Rentensystem nicht mehr funktionieren kann. Zwischen 1952 und 1956 hatte das Rentensystem nicht genug Kapital zur Abdeckung der Rentenansprüche. Zwischen 35,7 und 47 Prozent des Bundeshaushalts mussten aus dem Bundeshaushalt in die Rentenkasse hinzugegeben werden, damit ausreichend Kapital für die Rentenzahlungen vorhanden war. Heute werden übrigens von 360 Milliarden Euro Bundeshaushalt über 100 Milliarden Euro in die Rentenkasse transferiert, ist nicht viel anders als früher.

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Sparplan

Dann kam Konrad Adenauer, 1957 stellte er das Rentensystem auf eine Umlagefinanzierung um. Du zahlst also nicht mehr für deine eigene Rente in die Rentenkasse ein, sondern für die aktuellen Rentner, dass nennt sich Generationenvertrag. Durch diesen Finanztrick wurde der Staat erst einmal finanziell entlastet. Der Zuschuss aus dem Bundeshaushalt zur Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellten sank auf 31,8 Prozent, 1956 waren es noch 47 Prozent, der Staat hatte wieder etwas Luft zum atmen. So macht er es heute auch, nennt sich nur anders.

Ende der 1970er, Anfang der 1980er Jahre, gingen dann die Rentenkürzungen los. Die Kohle war mal wieder knapp, ein Eigenanteil der Rentner zur gesetzlichen Krankenversicherung wurde eingeführt sowie das Weihnachts- und Urlaubsgeld wurde mit einberechnet bei der Betragszahlung, der Beitragssatz stieg trotzdem an.

Im Jahre 2001 wurde die Formel zur Rentenpassung verändert, seitdem bleibt die Entwicklung der Renten hinter der Lohnentwicklung zurück. Um es den Bürgern als Lösung aller Probleme zu verkaufen, wurde die Riester-Rente eingeführt. Da der Staat nett ist, gibt er ein paar Euro zum eigenen Beitrag hinzu, von deinen Steuern natürlich. Ist doch beruhigend. Blöd nur, dass die Kosten so hoch und die Verträge intransparent sind. Die Versicherer haben sich damit eine goldene Nase verdient. Über 16 Millionen Menschen haben sich die Riester-Rente aufquatschen lassen, immer mehr kündigen ihre Verträge. Die Riester-Rente ist gescheitert.

Viele Menschen gingen aber schon vor dem 65. Lebensjahr in Rente, oft weil sie beruflich einfach nicht mehr konnten, was die Rentenkassen zusätzlich belastete. Die Geburtenraten nahmen ab und die Menschen hatten auch noch die Frechheit älter zu werden. Also musste sich der Gesetzgeber etwas Neues einfallen lassen, er setzte das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre hoch.

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Millionen Menschen in Deutschland droht in Zukunft die Altersarmut. Der Staat nimmt immer mehr Geld ein, jedes Jahr ein neuer Steuereinnahmerekord. Anstatt das Geld sinnvoll einzusetzen, verbrennt er es für schwachsinnige Projekte und jedes Jahr Milliarden für Berater. Die Steuereinnahmen steigen jedes Jahr, es ist genug Geld vorhanden, es wird nur nicht sinnvoll eingesetzt, dass ist das eigentliche Problem. Es ist egal wen man wählt, sie sind alle so. An dieser Verschwendung wird sich nichts ändern, niemals.

Die Politiker wollen alle wiedergewählt werden, sonst ist Schluss mit dem schönen Leben auf Kosten der Steuerzahler. Also müssen Wahlgeschenke her. Die größte Wählerschicht sind die Rentner, es wird alles verucht, ihre Stimme zu bekommen. Rente mit 63, Mütterrente und die Grundrente sollen diese Wählerstimmen sichern. Da der Staat nicht sparen kann, er weiß gar nicht was das ist und immer mehr Geld ausgibt, muss das Geld irgendwo herkommen. Es wird natürlich vom Bürger kommen, von wem denn auch sonst?

Was wird in den nächsten Jahren passieren? Die Bundesbank hat bereits eine Erhöhung für den Renteneintritt auf 69 Jahre und 4 Monate vorgeschlagen, dass wird garantiert so kommen, vermutlich noch höher. Dank der Pharmaindustrie geht es den Menschen im Alter relativ gut und stehen dann für die Arbeit zur Verfügung. Arbeit ist doch viel besser als im Alter zu verreisen, durch die Welt fliegen und Kreuzfahrten sind eh umweltschädlich.

Der Beitrag für die Rentenversicherung wird steigen, die Steuern natürlich auch. Aber immer in homöopathischen Dosen, damit es nicht gleich zum Volksaufstand kommt. Natürlich wird keiner sagen, dass die Steuern wegen der Rente steigen. Es wird überall ein bisschen erhöht, hier und da eine neue Steuer eingeführt. Muss ja nicht immer eine Steuer sein oder so heißen, paar neue Gebühren bringen auch schon einiges ein. Wir zahlen heute noch eine Schaumweinsteuer, die 1902 zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte eingeführt wurde. Die Flotte befindet sich am Meeresgrund, sie hat sich selbst versenkt.

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Die CO2 Steuer ist der Anfang. Wer glaubt, dass alles was der Staat damit einnimmt, wie angekündigt an die Bürger zurückgeht, der glaubt auch an den Weihnachtsmann. Da wird schon einiges für andere Ausgaben und Wählergeschenke übrigbleiben. Die Finanztransaktionssteuer, die die Grundrente finanzieren soll, ist die nächste. Bisher gibt es sie aber noch nicht, die Grundrente ist bisher gar nicht gegenfinanziert. Der Name klingt toll, Finanztransaktionssteuer. Klingt danach, als wenn endlich die großen Spekulanten zahlen müssen, die uns in die Finanzkrise gestürzt haben. Bullshit! Die sind so gut wie gar nicht betroffen. Die Steuer fällt auf Aktien an und nicht auf komplexe Finanzprodukte. Kleinstanleger, die für ihr Alter mit Aktien vorsorgen, die werden betroffen sein und zahlen müssen.

Es werden die Generationen von der Politik gegeneinander ausgespielt. Niemand will, das es seinen Eltern oder Großeltern schlecht geht, sie haben ihr Leben lang gearbeitet und sollen ihr Rentnerleben gefälligst genießen. Viele genießen es jetzt schon nicht, in Zukunft werden noch mehr Menschen von der Altersarmut betroffen sein. Mittlerweile gehen 1,65 Millionen Menschen regelmäßig zur Tafel.

Jeden jungen Menschen, der am Anfang seines Berufslebens steht, müsste man davor warnen, in die gesetzliche Rentenkasse einzuzahlen und stattdessen dazu raten, von Anfang an für sich selbst vorzusorgen. Jeder, der in das Rentensystem einzahlt, wird immer mehr einzahlen müssen, dass kann sich auch Steuer oder Gebühren nennen, muss nicht unbedingt Rentenbeitrag heißen und wird weniger herausbekommen. Wer Angestellter oder Arbeiter ist, hat leider die Arschkarte gezogen und muss in dieses kranke System einzahlen. Wer nicht selbst für sich vorsorgt und zwar bereits so früh wie möglich, der wird in 50 Jahren, wenn er in Rente geht, nicht viel vom Staat zu erwarten haben.

Politiker haben nicht den Mut, es den Bürgern so deutlich zu sagen, da man sie sonst lynchen würde. Denke an dich selbst, die Politiker denken auch nur an sich. Oder glaubst du, dass die von dir gewählten Volksvertreter für dich Tag und Nacht kämpfen und gar nicht ruhig schlafen können, wenn sie nicht wissen, dass es dir gut geht? Vergiss es, du bist ihnen scheißegal!

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