Französische Technologie AI Aktie des Tages: LightOn SA

Ein sehr innovatives Unternehmen aus Frankreich, dass erst seit dem 26. November 2024 börsennotiert ist, ist LightOn SA (ISIN: FR0013230950 / WKN: A40V1B). Seit Februar 2025 hat der Aktienkurs rund 80 Prozent verloren.
LightOn SA wurde 2016 in Paris gegründet, wo sich auch heute der Hauptsitz des Unternehmens befindet. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter. Es handelt sich um einen französischen Anbieter von generativer KI, der sich auf sichere, unternehmensinterne Lösungen für sensible Daten konzentriert und 2024 als erstes europäisches GenAI-Startup an der Euronext Growth Paris gelistet wurde.
Das Geschäftsmodell von LightOn hat sich seit der Gründung grundlegend gewandelt. Ursprünglich entwickelte das Unternehmen optische Hardware-Komponenten, sogenannte Optical Processing Units (OPU), die KI-Berechnungen mithilfe physikalischer Lichtverarbeitung beschleunigen sollten. Diese Hardware-Phase wurde jedoch nach und nach zugunsten reiner Software-Lösungen aufgegeben. Ab etwa 2020 verlagerte sich der Fokus auf die Entwicklung und den Einsatz großer Sprachmodelle (LLMs). Heute steht die Paradigm-Plattform im Zentrum des Angebots – eine schlüsselfertige, unternehmensspezifische generative KI-Lösung, die vor allem auf Dokumentenverarbeitung, intelligente Suche und automatisierte Workflows ausgelegt ist.

Paradigm ermöglicht es Unternehmen und Behörden, generative KI sicher hinter der eigenen Firewall oder in souveränen Cloud-Umgebungen (EU-gehostet) einzusetzen, ohne sensible Daten an externe US-Cloud-Anbieter weitergeben zu müssen. Der Kern bildet eine leistungsstarke Retrieval-Augmented-Generation-Technologie (RAG), die interne Dokumente – inklusive PDFs, Tabellen, Diagrammen und Bildern – multimodal analysiert, relevante Passagen extrahiert und mit Quellenangaben antwortet. Ergänzt wird dies durch fortschrittliche OCR-Funktionen (wie LightOnOCR-2), Schema-basierte Datenextraktion und agentenbasierte Workflows. Das System ist LLM-agnostisch, unterstützt Open-Source-Modelle und integriert sich in bestehende Unternehmenssysteme wie SharePoint. Der entscheidende Vorteil liegt in der Datensouveränität, strengen Zugriffskontrollen, Auditierbarkeit und Compliance mit europäischen Vorgaben wie der DSGVO und dem AI Act.
Das Umsatzmodell basiert inzwischen primär auf wiederkehrenden Software-Lizenzen für die Paradigm-Plattform. Diese werden als jährlich erneuerbare oder mehrjährige Lizenzen (SaaS-ähnlich) verkauft, oft nutzer- oder nutzungsabhängig. Frühere projektbasierte Dienstleistungen unter der Marke Forge (individuelle Modell-Entwicklung und -Anpassung) werden zurückgefahren, da sie weniger planbare Einnahmen generierten. Ergänzt werden die direkten Lizenzverkäufe durch Partnerschaften, etwa mit Orange Business oder Hewlett Packard Enterprise, über die indirekte Vertriebskanäle erschlossen werden. Ziel ist ein skalierbares, vorhersehbares Umsatzmodell mit hohem Anteil wiederkehrender Einnahmen.
Für die kommenden Jahre setzt LightOn auf eine konsequente Skalierung des SaaS-Modells mit Paradigm. Das Unternehmen erwartet durch verbesserte Verfügbarkeit von GPUs eine Beschleunigung der Kunden-Deployments ab 2026 und will die Akzeptanz souveräner KI-Lösungen in Europa und darüber hinaus nutzen. Geografisch sollen neue Märkte, insbesondere im Nahen Osten mit Unterstützung für arabische Dokumente und Daten, erschlossen werden. Technologisch stehen weitere Innovationen wie verbesserte multimodale Retrieval-Funktionen, erweiterte agentenbasierte Fähigkeiten und nahtlose Integrationen im Fokus, um den Mehrwert für Kunden in regulierten Branchen (Finanzen, Industrie, Verteidigung, öffentlicher Sektor, Gesundheit) zu steigern.
Parallel plant LightOn den Ausbau des Teams, insbesondere in Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Support, um die wachsende Nachfrage bedienen zu können. Die strategischen Partnerschaften sollen weiter ausgebaut und der Anteil indirekter Verkäufe erhöht werden. Das Unternehmen strebt an, bis Ende 2026 die Profitabilität zu erreichen und den Free Cashflow ins Positive zu drehen. Die Nachfrage nach datensouveränen KI-Lösungen in Europa und dem Nahen Osten sowie die Positionierung als europäischer Anbieter mit Fokus auf Produktionsreife und Kosteneffizienz sollen dieses Wachstum tragen.
Insgesamt zielt LightOn darauf ab, von einem forschungsnahen Technologieanbieter zu einem etablierten Player für industrielle, sichere GenAI-Anwendungen zu werden, der durch wiederkehrende Lizenzeinnahmen und ein starkes Partner-Ökosystem skalierbar wächst.
Im Geschäftsjahr 2025 ist der Umsatz gestiegen auf 1,74 Millionen Euro (Vorjahr: 1,129 Millionen Euro) und der Nettoverlust ist gestiegen auf -7,391 Millionen Euro (Vorjahr: -4,813 Millionen Euro).
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