Norwegische Technologie Aktie des Tages: Vow ASA

Norwegen hat viele innovative Unternehmen hervorgebracht. Ein Technologie-Unternehmen, dass so gut wie kein Anleger kennt, ist Vow ASA (ISIN: NO0010708068 / WKN: A111AY). Seit Februar 2021 hatte der Aktienkurs zeitweise rund 98 Prozent verloren, seit April 2025 konnte sich der Aktienkurs mehr als verdreifachen.

Vow ASA hat seine Wurzeln im 1993 gegründeten Unternehmen Scanship, das sich früh auf Abwasser- und Abfallbehandlung für die Kreuzfahrtindustrie spezialisierte. Die börsennotierte Muttergesellschaft entstand 2011 als Scanship Holding ASA, wurde 2014 an der Börse gelistet und 2020 in Vow ASA umbenannt. Der Hauptsitz liegt in Oslo, weitere wichtige Standorte befinden sich unter anderem in Tønsberg. Zum 30. Juni 2026 beschäftigte die Gruppe rund 230 Vollzeitäquivalente.

Das Geschäftsmodell von Vow dreht sich um Technologien, die Abfall und Biomasse in wertvolle Ressourcen und saubere Energie umwandeln und gleichzeitig Emissionen in der Schifffahrt und in der Industrie senken. Im Segment Maritime Solutions liefert die Tochter Scanship Systeme zur Reinigung von Abwasser sowie zur Verarbeitung von Speiseresten, Schlamm und festem Abfall an Kreuzfahrtschiffe. Diese Anlagen werden vor allem für Neubauten an europäischen Werften geliefert und helfen Reedereien, strenge Umweltvorschriften einzuhalten. Ein großer Teil der Umsätze entsteht hier durch Projektlieferungen, deren Konditionen in neueren Verträgen besser an Inflation und aktuelle Kosten angepasst wurden.

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Ergänzend dazu sorgt das Aftersales-Geschäft für wiederkehrende Erlöse. Mit einer wachsenden installierten Basis an Schiffen verkauft Vow Ersatzteile, Chemikalien und Wartungsleistungen und schließt präventive Wartungsverträge ab, die bereits mehr als 70 Schiffe umfassen. Midlife-Upgrades bestehender Anlagen tragen zusätzlich zum Umsatz bei. Das dritte Standbein, Industrial Solutions, umfasst Pyrolyseanlagen der französischen Tochter Etia, mit denen Biomasse, Klärschlamm oder Altreifen in Biokohle, Pyrolyseöl und Energie umgewandelt werden, sowie industrielle Wärmebehandlungsanlagen von C. H. Evensen für Branchen wie Aluminium und Feuerverzinkung. Hinzu kommen Nischenlösungen für Lebensmittelsicherheit.

In den kommenden Jahren will Vow vor allem die starke Position in der Kreuzfahrt nutzen um zu wachsen. Der Auftragsbestand im maritimen Bereich reicht mit Verträgen bis weit in die 2030er Jahre. Neue Aufträge nach Quartalsende und ein weiterhin lebhafter Neubauermarkt bei den Werften sollen das Volumen stützen. Gleichzeitig soll der Anteil älterer Festpreisverträge weiter sinken, während verbesserte Projektabwicklung und Kostendisziplin die Margen erhöhen. Das Aftersales-Geschäft soll mit der wachsenden Flotte strukturell wachsen und als stabiler Cashflow-Beitrag dienen.

Im Industriebereich stehen der Abschluss der beiden großen Circular-Solutions-Projekte in Follum und Rhode Island im Vordergrund. Sobald diese ersten kommerziellen Anlagen zuverlässig laufen, sollen sie als Referenz für weitere Aufträge dienen. Die Wärmbehandlung profitiert von einer Belebung in Aluminium und Verzinkung sowie von Vorstudien in benachbarten Segmenten. Vow setzt insgesamt auf eine asset-leichtere Strategie, Partnerschaften und eine striktere Kapitalallokation, um Profitabilität und Cashflow zu verbessern.

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Vor wenigen Tagen hat Vow über die Tochter Scanship eine exklusive Kooperation mit dem niederländischen Technologie- und Anlagenbauer Danieli Corus bekannt gegeben. Gemeinsam wollen die Partner Lösungen entwickeln, bei denen per Pyrolyse erzeugte Biokohle einen Teil des fossilen Kohlenstoffs in Hochöfen der integrierten Stahlproduktion ersetzen kann. Der Fokus liegt zunächst auf Brasilien und Indien, wo große Stahlproduzenten nach Wegen suchen, ihren CO2-Fußabdruck zu senken. Der Markt für solchen nachhaltigen Kohlenstoff in der Stahlindustrie gilt als enorm. Seit der Meldung ist die Vow-Aktie deutlich gestiegen.

Im zweiten Quartal 2026 ist der Umsatz gestiegen auf 252,9 Millionen NOK (Vorjahreszeitraum: 227,6 Millionen NOK) und der den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Nettogewinn ist gestiegen auf 6,6 Millionen NOK (Vorjahreszeitraum: -62,9 Millionen NOK).

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