Welche Aktien ich nicht kaufen würde

Ich persönlich habe für mich entschieden nur Aktien zu kaufen wo ich mindestens 5 % + X an Dividendenrendite erhalte. Viele Aktien die ich kaufe erzielen bereits im ersten Jahr Dividendenrenditen von 7-8 %, teilweise sogar über 10 %. Dementsprechend fallen Aktien von Amazon, Facebook und Alphabet bei mir raus. Jetzt würdest du sicherlich sagen ist doch blöd, diese Aktien steigen doch sehr stark. Da hast du durchaus Recht, da ich aber die Buy and Hold Strategie verfolge verkaufe ich keine Aktien, ich kaufe sie einmal und lasse sie dann liegen. Mein Gewinn ist sozusagen die Dividende, würde ich die Aktien verkaufen hätte ich natürlich noch den Kursgewinn aber dann auch keine jährliche Dividende mehr. Andere Aktien steigen allerdings auch sehr stark, sie sind nur weniger im öffentlichen Fokus. Der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf, dies gilt auch für Aktien. Je niedriger ich eine Aktie einkaufen kann, desto höher ist meine Dividendenrendite. Den Gewinn aus der Dividende reinvestiere ich dann wieder neue Aktien.

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Allerdings bin ich durchaus bereit einmal eine Ausnahme zu machen, was die Höhe der Dividende angeht. Beispielsweise Aktien von Apple oder Microsoft bekommst du in der Regel nicht mit 5 % Dividendenrendite, da kann man zwar einen relativ günstigen Einstieg finden, wenn der Kurs mal etwas einbricht, dennoch ist die Dividendenrendite von 5 % weit entfernt. Diese Aktien sind reine Zukunftswerte, sodass auch langfristig die Dividendenrendite steigt. Wenn man sich die großen Unternehmen mal genauer anschaut, insbesondere die Ausschüttungen der Dividende vor allem bei den Dividendenaristokraten, dann stellt man fest, dass sich die Dividendenrendite oft innerhalb von sieben Jahren verdoppelt. Wenn ich heute eine Aktie mit 6 % Dividendenrendite kaufe, erhalte ich in sieben Jahren oft schon 12 %, nach 14 Jahren 24 %, dies wird mit der Zeit immer mehr, der Schneeball muss nur erst einmal ins Rollen kommen. Alle diese Gelder investiere ich in neue Aktien.

Ich mache auch gelegentlich mal eine Ausnahme bei etwas kleineren Unternehmen mit sehr hohen Wachstumsraten, die derzeit nur 3 % Dividendenrendite vorzuweisen haben. Hier erhalte ich oft schon innerhalb von ein bis zwei Jahren meine avisierten 5 % Dividendenrendite.

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Nun zu den Branchen wo ich auf keinen Fall Aktien von Unternehmen kaufen würde.

Einzelhandel

Alle erdenklichen Bereiche des Einzelhandels haben erhebliche Probleme, sei es durch die Konkurrenz vor Ort oder aus dem Internet, insbesondere Amazon wächst hier sehr stark.

Der Lebensmittelbereich ist ein sehr gutes Beispiel. Überall wo Aldi und Lidl auf dem Markt sind haben die bisherigen Platzhirsche erhebliche Probleme bekommen, dies sieht man sehr gut in Großbritannien, wo Tesco jetzt sehr stark zu kämpfen hat. Selbst Walmart hat angekündigt sich aus Großbritannien zurückzuziehen. Der größte Einzelhändler der Welt Walmart war beispielsweise auch mal für einige Jahre in Deutschland, der ein oder andere hatte es vielleicht mitbekommen, Walmart hatte allerdings aufgrund der großen Konkurrenz der Discounter sehr schnell wieder die Flucht ergriffen und eine Menge Geld verloren. Die Expansion von Aldi und Lidl weltweit läuft auf Hochtouren. Aldi wird immer stärker in den USA, bis 2022 will Aldi dort 2500 Filialen betreiben. Der Konkurrent Lidl hat seine ersten Filialen bereits an der Ostküste eröffnet und es ist nur eine Frage der Zeit bis Lidl komplett in den USA ausrollt. Da die Märkte wie auch das Sortiment von Aldi und Lidl deutlich kleiner sind können die Filialen auch kosteneffizienter betrieben werden. Dies wird dem Platzhirschen Walmart, Costco und Kroger langfristig erheblich schaden. Auch Amazon ist mittlerweile in das lokale Lebensmittelgeschäft eingestiegen.

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Während in Deutschland das Drogeriegeschäft von Rossmann, dm und Müller sehr erfolgreich läuft haben deren amerikanischen Pendants Walgreens und CVS Health es deutlich schwerer. Im Gegensatz zu den deutschen Unternehmen erzielen Walgreens und CVS Health einen Großteil des Umsatzes mit Medikamenten. Der Medikamentenmarkt in den USA ist sehr hart umkämpft hinzukommt der Einstieg von Amazon in dieser Branche. Die Diskussion über hohe Medikamentenpreise in den USA bricht nicht ab. Bürger die in der Nähe der Grenze zu Kanada wohnen fahren oft über die Grenze und kaufen dort bei denselben Handelsketten wie in den USA, eben nur in Kanada, ihre Medikamente. Teilweise besteht ein Kostenunterschied von bis zu 85 % für dasselbe Medikament aus derselben Handelskette, nur eben in Kanada gekauft und nicht in den USA.

Alle anderen Bereiche des Einzelhandels wie Bekleidung, Badeinrichter, Schuhläden und was es da sonst noch alles gibt haben es sehr schwer und mussten schon viele Filialen schließen, selbst die Luxusgüterhersteller. Das bekannteste Beispiel in letzter Zeit war die Pleite des Spielzeughändlers Toys “R” Us. Es ist sehr teuer Filialen zu unterhalten, die Personalkosten sind sehr hoch wie auch die Mieten.

Zwei Einzelhandelsunternehmen scheinen allerdings dennoch sehr interessant und sehr gut aufgestellt zu sein, zum einen Ross Stores und The Home Depot. Ross Stores verkauft sehr erfolgreich Bekleidung für den kleinen Geldbeutel, die Umsätze und Gewinne steigen seit Jahren. The Home Depot ist die größte Baumarktkette in den USA, sie teilt sich den Markt mit ihrem Konkurrenten Lowe’s, alle anderen Wettbewerber spielen keine große Rolle. Daher kann man die Baumarktbranche in den USA auch nicht mit Deutschland vergleichen. Die Baumarktketten in Deutschland haben es aufgrund des hohen Preisdrucks und der vielen Konkurrenz sehr schwer, dies ist in den USA nicht ganz so stark ausgeprägt, dennoch haben natürlich die US Baumarktketten mit der Konkurrenz aus dem Internet auch zu kämpfen. Viele Produkte, die man den Baumärkten kaufen kann wird man allerdings auch in Zukunft dort kaufen und nicht im Internet. Ich kann mir kaum vorstellen, dass man einen Sack Zement oder Blumen (mit einigen Ausnahmen) im Internet bestellt und dann einer Amazon-Drohne mit einem 25 Kilo Zementsack angeflogen kommt. In den Bereichen wo dies passieren kann, wird bereits seitens der Baumärkte an eigenen Onlineshops und Internet-Vertriebskanälen gearbeitet um dem entgegenzusteuern.

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Onlinehandel

Ich würde mich auch nicht an Unternehmen aus dem Onlinehandel beteiligen, einzige Ausnahme wäre Amazon, da Amazon aber keine Dividende ausschüttet, kaufe ich mir diese Aktie nicht. An Amazon wird wohl keiner vorbeikommen im Onlinehandel. Internethändler müssen ihre Kunden irgendwie in ihren Webshop bekommen und dies funktioniert nur über sehr hohe Werbekosten hinzukommen die sehr hohen Rücksendequoten und die daraus entstehenden Kosten. Am Ende entscheidet der Preis. Wer der günstigste Anbieter ist, bekommt den Kunden. Daher haben viele Onlinehändler erhebliche Probleme Gewinn zu erwirtschaften.

Stahl

Die Stahlindustrie hat seit Jahrzehnten schon zu kämpfen. Durch die ganzen Billig-Importe aus Asien mussten viele Stahlwerke schließen. Für die US Stahlunternehmen war 2018 das erfolgreichste Geschäftsjahr seit Jahren, bedingt durch die US-Einfuhrzölle auf Stahl. Eigentlich ist die westliche Stahlindustrie so gut wie tot. Wie lange diese Goldgräberstimmung der US-Stahlindustrie jetzt noch anhält, kann ich nicht abschätzen, da allerdings ein Vielfaches an Jobs in der stahlverarbeitenden Industrie dranhängt und diese jetzt durch die hohen Zölle erheblich leidet könnte es dort langfristig zu einem starken Jobabbau kommen. Und wenn dort mehr Jobs wegfallen als in der Stahlindustrie, selbst dann wird es sicherlich auch zu einem Umdenken kommen. Daher würde ich jetzt keine Wetten auf die US-Stahlindustrie abschließen.

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Banken

Während es bei den amerikanischen Banken in der Kasse permanent nur noch klingelt können deutsche und europäische Geldhäuser davon nur träumen. Aufgrund der gut laufenden Konjunktur und der amerikanischen Steuerreform verdienen amerikanische Großbanken wie J.P. Morgan, Wells Fargo oder Citigroup Milliarden, wohingegen deutsche Banken wie die Commerzbank oder die Deutsche Bank erheblich zu kämpfen haben. Hinzu kommt, dass bei der Deutschen Bank ein Skandal den nächsten jagt. Die Milliarden an Strafzahlungen, welche die Deutsche Bank in den letzten Jahren zahlen musste, hätte man auch anderweitig viel besser gewinnbringend einsetzen können. Dennoch befürchten die US Banken konjunkturelle sowie auch inflationäre Probleme. Daher würde ich aus Prinzip schon keine Aktien von europäischen Banken kaufen, aber auch bei amerikanischen Banken besteht die Gefahr, dass wenn der Crash kommt und der wird kommen, es die Banken wieder Milliarden kosten wird. Es ist sehr verlockend, dass die Banken Milliarden verdienen dennoch kann damit auch sehr schnell Schluss sein. Wer Interesse an amerikanischen Banken Aktien hat. sollte einmal einen Blick auf die kleineren Bankenwerte werfen. Viele dieser kleineren Banken sind nur regional tätig, sei es in ihrem Bundesstaat oder in mehreren, rund ein Dutzend von denen zählen sogar zu den Dividendenaristokraten und erhöhen Jahr für Jahr ihre Dividende, selbst in der Finanzkrise 2008/2009 oder in der vorherigen Krise in der New Economy. Welche das sind, findest du in meiner Liste mit den Dividendenaristokraten:

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Vermögensverwaltung

In Aktien von Vermögensverwaltern würde ich auch nicht mehr investieren. Während Vermögensverwalter wie Blackrock oder Fondsgesellschaften wie Franklin Resources in der Vergangenheit sehr gute Geschäfte gemacht haben leiden diese jetzt immer mehr unter dem Preisdruck in der Branche. Viele Kunden die früher zu Fonds gegriffen haben kaufen sich heute lieber kostengünstige ETFs. Blackrock ist mit iShares sehr gut aufgestellt, deren Wettbewerber wie Vanguard oder Fidelity aber auch. In den USA gibt es bereits ETFs für 0,01 % Gebühren, in Deutschland sind die Gebühren noch deutlich höher, dies wird sich in Zukunft mit Sicherheit aber ändern. Der Preisdruck nimmt weiter zu.

Maschinenbau

Die Maschinenbaubranche hat ebenfalls in den letzten Jahren sehr stark gelitten, viele Unternehmen sind pleite gegangen oder wurden von chinesischen Investoren aufgekauft. Die Branche ist sehr konjunkturabhängig, daher mache ich hier auch einen großen Bogen herum.

Biotechnologie

Der Biotechnologiebereich unterliegt sehr starken Schwankungen an der Börse, die meisten der Unternehmen verdienen kein Geld stecken aber Milliarden in die Forschung. Dennoch sind ihre Unternehmen mit Milliarden bewertet und schütten keine Dividende aus. Für mich als Investor macht es daher keinen Sinn in diese Unternehmen zu investieren.

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Automobilindustrie

Die Automobilindustrie steckt derzeit sehr stark in der Transformation und ist auf dem Weg vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antriebsmethoden. Viele Bauteile, die man in einem Auto mit herkömmlichen Antrieb benötigte, sind beim Elektroauto überflüssig. Dementsprechend haben viele Automobilzulieferer aktuell schon aber auch in Zukunft erhebliche Probleme. Ich würde mir durchaus Aktien von Automobilherstellern kaufen, Aktien von Automobilzulieferern aber auf gar keinen Fall. Die Transformation kostet der Automobilindustrie Milliarden und der Kostendruck wird mit Sicherheit, wie bereits jetzt schon, in Zukunft noch mehr an deren Zulieferbetriebe weitergegeben. Eine Vielzahl von kleineren Automobilzulieferern musste bereits schließen.

Rohstoffe

Des Weiteren mache ich einen großen Bogen um Unternehmen aus dem Rohstoffbereich, egal welche Rohstoffe, ob Uran, Gold, Silber oder was auch immer. Zum einen kommt es oft vor das beim Abbau solcher Materialien die Umwelt verschmutzt wird und erhebliche Strafzahlungen auf die Unternehmen zukommen und auf der anderen Seite sind die Preise oft von der Börse abhängig. Dementsprechend kaufe ich auch keine Aktien von irgendwelchen neu gegründeten Gold oder Silberminen die meistens eh kein Gold finden und dann pleitegehen.

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2 Kommentare
    • IMHAMSTERRAD

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