Finnische Maschinenbau Aktie des Tages: Wärtsilä Oyj

Finnland ist bekannt für seine vielen innovativen Unternehmen, eines von ihnen ist Wärtsilä Oyj (ISIN: FI0009003727 / WKN: 881050). Seit September 2022 hat sich der Aktienkurs fast versechsfacht, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 35 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 1,46 Prozent.

Wärtsilä mit Sitz in Helsinki, Finnland, gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Technologien und Dienstleistungen für die maritime Wirtschaft und die Energieerzeugung. Das Unternehmen entstand 1834 aus einer Sägemühle im gleichnamigen finnischen Ort und beschäftigt heute 18.300 Mitarbeiter, die an 230 Standorten in 77 Ländern tätig sind.

Das Geschäftsmodell konzentriert sich darauf, die Dekarbonisierung in Schifffahrt und Energiewirtschaft voranzutreiben – und zwar so, dass die Kunden Emissionen deutlich senken können, ohne ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Angesichts eines sich bis 2050 voraussichtlich verdoppelnden Strombedarfs und der Tatsache, dass über 80 Prozent des globalen Warenverkehrs über See abgewickelt werden, liefert Wärtsilä Lösungen, die genau auf diese Realitäten abgestimmt sind. Das Unternehmen geht davon aus, dass fossile Brennstoffe noch über Jahrzehnte eine Übergangsrolle spielen werden. Deshalb setzt es auf Technologien, die maximale Flexibilität bieten und bestehende Anlagen schrittweise emissionsärmer machen.

Im maritimen Sektor stellt Wärtsilä Antriebsmotoren und komplette Antriebssysteme her. Rund ein Drittel der weltweiten Handels- und Großschiffe – etwa 110.000 Einheiten – ist bereits mit Komponenten oder Systemen von Wärtsilä ausgestattet. Die Motoren sind so konzipiert, dass sie mit konventionellen Kraftstoffen ebenso laufen wie mit nachhaltigen Alternativen: Methanol, Ammoniak, Wasserstoff, Bio-Methan oder synthetischen Dieselvarianten. Ergänzt wird das Angebot durch Abgasnachbehandlung, Kohlenstoffabscheidung, Hybrid- und Batteriesysteme sowie energieoptimierende Technologien. Die Dekarbonisierung der Schifffahrt verläuft entlang dreier Hauptachsen: weniger Kraftstoff verbrauchen durch höhere Effizienz, Emissionen nach der Verbrennung reinigen und langfristig auf alternative, nachhaltige Energieträger umstellen. Nur der letzte Weg ermöglicht eine annähernd vollständige Treibhausgasneutralität.

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Im Energiesektor errichtet und betreibt Wärtsilä flexible Kraftwerke, die in 180 Ländern zur Stromversorgung beitragen. Mit dem wachsenden Anteil volatiler erneuerbarer Energien gewinnt die Fähigkeit, kurzfristig Leistung bereitzustellen oder zu drosseln, enorm an Bedeutung. Die Motoren des Unternehmens starten schnell, passen sich Lastschwankungen an und können unterschiedliche Brennstoffe nutzen. Dadurch stabilisieren sie Netze, die zunehmend von Wind- und Solaranlagen geprägt sind, und schützen gleichzeitig vor Preisschwankungen am Strommarkt.

Ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells ist das umfassende Servicegeschäft. Wärtsilä verfügt über das dichteste Servicenetz in beiden Branchen und begleitet Anlagen über deren gesamten Lebenszyklus. Viele Kunden schließen langfristige Leistungs- oder Wartungsverträge ab; die meisten dieser Verträge werden nach Ablauf verlängert. In rund um die Uhr besetzten Kompetenzzentren lösen Spezialisten über 90 Prozent der eingehenden Supportfälle remote – oft bevor ein Problem überhaupt auffällt. Diese präventive und datenbasierte Betreuung minimiert Stillstände und maximiert die Verfügbarkeit der investierten Anlagen.

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Technologische Weiterentwicklung bleibt der Kern des Unternehmens. Wärtsilä investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung, hält über 2.500 Patente – fast die Hälfte davon im Bereich emissionsmindernder Technologien – und hat in den letzten Jahren mehrere Weltneuheiten bei alternativen Kraftstoffen realisiert. Dazu zählen die ersten kommerziellen Umrüstungen auf Ammoniak, Methanol-Motoren sowie Konzepte für reinen Wasserstoffbetrieb. Das Unternehmen arbeitet eng mit Reedereien, Energieversorgern, Klassifikationsgesellschaften und Forschungseinrichtungen zusammen, um realistische, wirtschaftlich tragfähige Übergangspfade zu schaffen.

Die weltweite Präsenz ermöglicht es Wärtsilä, regional unterschiedliche Anforderungen schnell zu adressieren. Gleichzeitig wächst die Vernetzung der Anlagen; die daraus gewonnenen Daten dienen der fortlaufenden Optimierung von Effizienz und Betriebskosten. So verbindet das Unternehmen Umweltziele mit betriebswirtschaftlicher Vernunft und positioniert sich als verlässlicher Partner für den notwendigen Strukturwandel in zwei der emissionsintensivsten Industrien weltweit.

Im Gesamtjahr 2025 ist der Umsatz gestiegen auf 6,914 Milliarden Euro (Vorjahr: 6,449 Milliarden Euro) und das den Anteilseigner der Muttergesellschaft zurechenbare Nettoergebnis ist gestiegen auf 626 Millionen Euro (Vorjahr: 503 Millionen Euro).

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