Norwegische Energie Aktie des Tages: Scatec ASA

Der norwegische Aktienmarkt hat viele interessante Unternehmen zu bieten, wie Scatec ASA (ISIN: NO0010715139 / WKN: A12C5D). Seit Oktober 2023 hat der Aktienkurs rund 120 Prozent zugelegt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 300.
Scatec ASA wurde im Jahr 2007 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Oslo, Norwegen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 740 Vollzeitmitarbeiter. Das Geschäftsmodell basiert auf einem integrierten Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette erneuerbarer Energien abdeckt.
Das Unternehmen entwickelt, finanziert, baut, besitzt und betreibt große Anlagen zur Stromerzeugung aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sowie Batteriespeichersysteme und hybride Lösungen in wachstumsstarken Schwellenmärkten. Der Strom wird in der Regel über langfristige Stromabnahmeverträge an Abnehmer verkauft, was stabile und planbare Cashflows sichert. Durch die Kontrolle über alle Phasen eines Projekts – von der Standortentwicklung und Genehmigungen über die Strukturierung und Finanzierung bis hin zur Konstruktion und dem anschließenden Betrieb – kann Scatec Risiken finanziell und operativ minimieren.

Ein zentrales Element ist die Rolle als schlüsselfertiger Anbieter von Engineering-, Beschaffungs- und Bauleistungen. Nach der Inbetriebnahme übernimmt Scatec den Betrieb und die Instandhaltung der Anlagen und erhält laufende Erträge. Das Portfolio wird zudem durch Refinanzierungen und gelegentliche Vermögensrotationen optimiert, um Kapital für neue Projekte freizusetzen. Der Fokus liegt auf Märkten mit hohem Energiebedarf und steigender Bedeutung von Versorgungssicherheit, wo erneuerbare Energien sowohl kostengünstig als auch schnell umsetzbar sind.
Das Unternehmen plant, die erneuerbare Erzeugungskapazität in den nächsten Jahren um mehr als sieben Gigawatt auszubauen und so das Near-Term-Portfolio auf über zwölf Gigawatt zu steigern. Gleichzeitig soll die Batteriespeicherkapazität stark erweitert werden, um die führende Position in diesem Bereich weiter auszubauen. Ein Beispiel für die aktuelle Dynamik ist die Aufnahme von neunhundert Megawatt Windkraft in Ägypten in den Auftragsbestand. Die hohe Bautätigkeit mit zahlreichen Projekten in Ländern wie Ägypten, Südafrika, den Philippinen, Brasilien und anderen Ländern wird fortgesetzt, wobei neue Anlagen schrittweise in Betrieb genommen und zusätzliche Projekte gestartet werden. In Südafrika nutzt Scatec zudem die Deregulierung des Strommarktes über Partnerschaften, um flexible Stromverkaufsmodelle an industrielle Abnehmer zu etablieren.
Der Umsatz lag im ersten Quartal 2026 bei 925 Millionen NOK (Vorjahreszeitraum: 937 Millionen NOK) und der den Eigenkapitalgebern des Unternehmens zurechenbare Nettoverlust ist gestiegen auf -160 Millionen NOK (Vorjahreszeitraum: 762 Millionen NOK).
Im ersten Quartal 2026 sind die Umsätze und das Ergebnis von Scatec ASA vor allem deshalb gesunken, weil das Vergleichsquartal Q1 2025 durch einmalige Sondereffekte aus Vermögensverkäufen stark positiv verzerrt war. Der größte Treiber war der Wegfall eines Nettoverkaufsgewinns aus Asset-Verkäufen in Höhe von 426 Millionen NOK, der in Q1 2025 noch in den Erlösen und dem Ergebnis enthalten war. Zudem entfielen die laufenden Beiträge der mittlerweile veräußerten Anlagen in Uganda und Vietnam, was die Power-Production-Erlöse und -Ergebnisse belastete.
Nach Bereinigung um diese Desinvestitionen und Einmaleffekte lag die Stromproduktion zwar höher, doch die Erlöse aus der Power Production sanken dennoch. Neue Anlagen (unter anderem Mmadinare, Grootfontein, Sidi Bouzid, Tozeur und Obelisk) steuerten zusätzliche Volumina und Erlöse bei, diese wurden jedoch durch Rückgänge in der Ukraine, einen negativen Vietnam-Earn-out, schwächere Beiträge aus den Philippinen sowie negative Wechselkurseffekte und sonstige Faktoren mehr als ausgeglichen.
Die Construction-Aktivitäten lieferten zwar ein positives EBITDA von 100 Millionen NOK mit einer Bruttomarge von 22 Prozent inklusive Kontingenzfreisetzung, konnten den Rückgang aus dem Power-Production-Segment und den fehlenden Vorjahresgewinnen jedoch nicht kompensieren.
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