Aktienmarkt Prognose 2020 – Wo geht die Reise hin? Meine Einschätzung zur Börsensituation!

Eine Vorhersage über den Aktienmarkt 2020 ist nicht leicht. Von Analysten gibt es alle möglichen Einschätzungen und Meinungen, in alle Richtungen. Aktuell ist es an der Börse wieder etwas unruhiger geworden.

Momentan geht der Markt wohl in die Richtung, über die ich schon vor einigen Wochen im Blog geschrieben hatte. Nach dem Tief Ende März kam eine Erholungsphase, ein Teil der Verluste wurde wieder gutgemacht.

Werbung

Seit einigen Tagen geht es erneut langsam nach unten. Dies ist kaum verwunderlich. Die Geschäftszahlen vom ersten Quartal sind bei den meisten Unternehmen jetzt bekannt und wenig überraschend, sie sind schlecht ausgefallen.

Dies ist aber nur ein Vorgeschmack auf die Zahlen vom zweiten Quartal, welche mit Sicherheit noch deutlich schlechter ausfallen werden. Hinzu kommt der Ölpreis. Wir nähern uns jetzt dem Punkt, wo die Lagerkapazitäten richtig knapp werden. Die Gefahr von negativen Ölpreisen in diesem Monat besteht weiterhin.

Bisher wurde das teilweise Hochfahren der Produktion, wie beispielsweise bei Volkswagen, als positives Signal gewertet. Jetzt wird wieder heruntergefahren, weil es keine Käufer gibt, was logisch ist, wenn laufend von Kaufprämien für Autos gesprochen wird. Wer ist so dumm und kauft jetzt ein Auto, wenn er demnächst Prämien bekommen kann? Abgesehen davon, wird so eine Nachfrage nur vorgezogen. In der Zeit danach nimmt die Nachfrage dann ab. Das Nachfrageproblem besteht in vielen Branchen.

Viele Menschen werden sich genau überlegen, ob sie sich eine größere Anschaffung noch leisten können. In Deutschland haben wir über 10 Millionen Menschen in Kurzarbeit, in den USA innerhalb von 6 Wochen über 33 Millionen Arbeitslose. Heute gibt es die neuen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Da kommen sicherlich noch einige Millionen Arbeitslose hinzu.

Werbung

Selbst so banale Dinge wie Restaurantbesuche werden heruntergefahren. Zum einen aus Kostengründen, aber auch schon wegen den gesundheitlichen Gefahren. Viele Gastronomen können dies kaum wirtschaftlich überstehen. Mit nur der Hälfte der Sitzplätze aufgrund der Coronavorschriften sind diese Restaurants finanziell kaum tragbar. Weitere Kredite werden die Probleme nicht lösen.

Die Börsen schauen ja bekanntlich auf die USA. Selbst wenn die USA wieder ihre komplette Wirtschaft hochgefahren haben und alle Geschäfte geöffnet sind, die ersten sind mittlerweile offen, dann heißt dies noch lange nicht, dass dann alles gut ist. Wir sind in der Rezession.

Diverse Unternehmen werden an dieser Krise pleitegehen. Schon vor der Krise waren viele angeschlagen. Die Krise hat ihnen jetzt den Rest gegeben. Dies wird auch auf die Banken durchschlagen. Deren Rückstellungen werden kaum ausreichen. Die Banken sind finanziell deutlich besser aufgestellt als vor der Finanzkrise, dennoch kann es immer noch zu einer Finanzkrise mit anschließender Bankenrettung werden.

In Singapur und Hongkong beginnt gerade die zweite Coronawelle, China kann dies noch bevorstehen. Jetzt sollen 11 Millionen Menschen in Wuhan erneut getestet werden.

Die Zuversicht der Investoren scheint nachzulassen und in Pessimismus umzuschlagen, sie werden ängstlicher. Börsianer mögen keine unkalkulierbaren Risiken. Daher glaube ich, dass die Aktienkurse erst einmal weiter fallen werden.

Allerdings glaube ich auch, dass gegen Ende des Jahres es mit vielen Aktienkursen wieder langsam aufwärtsgehen wird. Einige Aktien laufen jetzt in der Krise besser als vor der Krise, sie haben neue Höchststände erreicht.

Hingegen mit Tourismus, von Eventveranstalter, über Airlines bis hin zu Kreuzfahrten, wird es dieses Jahr noch länger abwärts gehen. Auch wenn andere Aktien schon längst wieder steigen, wird diese Branche weiter fallen. Gleiches wird für viele Industrieunternehmen gelten.

Daher sollte man sehr differenziert an Aktienkäufe herangehen und prüfen, wann welche Aktie wieder steigen könnte. Den perfekten Zeitpunkt wird man nicht erwischen.



Füge einen Kommentar hinzu:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.