Chili-con-Carne-Index: Inflation steigt um 7,5 Prozent

Normalerweise wird der Verbraucherpreisindex anhand eines Warenkorbs monatlich aus mehr als 300.000 Artikeln berechnet. In dieser Berechnung ist alles mögliche enthalten, Nahrungsmittel, Tabakwaren, Wohnen, Verkehr, Gesundheit, Bekleidung und vieles mehr.

Vor allem Menschen mit geringen Einkommen nutzen einige der im Warenkorb enthaltenen Produktgruppen nicht, weil sie einfach das Geld dafür nicht haben. So besitzen sie beispielsweise kein Auto, können somit auch nicht vom niedrigen Kraftstoffpreis profitieren.

Dies kann das Bild allerdings ziemlich verzerren. So scheint die Inflation niedriger, als sie für viele Menschen eigentlich ist. Die Inflationsrate stagniert zwar, dennoch haben die Menschen mit geringen Einkommen weniger Kaufkraft zur Verfügung, da die Lebensmittelpreise aufgrund der Coronakrise gestiegen sind.

Wirtschaftswissenschaftler der Universität Hohenheim haben daher den Chili-con-Carne-Index entwickelt. Der Index enthält alle Produkte, aus denen ein Chili-con-Carne-Gericht besteht. Insgesamt wurden ca. 70 mögliche Zutaten für dieses Gericht als Berechnungsgrundlage herangezogen.

Die Wirtschaftswissenschaftler beobachten die Preisentwicklung der Online-Angebote großer europäischer Supermarktketten.

Von Anfang Februar bis Ende Mai 2020 sind die Zutaten für Chili-con-Carne um 7,5 teurer geworden. Ins besonders das Gemüse hat das Gericht verteuert. So ist Paprika um rund 15 Prozent gestiegen, Mais um 14 Prozent und Tomaten um rund 13 Prozent. Der Preis für Hackfleisch ist nur leicht gestiegen.

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Die Preissteigerungsraten für Haushalte mit niedrigem Einkommen sind deutlich stärker als bei Haushalten mit einem höheren Einkommen. Vor allem Menschen, die auf das Amt angewiesen sind, Senioren mit einer niedrigen Rente oder Studenten, treffen die hohen Obst- und Gemüsepreise sehr hart.

Durch den Chili-con-Carne-Index soll die Inflation für den Otto-Normalverbraucher sichtbar gemacht werden.



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