Diese Aktien würde ich alle nicht kaufen

Wahrscheinlich wäre es einfacher hier aufzulisten, aus welchen Bereichen ich Aktien kaufen würde, da diese Liste deutlich kürzer wäre. Ich möchte dir aber gerne erklären, warum ich um viele Branchen einen großen Bogen mache. Wie bereits gesagt, kaufe ich nur Aktien, früher hatte ich auch Fonds, Zertifikate und Optionsscheine, dies ist aber schon mehr als 15 Jahre her. Man lernt ja dazu.

ETFs kaufe ich auch keine, habe ich auch noch nie. Fangen wir damit an, warum ich keine ETFs kaufe. Angenommen man kauft einen ETF auf den DAX, dann besteht dieser aus 30 Unternehmen. Von diesen 30 Unternehmen sind rund 20 überbewertet, zwei Unternehmen machen sogar Verlust. Die Aktie der Deutschen Bank ist seit Jahren im Sinkflug, die Continental Aktie fällt ebenfalls seit längerem. Ich würde also einerseits zu viel bezahlen und auf der anderen Seite mir quasi Aktien reinholen, welche die Performance belasten.

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Da wir schon bei Continental sind, alles was mit der Automobilindustrie zu tun hat, weder Automobilhersteller, noch die Automobilzulieferer, letztere gehen immer häufiger pleite und stehen deutlich unter Preisdruck. Dies wirkt sich beispielsweise auch auf die Chemieindustrie aus. Rund 20 Prozent des Umsatzes von BASF wird im Automobilbereich gemacht. Generell hat die Chemiebranche es derzeit schwer und steht unter Druck.

Aktien von Industrieunternehmen wie Siemens oder General Electric kaufe ich ebenfalls nicht, inklusive alle Arten von Maschinenbauern. Die Industrie war schon immer im Wandel, der Druck aus China nimmt immer mehr zu. Früher hat China nur Krimskrams hergestellt, heute ist das anders. China ist in den meisten Bereichen mindestens gleichauf oder sogar schon führend. Dies erhöht den Druck auf die westlichen Hersteller. Chinesische Aktien kaufe ich ebenfalls nicht, viel zu undurchsichtig.

Erneuerbare Energien sind zwar absolut in Mode, ins Depot kommen sie mir aber nicht. Früher hatte ich Solar-Aktien, haben mir auch guten Gewinn gebracht, wie auch die Vermittlung von Bauflächen zur Installation von Solarmodulen, als Teil meiner Immobilienmaklertätigkeit. Auch hier hat China den Markt aufgemischt und ist technisch bei Solarmodulen und Windkraftanlagen vorne mit dabei. Wasserkraft wird nur gehyped, Blockheizkraftwerke und was es sonst noch so alles gibt, ist auch schwierig. Die Entwicklungskosten sind hoch und sobald es serienreif ist, kommen andere und bauen es günstiger nach.

Biotechnologie-Unternehmen sind zwar die Zukunft, viele werden sie vermutlich aber nicht mehr erleben und vorher pleitegehen. Sie machen meist keinen Gewinn, Dividende zahlen sie in der Regel auch keine, die Forschungskosten sind hoch. Die Aktienkurse werden nur durch Fantasie hochgetrieben, es fehlt an Substanz.

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Alles was mit Technik zu tun hat, kommt mir ebenfalls nicht ins Depot. Vieles wird in Asien deutlich günstiger produziert, selbst wenn ein Unternehmen ein tolles Produkt auf den Markt bringt, wird innerhalb kurzer Zeit der Markt mit ähnlichen Billigprodukten überflutet, siehe Fitbit. Technikunternehmen benötigen ständig neue Innovationen, kommen die nicht, gehts abwärts. Die Entwicklung ist teuer.

Halbleiter-Unternehmen waren einmal sehr interessant, deren Umsätze sind allerdings sehr volatil. Sie sind meist von einem oder sehr wenigen Kunden abhängig. Bestellt einer nichts mehr, weil er seine Chips woanders billiger bekommt, macht das Unternehmen mit einmal einen riesigen Verlust. Einige große Unternehmen produzieren mittlerweile immer mehr selbst oder wenn sie woanders bestellen, dann drücken sie die Preise bei den Zulieferern.

Einzelhandel wird ebenfalls immer mehr vom Onlinehandel abgelöst, große Handelsketten gehen pleite. Die Mieten und Personalkosten sind hoch, der Onlinehandel ist deutlich günstiger. Dementsprechend sind auch die Eigentümer von Einkaufscentern betroffen, wenn Ankermieter ausfallen.

Auch wenn der Onlinehandel wächst, verdienen die Unternehmen meistens kein Geld. Sie haben große Werbeausgaben, sei es bei Suchmaschinen oder im Fernsehen. Dazu die niedrigen Preise und Retouren, das funktioniert meist nicht. Alle Vermittler betrifft dies ebenfalls, egal ob Fahrdienstvermittler oder Reisen. Guck dir Uber, die Aktie macht keine Freude. Hohe Werbeausgaben und andere Kosten fressen den Gewinn auf.

Fluggesellschaften zählen ebenfalls nicht zu meinen Lieblingen, permanent nur Streiks, wenn nicht bei der Airline selbst dann an anderen Stellen, sodass Flüge ausfallen, dazu Probleme mit Boeing. Haufenweise Schadensersatzzahlungen an Fluggäste wegen Verspätungen.

Banken-Aktien steigen zwar, aber der nächste Knall kommt bald. Es ist bereits wieder eine Blase bei den Krediten entstanden, in den USA werden diese wie wild vergeben, jeder dritte Autokredit ist bei der Vergabe schon Ausfall gefährdet. Wenn das in dem Bereich so läuft, ist dies bei den anderen Verbraucherkrediten und Häusern nicht anders. Die Immobilienpreise in Teilen der USA und Kanada sinken bereits seit zwei Jahren. Die Welt richtet sich nach den USA, wenn es dort knallt, bricht alles zusammen. Es könnten wieder Banken pleitegehen.

Lebensversicherer leiden ebenfalls unter dem Zinstief. Pensionskassen haben bereits Probleme ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen, dementsprechend wird sich dies auch auf einige Lebensversicherer vermutlich langfristig ausweiten, daher lieber Sachversicherer. Reine Sachversicherer wird man allerdings kaum finden.

Rohstoffe sind sehr volatil, die Kurse schwanken, somit auch die Gewinne der Unternehmen. Hinzu kommen politische Einflüsse. Die Stahlindustrie hat es ebenfalls seit Jahrzehnten schwer, da hilft auch nicht Donald Trumps Abschottung des US-Marktes. Die Gewinne der US-Stahlproduzenten werden nur kurzfristig sein, langfristig wird dies nicht gutgehen.

Was die Versorger weltweit angeht, bin ich kein Fan von Stromunternehmen, viele von denen arbeiten mit Atomenergie, da kann einiges schiefgehen und die Kosten der Endlagerung sind ein Problem. Ich mag Wasser- und Gasversorger sowie Fernwärme.

Auch lasse ich die Finger von gehypten Aktien, über die einige Finanzwebseiten täglich, manchmal sogar mehrmals täglich, berichten. Daher kaufe ich weder Cannabis Aktien noch Aktien von vegetarischen Burger-Herstellern. Diese Blasen sind schon geplatzt.

Damit mein Steuerbüro sich nicht mit der Rückerstattung von Quellensteuer aus dem Ausland beschäftigen muss, lasse ich diese Länder außen vor, wo Rückerstattungsanträge gestellt werden müssen. Ich habe keine Lust zwei bis vier Jahre auf mein Geld aus Italien zu warten und es dann noch unverzinst zu erhalten. Die Kosten für den Aufwand würden in keiner Relation stehen.

Als Broker habe ich LYNX*, weil der keine Abgeltungssteuer einbehält, somit kann ich mit dem Geld erst einmal weiter arbeiten. Ich muss dies dann in meiner privaten Steuererklärung angeben und dann bezahlen, später aber. Macht schon Sinn, wenn man einige Tausend an Dividenden erhält. Deshalb zahle ich lieber etwas mehr für meine Order, zumal ich im Gegensatz zu den Billigbrokern nicht nur einen Börsenplatz zur Verfügung habe, was bei wenig gehandelten Aktien ein Problem darstellt.

Wie du ja sicherlich weißt, kaufe ich fast ausschließlich Aktien mit Dividendenrenditen ab fünf Prozent, gelegentlich mache ich einmal eine Ausnahme, aber eher selten. Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen haben gewöhnlich auch ein niedriges KGV. Natürlich muss der Aktienkurs steigen. Lass dich nicht von einer hohen Dividendenrendite täuschen. Bei viele Unternehmen ist der Aktienkurs seit Jahren im Sinkflug, wie auch der Umsatz und (nicht vorhandene) Gewinn. Der Umsatz und Gewinn sollte steigen, sonst Finger weg.


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