Gazprom-Aktie für Dividendenjäger – 5 Prozent Dividendenrendite für das laufende Geschäftsjahr

Die Gazprom-Aktie kann jetzt für langfristige Dividendenjäger interessant sein. War sie eigentlich schon immer, nur haben einige Angst vor russischen Aktien. Dieses Jahr lag die Dividendenrendite für das Geschäftsjahr 2019 noch bei rund 7,8 Prozent, 15,24 Rubel je Aktie. Nach Analystenschätzungen wird die Dividende für das aktuelle Geschäftsjahr magerer ausfällen. Die Dividendenrendite wird wohl um die 5 Prozent oder leicht darunter liegen.

Dies ist wenig überraschend. Gazprom ist ein Rohstoffkonzern und die Erdöl- wie auch Gaspreise sind in der Coronakrise eingebrochen. Gazprom besitzt 16 Prozent der weltweiten Gasvorräte. In Russland besitzt Gazprom 71 Prozent der Gasvorräte. Zum Konzern gehört das weltweit größte Gastransportsystem mit einer Länge von 175.200 Kilometern. Gazprom liefert sein Gas in über 30 Länder.

Aber nicht nur Erdgas gehört zu den Produkten des Unternehmens. Gazprom ist der viertgrößte Erdölförderer in Russland und ist dort auch in der Stromerzeugung tätig. Bei der Erzeugung von Wärme in Russland liegt Gazprom ebenfalls an der Spitze.

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In den Medien hören wir immer von den Problemen mit der Nord Stream 2 Pipeline von Russland nach Europa, welche die Amerikaner ablehnen. Es fehlt nur noch ein kleines Stück bis zur Fertigstellung. Sollten die USA weitere Sanktionen verhängen, will die EU angeblich dagegenhalten. Sie soll fertiggestellt werden.

Von einer anderen Pipeline hört man fast nichts in den Medien, die von Sibirien nach China. Das Projekt trägt den Namen „Stärke Sibiriens“. Der Vertrag beläuft sich auf 30 Jahre und hat ein Volumen von 400 Milliarden US-Dollar. Ziel am Ende sollen 130 Milliarden Kubikmeter Gas sein. Aktuell sind 38 Milliarden Kubikmeter für 2020 geplant. Die Liefermenge soll jedes Jahr dann steigen. Derzeit laufen Verhandlungen, ob die Chinesen bereit sind, die Abnahmemenge für dieses Jahr auf 44 Milliarden Kubikmeter Erdgas zu erhöhen. Zum Vergleich, Europa hat letztes Jahr 201,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas abgenommen.

Ebenfalls ist derzeit ein weiteres Projekt im Bau, die Gasverarbeitungs-Anlage Amur GPZ. Es geht dabei um die Produktion von Helium und anderen Gasen, welche ebenfalls über eine Pipeline nach China transportiert werden sollen. Es laufen auch Gespräche über eine weitere Gaspipeline von Westsibirien nach China. Da soll es um 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich gehen.

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Des Weiteren läuft der Ausbau der Pipeline „Turkish Stream“. Früher hieß die „Blue Stream“. Aus zwei Röhren werden jetzt vier. Die Türkei wächst und braucht viel Energie. Es soll eine Abzweigung in den Süden der EU geben, die muss noch gebaut werden. Der andere Teil wurde dieses Jahr eröffnet.

Man kann seit Jahren ein Trend zu sauberer Energie erkennen, vor allem in China oder Indien. China ist wirklich bemüht, die Dreckwolken über den Städten wegzubekommen. Dennoch sind weltweit über 1.400 Kohlekraftwerke in Planung. Erdgas gilt im Vergleich zu Kohle oder Erdöl als deutlich sauberer. Daher dürfte die Nachfrage nach Erdgas weiter steigen. Gazprom ist der Platzhirsch. Ich werde die Aktie mit einsammeln.

Es gibt die Gazprom Aktie (WKN: 766162 / ISIN: RU0007661625) und das Gazprom ADR (WKN: 903276 / ISIN: US3682872078). Was ein ADR ist, habe ich in diesem Beitrag erklärt. Ich kaufe die Aktie, nicht das ADR. Dazu muss ich die an der Heimatbörse in Moskau in Rubel kaufen, dies geht über meinen Broker LYNX*.

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Einige haben Angst vor russischen Aktien. Sie trauen denen einfach nicht. Ich würde dem russischen Staat auch nicht trauen. Was Aktien angeht, gab es aber nie wirkliche Probleme, sie haben gezahlt. Haupteigentümer an Gazprom ist der russische Staat, wie auch an vielen anderen Großkonzernen in Russland. Der russische Staat braucht die Dividendeneinnahmen der Rohstoffkonzerne, übrigens auch die der Sberbank, um seine Ausgaben zu decken. Das Geld ist fest eingeplant im Staatshaushalt. Daher liegt es im Interesse des Staates, dass es hohe Dividenden gibt und es bei Gazprom wirtschaftlich gut läuft. Diese Interessen sind dieselben, die auch ein privater Anleger hat.



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