Immobilienkrise in den USA – Platzt die Blase?

Der amerikanische Immobilienmarkt steht immer mehr unter Druck, dies war auch schon vor der Coronakrise so. Bereits seit zwei Jahren fallen die Immobilienpreise. Jetzt hat sich die Lage allerdings deutlich verschärft.

Mit 40 Millionen Arbeitslosen in den USA können viele ihre Mieten nicht mehr bezahlen. Diese Situation ist vergleichbar mit dem Spiel Domino. Wenn die Mieter nicht zahlen können, haben auch die Vermieter ein Problem. Sie können ihre Hypotheken bei der Bank auch nicht zurückzahlen.

Die Bank wird die Immobilien dann versteigern. Das Klügste wäre es wohl, wenn die Banken diesmal länger stillhalten und die Immobilien nicht sofort versteigern, als bei der Finanzkrise, sonst wird der finanzielle Schaden noch größer für die Banken ausfallen.

Teilweise werden Immobilien in den USA schon mit 50 Prozent Abschlägen gehandelt. Die Banken werden auf einen Teil ihres verliehenen Geldes verzichten müssen, es wird zu weiteren Abschreibungen kommen.

Bereits im ersten Quartal haben die US-Banken Rückstellungen gebildet, aber meist noch einen kleinen Gewinn ausgewiesen. Sieht einfach besser aus, als ein Minus. Das wird sich vermutlich im zweiten Quartal ändern. Ich glaube kaum, dass die Rückstellungen ausreichen werden, es wird weitere geben.

Dies wird die Aktienkurse der US-Banken weiter belasten. Amerikanische Banken sind gute Dividendenzahler. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich ein bis zwei Werte ins Depot zu holen, allerdings noch nicht jetzt, dies ist zu früh. Die Kurse die Bankaktien werden weiter fallen.

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Es sind nicht nur die Immobilienkredite, die auf den Banken lasten. Viele Unternehmen werden pleitegehen, auch die werden ihre Schulden nicht zurückzahlen können. Eine weitere tickende Zeitbombe, welche schon teilweise explodiert ist, sind die Autokredite. Jeder dritte vergebene Kredit war schon bei der Vergabe ausfallgefährdet, diese Praxis wird sich jetzt rächen. Die Banken sitzen auf haufenweise faulen Krediten.

Die Finanzkrise 2008/2009 kann sich wiederholen, obwohl diese Krise etwas anders ist. Damals gab es einen Auslöser, diesmal sehr viele und diese Probleme lassen sich nicht so einfach beheben wie die damalige Finanzkrise. Diese Krise kann viel größer werden. Die US-Banken stehen heute finanziell besser dar als vor der Finanzkrise, allerdings ist die Krise jetzt auch größer. Daher ist noch fraglich, ob ihnen das hilft. Vielleicht müssen sie wieder vom Staat gerettet werden.



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