Niederländische Rüstungs-Aktie des Tages: CSG N.V.

In der Rüstungsindustrie herrscht derzeit Goldgräberstimmung. Ein interessantes Unternehmen aus diesem Sektor ist CSG N.V. (ISIN: NL0015073TS8 / WKN: A420X0). Börsennotiert ist das Unternehmen seit Januar 2026, seitdem hat der Aktienkurs rund 45 Prozent verloren und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 14.

CSG N.V. ist die börsennotierte Muttergesellschaft der Czechoslovak Group und wurde am 5. Januar 2026 in den Niederlanden gegründet, mit statutarischem Sitz in Amsterdam und operativem Hauptsitz in Prag-Karlín. Die industrielle Gruppe selbst geht auf die 1995 von Jaroslav Strnad gegründete Excalibur Army zurück, wurde 2014 als Holding gebündelt und 2016 in Czechoslovak Group umbenannt. Mehrheitsaktionär und Vorstandsvorsitzender ist Michal Strnad, der Sohn des Gründers, der nach dem Börsengang im Januar 2026 an der Euronext Amsterdam rund 85 Prozent der Anteile hält. Nach eigenen Angaben der Gruppe arbeiten weltweit mehr als 14.000 Mitarbeiter in über hundert Gesellschaften.

Das Geschäftsmodell ist das einer Rüstungs- und Industrieholding mit zwei tragenden Säulen. Die größere ist Defence Systems, die im ersten Halbjahr 2026 rund 2,6 Milliarden Euro Umsatz erzielte und vor allem Mittel- und Großkalibermunition, Landfahrzeuge, Artillerie und Luftverteidigungssysteme entwickelt, fertigt und wartet. Die zweite Säule ist Ammo+, das Geschäft mit kleinkalibriger Munition für den zivilen und behördlichen Markt, getragen von US-Marken wie Federal, CCI, Remington und Speer sowie dem italienischen Hersteller Fiocchi. Im ersten Halbjahr stammten etwa 65 Prozent des Konzernumsatzes aus Mittel- und Großkalibermunition, 19 Prozent aus Ammo+ und 14 Prozent aus Land Systems, während Luftfahrt, Verteidigungselektronik und fortgeschrittene Systeme noch klein blieben. Kunden sind überwiegend NATO-Staaten, die im ersten Halbjahr 69 Prozent des Umsatzes stellten, dazu die Ukraine mit 17 Prozent und weitere Märkte in den USA, im Nahen Osten und in Südostasien.

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CSG verdient damit sowohl an eigener Fertigung als auch an der Aufbereitung und dem Vertrieb von Munition und Gerät. Die Gruppe betreibt Werke in Tschechien, der Slowakei, Spanien, Italien, den USA und weiteren Ländern und versucht, die Wertschöpfung stärker in die eigenen Hände zu ziehen, etwa bei Treibladungspulver, Zündern und Nitroglyzerin. Landfahrzeuge fertigt die Gruppe unter anderem über die Tochtergesellschaften Tatra und Excalibur Army, Luftabwehrsysteme über Produkte wie Trident.

Für die kommenden Jahre setzt das Unternehmen auf Kapazitätserweiterungen, geografische Streuung und eine Verschiebung vom reinen Munitionsgeschäft hin zu integrierten Systemen. Die eigene Fertigung von Großkalibermunition soll bis Ende 2027 auf etwa 1,1 Millionen Schuss steigen, nach rund 850.000 Schuss bis Mitte 2026, mit einem wachsenden Anteil reichweitengesteigerter 155-Millimeter-Munition. Neue und ausgebaute Standorte in Griechenland, der Slowakei, Deutschland und im US-Bundesstaat Iowa sollen die Lieferkette absichern, dazu kommt ab 2027 eine Serienfertigung von Antrieben für Lenkflugkörper und Drohnen in Wisconsin. Joint Ventures mit Partnern in Polen, der Türkei, Südafrika und der Ukraine sollen Fahrzeuge, Zünder und Antriebe ergänzen.

Das Wachstum soll außerdem aus Land Systems und Luftverteidigung kommen. Land Systems verdoppelte den Umsatz im ersten Halbjahr und stellt inzwischen 46 Prozent des Auftragsbestands, gestützt unter anderem durch einen Auftrag über 2,5 Milliarden USD für ein Luftverteidigungssystem in Südostasien und durch den Aufbau einer Nordamerika-Organisation. Parallel will CSG den Anteil der Ukraine am Umsatz weiter senken und NATO- sowie außereuropäische Kunden stärker gewichten. Für 2026 bestätigt das Unternehmen eine Umsatzspanne von etwa 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro und eine bereinigte operative Marge von 24 bis 25 Prozent. Mittelfristig peilt es ein organisches Umsatzwachstum im mittleren Zehnerbereich und eine Marge von 26 bis 28 Prozent an, bei sinkender Investitionsquote. Darüber hinaus prüft die Gruppe frühe Schritte in Autonomie, künstliche Intelligenz und Raumfahrt.

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Im Mai 2026 veröffentlichte Hunterbrook Media, dessen verbundenes Vehikel Hunterbrook Capital eine Short-Position hält, einen kritischen Bericht. Die Vorwürfe lauteten im Kern, der Großteil der Munitionsumsätze stamme aus dem Wiederverkauf und der Aufarbeitung alter Bestände und nicht aus eigener Fertigung, nur ein Werk in der Slowakei könne 155-Millimeter-Geschosse endmontieren, und die tatsächliche Kapazität liege deutlich unter den Angaben des Unternehmens. Außerdem wurden Auslassungen im Börsenprospekt, unzureichend offengelegte Insiderstrukturen und die Übertragung von Tochtergesellschaften auf ein dem Mehrheitsaktionär zuzurechnendes Vehikel vor dem Börsengang kritisiert, später auch das Geschäft in Südostasien. CSG wies die Darstellung als unzutreffend zurück, nannte eine eigene Produktion von rund 630.000 Schuss im Jahr 2025 über mehrere Werke und Länder und bekräftigte die Vollständigkeit seiner Börsenunterlagen. Die Aktie fiel nach dem Bericht deutlich.

Im ersten Halbjahr 2026 ist der Umsatz gestiegen auf 3,251 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 2,775 Milliarden Euro) und der auf die Aktionäre der Gesellschaft entfallender Nettogewinn ist gestiegen auf 514,402 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 238,884 Millionen Euro). Der Auftragsbestand erreichte 17 Milliarden Euro, zusammen mit der Pipeline rund 46 Milliarden Euro.

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