Schweizer Elektronik Aktie des Tages: R&S Group Holding AG

Der schweizer Aktienmarkt hat viele interessante Unternehmen zu bieten, eines ist die R&S Group Holding AG (ISIN: CH1107979838 / WKN: A3C9E6). Seit August 2025 hat der Aktienkurs mehr als 50 Prozent verloren und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei unter 13 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 2,44 Prozent.

Die R&S Group Holding AG wurde 2012 gegründet, indem die traditionsreiche Schweizer Firma Rauscher & Stoecklin übernommen wurde, deren Wurzeln bis ins Jahr 1919 zurückreichen und die seither über hundert Jahre Erfahrung in der Transformatorentechnik aufgebaut hat. Der operative Hauptsitz befindet sich in Sissach in der Schweiz. Zum Jahresende 2025 beschäftigte das Unternehmen 1.328 Vollzeitäquivalente weltweit.

Das Geschäftsmodell konzentriert sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Transformatoren für die elektrische Infrastruktur, insbesondere im Kontext der Energiewende. Als führender Spezialist produziert die Gruppe mission-kritische Leistungs- und Verteilungstransformatoren, die in einem ausgewogenen Portfolio aus ölgefüllten Verteilungstransformatoren, Gießharz-Verteilungstransformatoren und Leistungstransformatoren bis zu 160 Megavoltampere bestehen. Diese Produkte adressieren Kunden in den Segmenten Industrie, Infrastruktur, erneuerbare Energien und Versorgungsunternehmen, etwa für Rechenzentren, Wind- und Solarparks, Batteriespeicher, Häfen, Bahnstrecken oder dezentrale Energieanlagen.

Das Unternehmen positioniert sich mit einem robusten Netzwerk von neun Produktionsstätten in Europa und dem Nahen Osten zwischen globalen Konzernen und rein lokalen Anbietern. Dadurch kombiniert es Skalenvorteile in Forschung, Beschaffung und Best-Practice-Austausch mit hoher Kundennähe, Agilität und Selektivität bei Aufträgen, was eine starke Preiswettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitig hohen Margen ermöglicht. Die starke lokale Markenpräsenz und die Flexibilität gegenüber Massenware-Anbietern unterstützen eine enge Kundenbindung und die Konzentration auf profitable Nischen.

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Die Gruppe nutzt strukturelle Markttreiber wie die Dekarbonisierung durch den Ausbau erneuerbarer Energien und Elektromobilität, die Dezentralisierung von Netzen, die Digitalisierung mit starkem Wachstum bei Rechenzentren sowie die Modernisierung alternder Stromnetze in Europa. Diese Faktoren schaffen eine nachhaltige Nachfrage nach Transformatoren, da jeder neu installierte Megawatt an Leistungskapazität etwa drei Megavoltampere an Transformatorenkapazität erfordert. Das Unternehmen verfolgt dabei einen gezielten Go-to-Market-Ansatz, bei dem in jedem Markt die Kombination aus Produkt, Kundengruppe und Region so gewählt wird, dass hohe Wachstumsraten und attraktive Margen realisiert werden. Operative Exzellenz durch Lean-Produktion, digitale Prozesse und globale Beschaffung sowie Investitionen in Personal und Forschung und Entwicklung tragen dazu bei, das Wachstum in Profitabilität und Cashflow umzusetzen.

Lean-Produktion, auch schlanke Produktion genannt, ist ein Konzept zur Optimierung der Herstellung. Das Ziel ist es, alle Ressourcen wie Material, Zeit und Personal sparsam und effizient einzusetzen. Gleichzeitig soll jegliche Verschwendung vermieden und die beste Qualität für den Kunden erreicht werden. Das Konzept stammt ursprünglich aus dem Toyota-Produktionssystem.

Für die kommenden Jahre plant die R&S Group, das strukturelle Marktwachstum gezielt in nachhaltiges und profitables Wachstum zu übersetzen. Mittelfristig wird ein organisches Umsatzwachstum von acht bis zwölf Prozent in Schweizer Franken angestrebt, getragen von Kapazitätserweiterungen und der weiteren Marktdurchdringung in bestehenden Kernmärkten. Die EBITDA-Marge soll stabil im Bereich von 19 bis 21 Prozent gehalten werden, unterstützt durch Skaleneffekte und Effizienzsteigerungen, auch wenn vorübergehend höhere Kosten durch den Aufbau neuer Anlagen anfallen.

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Konkrete Schritte umfassen die fortgesetzte Hochlaufphase des Öl-Verteilungstransformatorenwerks in Bochnia in Polen, den Bau und die Inbetriebnahme eines neuen Leistungstransformatorenwerks in Łódź in Polen mit geplantem Produktionsstart Ende 2026 und ersten Lieferungen 2027 sowie Erweiterungen der Gießharz-Kapazitäten in Abu Dhabi, Italien und Polen. Zudem wird das volle Potenzial des irischen Werks von Kyte ausgeschöpft und ein gruppenweites ERP-System eingeführt, um Prozesse zu harmonisieren und Kostenvorteile zu heben.

Parallel dazu werden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Richtung höherwertiger Produkte und spezieller Anwendungen ausgebaut, die Organisationsstruktur stärker integriert und selektive, wertsteigernde Akquisitionen geprüft. Eine disziplinierte Kapitalallokation mit einem angestrebten Verschuldungsgrad von etwa dem Ein-fachen des EBITDA sowie die Ausschüttung überschüssiger Mittel an die Aktionäre sollen die Aktionärsrenditen sichern.

Im Geschäftsjahr 2025 ist der Umsatz gestiegen auf 414,8 Millionen CHF (Vorjahr: 282,6 Millionen CHF), das Nettoergebnis ist gestiegen auf 58,1 Millionen CHF (Vorjahr: 41,2 Millionen CHF) und der freie Cashflow lag bei 48,1 Millionen CHF (Vorjahr: -176,2 Millionen CHF).

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