Aktienrückkauf (Buy Back): Die Vor- und Nachteile

Gefühlt fast jedes große börsennotierte Unternehmen hat in den letzten Jahren ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Entweder wird es von den Aktionären als sehr positiv aufgenommen oder gegenteilig, als phantasielos gewertet. Ein Aktienrückkauf kann Fluch und Segen zugleich sein. Um dies zu beurteilen, muss man sich die Gründe dafür etwas genauer anschauen.

Wenn ein Unternehmen Gewinne macht, muss stets die Entscheidung getroffen werden, was man mit dem Geld anstellt. Es können Investitionen in neue Maschinen oder Firmenübernahmen sein, Tilgung von Schulden, Erhöhung der Dividende oder auch ein Aktienrückkauf sein.

Oft sieht man leider, dass die Unternehmen nichts Sinnvolles mit ihrem Geld anfangen können, dies konnte man erst kürzlich bei der US-Steuerreform von Donald Trump sehen, anstatt in das Unternehmen zu investieren, wurden Aktienrückkaufprogramme aufgelegt.

Den größten Aktienrückkauf in der Geschichte der Börse gab es von Apple. Das Unternehmen hat in 10 Jahren für 239 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Zusätzlich wurde fleißig Geld in Dividenden gepumpt. Apple weiß offenbar nichts mit dem Geld anzufangen. Man hätte damit auch Disney kaufen können, würde gut zu Apple passen.

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Ich persönlich bin immer ein großer Fan davon, wenn das Unternehmen in sich selbst bzw. in Zukäufe investiert oder die Schuldenlast mindert, wenn man gleichzeitig noch die Dividende etwas erhöht, halte ich dies für die beste Lösung.

Aktienrückkäufe bedeuten nichts anderes, als dass das Unternehmen eigene Aktien von der Börse zurückkauft. Kann es diese Menge dort nicht kaufen kann, macht es seinen Aktionären ein Angebot, meist Tagespreis plus einen Aufschlag. Wenn die zurückgekauften Aktien dann entwertet werden, verringert sich die Gesamtanzahl der Aktien des Unternehmens und jeder der verbleibenden Anteilsscheine steigt dadurch im Wert, somit meist auch der Aktienkurs.

Es gibt auch Aktienrückkaufprogramme, für die das Unternehmen extra Kredite aufnimmt, dies ist einfach nur dumm. Die zurückgekauften Aktien müssen aber nicht immer entwertet werden, sie können auch für vergünstigte Mitarbeiter-Aktien inkl. Management oder zur Bezahlung von Firmenübernahmen eingesetzt werden. Auch kann man dadurch versuchen, feindliche Übernahmeversuche abzuwehren, indem man so den Aktienkurs in die Höhe treibt und weniger Aktien zum Kauf zur Verfügung stehen.

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Aktienrückkäufe finden meist dann statt, wenn die Aktienkurse hoch sind, da es den Unternehmen dann gut geht und sie ausreichen Barmittel für einen Aktienrückkauf haben. Besser wäre es eigentlich, den Aktienrückkauf durchzuführen, wenn der Aktienkurs niedrig ist, dann haben sie meist aber kein Geld dafür. Manchmal werden auch Aktienrückkaufprogramme aufgelegt, wenn der Aktienkurs am Sinken ist, um dem entgegenzuwirken.

Ein Negativbeispiel für Aktienrückkäufe sind die Banken, welche vor der Finanzkrise noch fleißig Aktien zurückgekauft haben. Es wäre sinnvoller gewesen, dass Geld im Unternehmen zu behalten, so hätten einige vermutlich nicht gerettet werden müssen. Leider basieren Bonuszahlungen der Manager auf vielen Faktoren, einer ist die Eigenkapitalrendite.



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