Deutsche Halbleiter Aktie des Tages: Elmos Semiconductor SE

Auch der deutsche Aktienmarkt hat einige innovative Halbleiter-Unternehmen zu bieten, wie Elmos Semiconductor SE (ISIN: DE0005677108 / WKN: 567710). Seit Mai 2026 hat der Aktienkurs rund 30 Prozent verloren, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 24 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 1,05 Prozent.

Die Elmos Semiconductor SE wurde 1984 in Dortmund von Prof. Dr. Günter Zimmer, Dr. Klaus Weyer und Norbert Ellenberger gegründet und hat ihren heutigen Verwaltungssitz in Leverkusen, während der größte Standort mit dem überwiegenden Teil der Belegschaft weiterhin in Dortmund liegt. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 1.100 Mitarbeiter, davon rund 500 in der Entwicklung.

Elmos ist ein fabless Halbleiterhersteller, der sich auf analoge Mixed-Signal-ICs spezialisiert hat und den weitaus größten Teil seines Umsatzes in der Automobilindustrie erzielt. Das Unternehmen entwirft die Chips selbst, übernimmt Test und Qualitätssicherung in wesentlichen Teilen intern und lässt die Fertigung der Wafer sowie Montage bei Partnern wie TSMC, Samsung, SK keyfoundry und weiteren Foundries ausführen. Der Schwerpunkt liegt auf anwendungsspezifischen Standardprodukten und kundenspezifischen Lösungen für Nischen, in denen Elmos nach eigenen Angaben weltweit führend oder auf Platz zwei liegt, darunter Ultraschall-Park- und Umfelderfassung, Motorsteuerungen für intelligente HVAC-Aktuatoren, LED-Heckleuchten, Drucksensorik in Bremssystemen und RGB-Innenraumbeleuchtung. Damit positioniert sich Elmos als Systemlösungsanbieter, der die elektronischen Funktionen im Fahrzeug sicherer, effizienter und komfortabler machen soll, statt lediglich Standardbauelemente zu liefern.

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Das Geschäftsmodell lebt von der Kombination aus tiefer Applikationskenntnis, skalierbaren Plattformen und einem kapitalarmen Fabless-Ansatz. Nach dem Verkauf der eigenen Waferfertigung in Dortmund an Littelfuse kann sich das Unternehmen stärker auf Design, Innovation und Kundenbetreuung konzentrieren, während langfristige Lieferverträge die Kapazität sichern. Der Umsatz entsteht vor allem über den steigenden Halbleiteranteil je Fahrzeug. In einem heutigen Premium-Verbrenner können nach Unternehmensangaben bis zu etwa 70 Elmos-ICs stecken, in einem Premium-Elektrofahrzeug bis zu rund 200. Die regionale Verteilung ist asienlastig, mit China als wichtigem Wachstumsmarkt, für den Elmos schrittweise eine lokale Wertschöpfungskette und ein Buy-/Sell-Modell aufbaut.

In den kommenden Jahren will Elmos vor allem über die strukturellen Megatrends Elektrifizierung, Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, softwaredefinierte Fahrzeuge sowie Komfort- und Sicherheitsfunktionen wachsen. Das Unternehmen rechnet damit, dass der Halbleitergehalt je Fahrzeug weiter deutlich steigt und hat als konservatives Ziel bis 2030 einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von etwa zwölf Prozent formuliert. Ein großer Teil dieses Ziels sei bereits durch laufendes Geschäft und Design-Wins der letzten Jahre unterlegt. Weitere Neugeschäfte und Produktanläufe sollen den Rest tragen. Parallel dazu werden Forschungskapazitäten ausgebaut, unter anderem mit einem Entwicklungsstandort in China und einem neuen Standort in Tschechien, und die Technologie soll perspektivisch auch in verwandte Felder wie humanoide Robotik übertragen werden, weil dort ähnliche Anforderungen an Sensorik, Aktorik, Beleuchtung und Leistungsmanagement bestehen. Für 2026 bestätigt Elmos nach einem starken ersten Halbjahr ein Konzernumsatzwachstum von zwölf Prozent plus/minus zwei Prozentpunkte sowie eine operative EBIT-Marge von 23 bis 26 Prozent bei weiterhin niedriger Investitionsquote und hoher Cash-Generierung.

Im März 2026 berichteten Medien unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, dass die Gründerfamilie und verbundene Ankeraktionäre einen Verkauf des Unternehmens prüften, Morgan Stanley beauftragt hätten und frühe Gespräche mit möglichen strategischen Interessenten geführt würden. Genannt wurden unter anderem Infineon und Qualcomm. Elmos und die Bank äußerten sich dazu nicht. Seither haben zwei Ankeraktionäre im Mai 2026 einen größeren Aktienblock platziert, und im August 2026 wurde ein Generationenwechsel im Aufsichtsrat vollzogen. Ein abgeschlossener Verkauf oder öffentlich bekannte, fortgeschrittene Verhandlungen sind seither nicht bekannt geworden. Das Unternehmen tritt weiter als eigenständiger Konzern auf, bestätigt seine Jahresziele und schließt langfristige Fertigungspartnerschaften, etwa die im September 2026 bekannt gegebene Ausweitung der Zusammenarbeit mit SK keyfoundry bis 2037. Ob und in welcher Form die Eigentümer ihre strategischen Optionen weiterverfolgen, bleibt damit offen.

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Im zweiten Quartal 2026 ist der Umsatz gestiegen auf 161,997 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 145,715 Millionen Euro) und der Konzernüberschuss lag bei 22,109 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 27,684 Millionen Euro).

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