Britische Technologie und Maschinenbau Aktie des Tages: Rolls-Royce Holdings plc

Eine der britischen Outperformer-Aktien aus den letzten Jahren ist die Rolls-Royce Holdings plc (ISIN: GB00B63H8491 / WKN: A1H81L). Seit September 2022 hat sich der Aktienkurs mehr als verzweiundzwanzigfacht, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 20 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 0,68 Prozent.
Rolls-Royce Holdings wurde im Jahr 1906 gegründet und hat seinen Hauptsitz in London, Großbritannien. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 43.000 Mitarbeiter weltweit und ist ein führender Anbieter hochkomplexer Antriebs- und Energiesysteme für sicherheitskritische Anwendungen in der Luft, auf See und an Land. Es entwickelt, produziert und wartet Triebwerke, Antriebssysteme und Energielösungen, die in anspruchsvollen Märkten wie der zivilen Luftfahrt, Verteidigung und Stromerzeugung eingesetzt werden. Das Geschäftsmodell kombiniert anspruchsvolle Ingenieurskunst mit einem starken Fokus auf langfristige Kundenbeziehungen und wiederkehrende Erlöse.

Das Kerngeschäft gliedert sich in drei große Divisionen. Im Bereich Civil Aerospace entwickelt und fertigt Rolls-Royce Triebwerke für Großraumflugzeuge (vor allem die Trent-Serie für Modelle wie den Airbus A350) sowie für Business-Jets (Pearl-Familie). Ein zentrales Element des Geschäftsmodells ist der Aftermarket: Triebwerke werden oft mit vergleichsweise niedrigen Margen verkauft, während der Großteil der Profitabilität aus langfristigen Serviceverträgen (Long-Term Service Agreements – LTSA) stammt. Diese Verträge generieren stabile, wiederkehrende Einnahmen basierend auf den tatsächlichen Flugstunden der Motoren. Durch eine junge und wachsende Flotte sowie Verbesserungen bei der Haltbarkeit (Time-on-Wing) entsteht ein hochvisibles und margenstarkes Servicegeschäft.
Im Defence-Bereich liefert Rolls-Royce militärische Flugzeugtriebwerke, Marine-Gasturbinen und nukleare Antriebssysteme für U-Boote der britischen Royal Navy. Das Unternehmen ist ein wichtiger Partner für westliche Streitkräfte und liefert unter anderem den AE 3007-Triebwerk für das MQ-25 autonome Betankungsflugzeug der US Navy, EJ200-Triebwerke für den Eurofighter Typhoon (unter anderem für die türkische Flotte), den F130 für die Re-Motorisierung der B-52 der US Air Force sowie den AE 1107 für den MV-75 der US Army. Ergänzt wird das Portfolio durch die MT30-Marine-Gasturbine, die unter anderem für neue Fregatten der australischen Marine ausgewählt wurde. Dieses Segment zeichnet sich durch hohe technologische Komplexität, langfristige Regierungsaufträge und eine hohe Resilienz aus.
Der dritte große Bereich ist Power Systems mit der Marke mtu. Hier werden leistungsstarke Diesel- und Gasmotoren sowie integrierte Lösungen für die Stromerzeugung (besonders Rechenzentren), Regierungs- und Verteidigungsanwendungen (z. B. für Boxer- und Puma-Fahrzeuge der Bundeswehr oder Leopard-Panzer), die Schifffahrt und industrielle Anwendungen angeboten. Das Geschäft profitiert von integrierten Systemen, die zunehmend auch Hybrid- und Batteriespeicherlösungen umfassen. Ergänzt wird das Portfolio durch Rolls-Royce SMR, das Small Modular Reactors (kleine modulare Kernreaktoren) entwickelt. Diese Technologie nutzt das nukleare Know-how des Unternehmens und zielt auf nachhaltige, dezentrale Energieversorgung ab. Mit Verträgen für drei SMR-Einheiten im Vereinigten Königreich (Anglesey) und kommerziellen Vereinbarungen für bis zu sechs Einheiten in Tschechien hat Rolls-Royce SMR bereits erste Projekte in der Ausführungsphase, die ab 2026 Umsätze und Gewinne generieren sollen.
In den kommenden Jahren will Rolls-Royce sein Wachstum durch die Fortsetzung eines umfassenden Transformationsprogramms deutlich beschleunigen. Dieses Programm, das seit 2022 läuft, hat bereits zu deutlichen Verbesserungen bei Effizienz, Kostenstruktur und kommerzieller Optimierung geführt. Das Unternehmen erwartet für 2026 einen Underlying Operating Profit von 4,0 bis 4,2 Milliarden Pfund und einen Free Cash Flow von 3,6 bis 3,8 Milliarden Pfund. Die mittelfristigen Ziele (bis 2028) wurden kürzlich deutlich angehoben: ein Operating Profit von 4,9 bis 5,2 Milliarden Pfund, eine operative Marge von 18 bis 20 Prozent, ein Free Cash Flow von 5,0 bis 5,3 Milliarden Pfund und eine Return on Capital von 23 bis 26 Prozent.
Wesentliche Wachstumstreiber liegen in allen drei Divisionen. In der Civil Aerospace soll die Zahl der Triebwerksauslieferungen und Werkstattbesuche weiter steigen, während das Time-on-Wing-Programm die Haltbarkeit der Trent-Triebwerke bis Ende 2027 um über 100 Prozent verbessern soll. Gleichzeitig wird die Wartungskapazität durch neue Zentren (u. a. in Istanbul und Peking) ausgebaut. Im Defence-Segment profitieren die laufenden und neuen Programme wie MQ-25, B-52-Re-Motorisierung, MV-75 und Eurofighter von steigender Nachfrage und höheren Auslieferungen. Power Systems profitiert vor allem vom starken Wachstum im Bereich Rechenzentren und von großen Regierungsaufträgen. Darüber hinaus soll das neue SMR-Geschäft ab 2026 erste Beiträge leisten und Rolls-Royce langfristig als führenden Anbieter modularer Kernenergie in Europa positionieren.
Rolls-Royce hat im Februar 2026 ein mehrjähriges Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 7 bis 9 Milliarden Pfund für die Jahre 2026 bis 2028 angekündigt. Davon ist für das laufende Jahr 2026 eine Tranche von 2,5 Milliarden Pfund vorgesehen. Bis zum 30. April 2026 hatte das Unternehmen bereits mehr als 750 Millionen Pfund im Rahmen dieser 2026er-Tranche zurückgekauft (einschließlich der 200 Millionen Pfund, die bereits zwischen Anfang Januar und Mitte Februar 2026 erworben wurden). Damit stehen für den Rest des Jahres 2026 noch rund 1,75 Milliarden Pfund zur Verfügung.
Im Geschäftsjahr 2025 ist der Umsatz gestiegen auf 21,207 Milliarden GBP (Vorjahr: 18,909 Milliarden GBP) und das den Stammaktionären zurechenbare Nettoergebnis ist gestiegen auf 5,841 Milliarden GBP (Vorjahr: 2,521 Milliarden GBP).
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