Bewässerungs- und Infrastrukturausrüstung Aktie des Tages: Lindsay Corporation

Der Klimawandel schreitet immer weiter vor, es wird tendenziell wärmer. Diese Entwicklung macht einige Aktien für Anleger sehr interessant, unter anderem auch die Lindsay Corporation (ISIN: US5355551061 / WKN: 904057). Seit November 2022 hat der Aktienkurs rund 35 Prozent verloren, das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) der Aktie liegt bei rund 22 und die zu erwartende Dividendenrendite liegt bei 1,37 Prozent.
Die Lindsay Corporation wurde im Jahr 1955 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Omaha, Nebraska, in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 1.275 Mitarbeiter weltweit. Im Kernsegment produziert das Unternehmen Bewässerungssysteme für die Landwirtschaft, ergänzt durch Steuerungen, Sensoren und digitale Technologien. Diese Systeme helfen Landwirten, Wasser, Energie und Arbeitskraft effizienter einzusetzen und gleichzeitig die Erträge zu steigern. Der Vertrieb erfolgt hauptsächlich über ein internationales Netz unabhängiger Händler, ergänzt durch Direktverkäufe und Projektgeschäfte, insbesondere bei größeren internationalen Aufträgen. Zusätzlich bietet Lindsay Fernüberwachungs- und Steuerungslösungen wie FieldNET sowie Industrial-Internet-of-Things-Anwendungen an, die eine präzise, datenbasierte Bewirtschaftung ermöglichen und zunehmend wiederkehrende Erlöse aus Software und Telemetrie generieren.

Neben dem Bewässerungsgeschäft unterhält das Unternehmen ein Infrastruktursegment, in dem Produkte zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses hergestellt werden. Dazu gehören bewegliche Barrierensysteme wie das Road Zipper System, Crash Cushions, Endterminals sowie Eisenbahnsignale und -strukturen. Diese Produkte richten sich an öffentliche Auftraggeber und Bauunternehmen und dienen der Sicherung von Straßen, Brücken und Tunneln. Das Unternehmen erzielt den überwiegenden Teil seiner Umsätze aus dem Verkauf von Investitionsgütern, wobei der Aftermarket-Bereich mit Ersatzteilen und Serviceleistungen stabilere Einnahmequellen schafft.
In den kommenden Jahren plant Lindsay, das Wachstum vor allem durch die weitere Internationalisierung voranzutreiben. Besonders in wasserarmen Regionen und Märkten mit steigendem Bedarf an mechanisierter Bewässerung, etwa im Nahen Osten und Nordafrika sowie in Südamerika, sieht das Unternehmen erhebliche Chancen. Großprojekte und mehrjährige Lieferverträge in diesen Regionen sollen die geografische Diversifizierung stärken und die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern. Gleichzeitig investiert Lindsay erheblich in die Modernisierung und Produktivitätssteigerung seiner Fertigungsstätten, darunter ein umfangreiches Modernisierungsprogramm am Standort in Nebraska, um Kapazitäten auszubauen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.
Ein weiterer zentraler Wachstumshebel ist die Intensivierung digitaler und technologiebasierter Angebote. Durch die Erweiterung vernetzter Geräte, die Weiterentwicklung von Plattformen wie FieldNET und die Integration zusätzlicher Datenquellen aus Präzisionslandwirtschaft will das Unternehmen den Anteil wiederkehrender Erlöse erhöhen und den Kunden umfassendere, datengestützte Lösungen anbieten. Strategische Akquisitionen, die die bestehenden Fähigkeiten in Bewässerung und Infrastruktur ergänzen, sowie kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sollen das Produktportfolio ausbauen. Insgesamt setzt Lindsay auf eine Kombination aus organischem Wachstum durch Innovation und Marktexpansion, operativer Exzellenz sowie gezielten Übernahmen, um von den strukturellen Trends steigender Weltbevölkerung, wachsender Wasserknappheit und steigender Anforderungen an sichere Verkehrsinfrastruktur zu profitieren.
Im dritten Quartal 2026 ist der operative Umsatz gesunken auf 160,764 Millionen USD (Vorjahreszeitraum: 169,464 Millionen USD) und der Nettogewinn ist gesunken auf 15,82 Millionen USD (Vorjahreszeitraum: 19,5 Millionen USD).
Der Umsatzrückgang und somit auch der Nettogewinnrückgang war vor allem auf das Bewässerungssegment zurückzuführen, das etwa 83 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht und um 7 Prozent auf 133 Millionen USD sank. In Nordamerika ging der Umsatz um 11 Prozent auf 61,3 Millionen USD zurück, weil die Verkaufsvolumen deutlich niedriger lagen und Landwirte große Investitionen aufgrund schwacher Agrarmärkte, hoher Kosten für Betriebsmittel, zurückhaltender Stimmung, Handelsunsicherheit sowie insgesamt schwieriger wirtschaftlicher Lage mit niedrigen Agrarpreisen und hohen Produktionskosten verzögerten. International fiel der Umsatz um 4 Prozent auf 71,7 Millionen USD, vor allem durch geringere Volumen in Brasilien infolge niedriger Profitabilität der Erzeuger, hoher Zinsen und eingeschränkter Kreditverfügbarkeit, wobei Wachstum in anderen Regionen und positive Wechselkurseffekte von rund 3,9 Millionen USD den Rückgang nicht vollständig ausgleichen konnten. Der Umsatz im Infrastruktur-Segment stieg um 8 Prozent auf 27,7 Millionen USD, reichte aber nicht aus, den Rückgang im Bewässerungssegment zu kompensieren.
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