Das zweite Halbjahr 2021 kann ungemütlich an den Börsen werden, weil…

Wir haben bisher von fast allen Unternehmen hervorragende Q2-Zahlen gesehen. Fast immer wurden die Analystenschätzungen geschlagen, teilweise sogar pulverisiert. Daher sind einige Medien sehr euphorisch, sehen schon die nächste Rally. Ganz so euphorisch bin ich da nicht.

Mal abgesehen von der Inflation, den Renditen bei den US-Staatsanleihen, dem US-Infrastrukturpaket und über was sonst so alles den ganzen Tag seit Monaten diskutiert wird, möchte ich in diesem Beitrag einmal einen anderen Punkt etwas genauer herausarbeiten, welcher durchaus zu Turbulenzen führen kann und auch wird.

Bisher wird fast immer nur von der Chip-Knappheit gesprochen. Allein gestern habe ich dies auf mindestens drei Webseiten wieder gelesen. Auch die Knappheit und hohen Preise bei den Baumaterialien kennen wir bereits. Aber was ist eigentlich mit den Handelswaren?

Apple hatte schon vor einiger Zeit in einem Quartalsbericht geschrieben, dass der Konzern viel mehr iPhones und andere Geräte hätte verkaufen können, wenn der Nachschub da wäre. Der Stau im Suezkanal und Corona hat für viele Lieferverzögerungen gesorgt.

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Noch schlimmer als der Suezkanalstau war nur der Coronaausbruch im Yantian Hafen, der viertgrößte Hafen in China. Dies hat für einen Stau von über 130 Containerschiffen gesorgt. 160.000 Container steckten dort fest.

Üblicherweise füllen die Handelsunternehmen im vierten Quartal ihre Lager, um zu Weihnachten das Geschäft des Jahres machen zu können. Dieses ist nun aber in Gefahr. Viele Fabriken haben Probleme wegen Corona.

Die meisten Produktionen finden in asiatischen und anderen Billigländern statt. Dort sind die Menschen aber noch nicht durchgeimpft. Deswegen fallen dort öfter Produktionen aus, Fabriken müssen schließen. Es wird schon davon gesprochen, ganz schnell dort die Corona-Impfstoffe hinzuschicken, damit die Produktionen für das Weihnachtsgeschäft gesichert sind.

Es hängt alles zusammen. Können die Fabriken nicht produzieren, sei es durch Corona oder weil Bauteile fehlen, nehmen die auch keine Bauteile von ihren Lieferanten ab und diese nicht von ihren. Kommt es dann noch zu Problemen beim Transport, weil es in den Häfen Coronaausbrüche gibt, verzögert sich alles weiter.

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Bekommt beispielsweise Apple dann seine iPhones nicht, können diese nicht an den Handel für das Weihnachtsgeschäft ausgeliefert werden. Somit kann auch der Handel nichts daran verdienen. Dies führt auf der gesamten Linie, von der Produktion bis zum Verkauf, zu Umsatzeinbußen.

Dies betrifft viele Unternehmen, welche börsennotiert sind. Daher wird es auch deren Bilanzen belasten. Die Frage ist nur, wann kapieren die Anleger das? Einige sind immer etwas begriffsstutzig, verstehen die großen Zusammenhänge nicht und sind dann überrascht. Kommt die Einsicht erst im April 2022 nach den Q1-Zahlen oder noch vor dem Weihnachtsgeschäft? Davon hängt es ab, ob wir eine Jahresendrally sehen werden.

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