Frugalismus mit Familie – warum nicht?

Frugalismus funktioniert auch mit Familie, warum auch nicht? Auch mit Frau und Kinder kann man frugal leben. Frugal bedeutet bescheiden und sparsam zu leben. Ich finde das gut. Unter bescheiden zu leben versteht allerdings jeder etwas anderes.

Beim Sparen denken viele sofort an Einschränkungen. Andere denken bei Frugalismus an einen Flip-Flop tragenden Baumumarmer, von Beruf Dauerstudent der Ethnologie im 15. Semester, der seinen ganzen Besitz in seinem Rucksack mit sich herumträgt und für Greenpeace Sitzstreiks abhält. Dies muss es nicht bedeuten.

Natürlich kann man mehr sparen, je mehr man sich einschränkt. Je mehr man heute spart, desto mehr kann man später ausgeben, weil das Geld arbeitet und mehr wird, wenn man es klug investiert. Man muss aber auch nicht übertreiben. Wenn man sich einmal diese Geschichten aus den Blogs im Internet anschaut, wo Familien über ihr frugalistisches Leben berichten, dann geht es denen eigentlich sehr gut.

Ich meine jetzt nicht diese Berichte von ehemaligen Investmentbankern oder hoch bezahlten Programmierern im Silicon Valley, die nach zehn Jahren ein dickes Depot haben, nie wieder arbeiten müssen und alle drei Monate mit ihrer Familie an einem anderen Ort auf der Welt wohnen.

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Ich meine den einfachen Angestellten, wo Mann und Frau arbeiten, beide Geld verdienen und die 1,5 statistischen Kinder bei der Tagesmutti oder in der Schule sind. Auch diese Erfolgsgeschichten gibt es. Sie leben sparsam, haben sich davon ein Haus gekauft oder gebaut. Günstig in Eigenleistung und mit Freunden wird es dann hergerichtet. Jetzt ist es bezahlt oder fast abbezahlt.

Autos haben auch beide, Mann und Frau. Aber eben ältere und kleinere, die wenig Kraftstoff verbrauchen und im Unterhalt günstig sind. So kommen sie auch überall hin, ohne teure Luxus-Leasingkarre.

Die Hütte haben sie sich nicht mit unnützem Kram voll gestellt. Sie besitzen nur die Sachen, welche sie auch wirklich benötigen. Keine 100 Paar Schuhe und haufenweise bisher noch nie getragene Klamotten in diversen Kleiderschränken.

Sie kochen lieber selber, kaufen frisches Obst und Gemüse, ist auch gesünder. Einige Sachen kaufen sie auch auf dem Flohmarkt. Wenn sie etwas Größeres kaufen wollen, recherchieren sie vorher lange im Internet und vergleichen die Preise. Sie halten ihr Geld zusammen.

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Dennoch verzichten sie auf eigentlich nichts. Sie sind sogar vermögender als viele in ihrer Nachbarschaft, besitzen ein Aktiendepot oder Eigentumswohnungen, welche sie vermieten. Auch in den Urlaub fahren sie, aber eben dahin, wo es günstig ist, vielleicht außerhalb der Saison oder in ein Bungalow, kein teures Hotel. Sie verpflegen sich dort selbst, dies spart zusätzlich.

Sparsam oder frugal zu leben heißt nicht Verzicht, man sucht sich nur günstige Alternativen und kauft nicht jeden Mist. Dann ist auch genug Geld da, um Vermögen aufzubauen. Kinder kosten Geld, dies lässt sich aber auch mit einem frugalen Leben vereinbaren. Schließlich gibt es ja auch noch Kindergeld.



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