Saisonal anlegen – Sell in May and go away, but always remember to come back in September

„Sell in May and go away“ ist eine alte Börsenweisheit. Aber was ist nun dran an dieser Strategie? Sollte man wirklich seine Aktien im Mai verkaufen? Und wenn ja, wann im Mai? Eher Anfang oder Ende?

Und wann soll man wieder einsteigen. Da gibt es natürlich auch eine weitere Börsenweisheit, „but always remember to come back in September”. Diese Ergänzung kam einige Jahre später hinzu. Im September soll man kaufen und im Mai wieder verkaufen. Diese Hypothese geht auf das Jahr 1935 zurück, als sie damals in den Medien aufgetaucht ist.

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Über den Sommer läuft es an der Börse eher flauer, die Aktienkurse entwickeln sich meist etwas schlechter als den Rest des Jahres. Warum das so ist, lässt sich nicht so einfach erklären. Es werden mehrere Gründe dafür ausgemacht.

Zum einen handeln viele Börsianer immer noch nach dieser Logik. Auf der anderen Seite sind über Sommer viele Menschen im Urlaub. Man kennt es vom Einzelhandel. Ab Mai lässt die Nachfrage nach, im September zieht sie wieder langsam an. Im Onlinehandel läuft es nicht viel anders. Die Amerikaner steigen eher im Oktober wieder ein. Danach beginnt an der Börse die Jahresendrally.

Früher hatten Dividenden eine größere Bedeutung bei den Aktionären als heute. Meist wurden vor Mai die Dividenden ausgeschüttet. Diese wurden dann gerne noch mitgenommen und danach die Aktien verkauft. Dann ging es ab in den Urlaub. Damals gab es noch keine Smartphones.

Wer vom Strand im Ausland früher Aktien verkaufen wollte oder musste, weil ein Crash anstand, der hatte es schwer, vorausgesetzt, er hat es überhaupt mitbekommen. Dies ging nicht so einfach. Damals gab es noch Faxgeräte, falls die noch einer kennt. Bis einer die Verkaufsorder dann ausgeführt hatte, dies konnte dauern. Oder man musste bei der Bank anrufen, Pech, wenn der Banker gerade in der Mittagspause war.

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Heute kann man von fast überall auf der Welt per Smartphone Aktien kaufen oder verkaufen, wenn man nicht gerade im Funkloch steckt. Daher wird auch über den Sommer eigentlich noch recht ordentlich gehandelt.

Wenn man sich einmal die reinen statistischen Zahlen anschaut, dann läuft es meist bis in den Juli hinein an der Börse recht gut. Die größeren Markteinbrüche beim DAX fanden eher im Spätsommer oder Herbst statt, August bis Oktober. Daher müsste es eigentlich heißen:

„Sell in July and go away, but remember to come back in November“

Diese Strategie funktioniert nicht immer. Ich würde mich nicht darauf verlassen. Wobei man unterscheiden sollte. Als Trader sind die Sommermonate vielleicht nicht der beste Zeitpunkt an der Börse aktiv zu sein und wenn, dann eher als Käufer.

Bei einem Buy and Hold Anleger ist dies anders. Was ist daran so schlimm, dass es im Sommer an der Börse etwas schlechter läuft, die Kurse vielleicht sogar leicht nachgeben? Statistisch lag die Durchschnitts-Performance des DAX von November bis April etwas höher als die von Mai bis Oktober. Meistens lief es dennoch aber gut. Man kann solche Phasen sehr gut aussitzen bzw. es gibt eigentlich keinen Grund zum Verkauf, nur weil die Performance etwas schlechter ist.

Fazit: Wer wirklich im Mai verkauft, dem entgeht die Kursperformance der nachfolgenden Monate, er verliert Geld. Der langfristige Anleger ist im Vorteil. Es gibt keinen Grund, die Aktien im Mai zu verkaufen. Man kann beruhigt in den Urlaub fahren und am Strand liegen.



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