So kannst du mit einem Garten Geld sparen

Ich hatte letztes Jahr einen Betrag über meinen Garten veröffentlicht. Eigentlich wollte ich dieses Jahr gar keinen Beitrag über meinen Garten schreiben, aber einige Blog-Leser hatten mich per Mail gefragt, was mein Garten so macht.

Nun ja, wir hatten ganz gutes Wetter dieses Jahr bisher bei uns und die Pflanzen haben sich gut entwickelt. Mein Grundstück hier auf dem Dorf ist rund 7.500 Quadratmeter groß. Es ist aber nicht alles eingezäunt. Einiges ist auch verpachtet an einen Landwirtschaftsbetrieb zusammen mit meinem anderen Ackerland, der die Flächen aktuell stillgelegt hat. Gestern wurden die gemäht. Das machen die einmal im Jahr.

Der Großteil der eingezäunten Fläche ist Rasen, welche ich einmal wöchentlich mit dem Rasentraktor mähe. Ich habe mir einen sehr großen Aufsitzmäher gekauft. Somit ist dies in fünf Stunden erledigt. Mein vorherigert Rasenmäher war kleiner und nicht so leistungsstark. Ich habe die doppelte Zeit benötigt, bis alles fertig war.

Der akuelle Mäher war ein Schnäppchen. Ist auch nicht so ein Baumarkt-Rasentraktor, sondern ein deutlich stärkerer und besserer. Du weißt ja, ich liebe Schnäppchen. Vor ein paar Jahren habe ich den zum halben Neupreis bei eBay ersteigert. War damals gerade einmal ein Jahr alt. Der Verkäufer musste wegziehen und konnte ihn nicht mitnehmen in seine neue Mietwohnung. Daher hatte er ihn versteigert und weniger bekommen, als er eigentlich gedacht hat. Es wollte keiner mehr bieten. Ich war selbst überrascht, ihn für so einen geringen Preis bekommen zu haben. Ich hätte auch mehr gezahlt. Abholen konnte ich ihn sogar bei uns in der Nähe.

Die Stare waren dieses Jahr wieder sehr lästig. Fünf Tage lang konnte ich Süßkirschen ernten, danach hatten sie alles aufgefressen. Die Süßkirschen hatten gar keine Chance, dunkelrot zu werden. Über meine 40 Sauerkirschbäume sind sie auch hergefallen. Viel ist nicht mehr dran, nur noch paar Reste für eine Kirschsuppe. Die Süßkirschen habe ich auch teilweise zur Suppe von meiner Frau verarbeiten lassen, einige eingefroren. Ist gesund und macht nicht dick.

Man kann auch nicht wirklich etwas gegen die Stare machen. Netze über die großen Bäume spannen ist nicht machbar und stören beim Pflücken. Die technischen Hilfsmittel sind leider auch nicht geeignet. Ich hatte solche Ultraschall-Geräte, welche angeblich die Stare verscheuchen sollen. Dies juckt die gar nicht. Künstliche Adler in die Spitzen der Bäume hängen bringt auch nichts. Ich hatte vor einigen Jahren noch schöne laute Geräusche mit Raubvogelstimmen. Da gab es Beschwerden. Somit kann ich die auch nicht einsetzen. Eine Schreckschusspistole darf man auch nicht einsetzen. Somit muss man zuschauen, wie die Stare alles auffressen. Sehr ärgerlich.

Mein Blaubeerstrauch hat sich erholt. Es sah erst so aus, als würde er nicht durchkommen. Zwei sind mir leider eingegangen letztes Jahr. Allerdings musste ich die Blaubeeren schützen und habe einen Zwiebelsack über den Strauch gezogen, damit die Vögel nicht die paar Blaubeeren abfressen. Ich werde mir wieder ein paar neue Blaubeersträucher kaufen. Lecker sind die Blaubeeren jedenfalls direkt vom Strauch. Noch frischer geht es nicht.

Die Gurkenernte läuft sehr gut. Ich habe dieses Jahr auch das Saatgut in den Tüten gehabt, was außen darauf stand. Letztes Jahr hatte ich Schlangengurken ohne Stachel gekauft, aber teilweise dicke Gurken mit vielen Stacheln drin gehabt. Ich glaube, die Hersteller nehmen das nicht mehr so genau. Dieses Problem hatte ich leider bei zwei großen Markenherstellern. Passieren sollte dies eigentlich nicht für den Preis. Waren wohl die zusammengekehrten Reste, welche weg mussten.

Bei den Tomaten habe ich wieder Blütenendfäule drin gehabt, aber nur bei den Harzfeuer. Dennoch habe ich mehr Tomaten, als ich essen kann, somit kein Problem. Blütenendfäule ist aber etwas anderes als Kraut- und Braunfäule. Bei der Blütenendfäule bekommt die Pflanze nicht genug Nährstoffe in die Spitzen und Früchte, dann gammelt es ab. Ich ziehe aus Kostengründen meine Pflanzen immer selbst. Die Cherry-Tomaten haben dieses Problem nicht.

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Anscheinend sind die Harzfeuer total überzüchtet. Letztes Jahr hatte ich das Problem auch. Die Jahre zuvor hatte ich eine andere Sorte, die aussah wie Harzfeuer, auch so schmeckte, aber keine war. Die hatte diese Probleme nicht. Ich werde im nächsten Jahr wieder diese aussähen, mit Harzfeuer bin ich durch. Ein Bekannter von mir hatte dieses Jahr auch bei seinen Harzfeuer dieses Problem. Der hatte sich sogar veredelte für fünf Euro die Pflanze gekauft.

Ich hatte noch versucht etwas gegenzusteuern. Dazu hatte ich Kalk in Wasser aufgelöst und eine Woche lang vergossen. Auch habe ich im unteren Bereich mehr Blätter an den Pflanzen entfernt. Das härteste der Gefühle sind 30 Zentimeter, mehr darf man unten nicht abmachen. Besser nur 20 Zentimeter. Sonst kann die Pflanze ihre Energie- und Nährstoffproduktion mittels Photosynthese nicht mehr durchführen und die vorhandenen Tomaten reifen nur noch ab.

Es gibt verschiedene Aussagen dazu. Eine besagt, dass rund 85 Prozent der Photosynthese in den oberen 15 Prozent der Pflanze ablaufen. Andere sprechen aber auch von deutlich weniger. Deswegen sollte man da etwas vorsichtiger sein. Wenn man unten die Blätter entfernt, kommen mehr Nährstoffe nach oben in die Spitzen.

Dennoch haben die Harzfeuer aber getragen. Ich habe im oberen Bereich die Geiztriebe drin gelassen, als ich gesehen habe, dass die Pflanzen Blütenendfäule entwickeln. Dadurch tragen die jetzt noch an den Geiztrieben. Im unteren Bereich habe ich die immer entfernt. Muss man machen. Mehr als sechs Trauben sollte eine Tomatenpflanze nicht haben. Da ich durch die Blütenendfäule aber nur auf die Hälfte kam, bekomme ich über die Geiztriebe dann dennoch meine sechs Trauben, nur mit Verspätung. Aktuell blühen die.

Mein Gewächshaus habe ich vor ein paar Jahren als Schnäppchen gekauft. Eine Familie hatte es sich im Frühjahr aufbauen lassen. Hatte über 2.000 Euro gekostet, plus Aufbau. Im Herbst hatten die dann beschlossen, sich scheiden zu lassen und es bei eBay Kleinanzeigen zu inseriert. Der Käufer des Hauses wollte kein Gewächshaus, obwohl er es mit bezahlt hatte. So konnte ich es für ein Drittel kaufen, musste es aber selbst abbauen.

Draußen habe 20 Paprikapflanzen in Blumenkästen angebaut. Ich habe sie aber im Gewächshaus vorgezogen, bis sie 40 Zentimeter groß waren. Das sind diese ein Meter langen Kästen. Gefüllt habe ich die mit Kompost, Rinderdung und Hornspäne. Im Gewächshaus verwende ich die auch für meine Tomaten und Gurkenpflanzen. Mein Gewächshaus ist komplett gepflastert, da stehen die drauf. Ich baue diese Sorten nicht in der Erde an.

Draußen habe ich auch noch Rhabarber, Zucchini und Kürbispflanzen. Meinen Rhabarber habe ich vor drei Jahren neu gepflanzt, bisher aber noch nicht geerntet. Wird auch Suppe dann daraus. Die Stängel sind schon richtig dick. Viel dicker als im Laden. Nächstes Jahr werde ich die ernten. Rahbarber muss man erst drei Jahre wachsen lassen nach dem Pflanzen, bevor man den das erste Mal erntet. Sonst werden die Stängel nicht dick.

Die Zucchini lasse ich von meiner Frau mit Rinderhackfleisch füllen und dann im Backofen machen. Rinderhack ist nicht so fett wie Schweinehack. Man kann die Zucchini auch kleinschneiden und zusammen mit Paprika und Tomaten in der Pfanne anschwenken. Schmeckt auch sehr gut.

Meine Kürbispflanzen haben jetzt den Turbo eingeschaltet. Ganz kleine Kürbisse sind bei den ersten Pflanzen jetzt dran. Bei uns werden die aber nicht so groß, wie man es aus dem Fernsehen von den Wettbewerben kennt, wo die Kürbisse mit dem Gabelstapler transportiert werden müssen. Dafür braucht man einen besseren Boden und noch mehr Wasser. Wir haben sehr viel Lehm und Sand. Man sagt zwar, Kürbisse sind genügsam, stimmt auch, nur werden sie dann nicht so groß.

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Die Erdbeerernte war sehr gut. Allerdings waren da auch wieder die Vögel und Schnecken drin, haben einige angeknabbert. Himbeeren hatten wir viele. Ich habe bestimmt 50 Quadratmeter mit Himbeeren. Gestern habe ich die etwas zurechtgeschnitten, mit dem Kantenmäher. Heckenschere geht natürlich auch. Letztes Jahr hatte ich die alle ganz unten abgeschnitten. Deshalb hatten wir wohl eine so gute Ernte dieses Jahr.

Johannisbeeren sind auch lecker. Ich habe rote, weiße und schwarze, so um die 20 Quadratmeter. Viel zu viele zum Essen. Die mache ich mir in die Obstsuppe rein oder gebe sie über das Eis. Sauer macht bekanntlich lustig.

Im Frühjahr habe ich mir einen 40 Meter tiefen Brunnen bohren lassen. So muss ich kein Trinkwasser zur Bewässerung für meinen Garten verwenden. Dies spart eine Menge Geld auf langfristiger Sicht. Wasser wird immer teurer. Es wird zwar immer erzählt, man soll mit dem Wasser sparen, damit die Kosten nicht so steigen. Dies ist allerdings nur die halbe Wahrheit. Was die einem aber nicht sagen ist, wenn der Wasserverbrauch insgesamt sinkt, erhöhen die dann dafür die Preise, sonst geht der Wasserversorger auch pleite. Ist wie mit dem Strom. Man verwendet heutzutage Stromsparlampen und energiesparende Geräte, trotzdem zahlt man mehr als früher.

Man muss aber die Preise gut vergleichen. Ich hatte Angebote von bis zu 10.000 Euro für den Brunnen. Viele Firmen suchen Dumme. Das Schlimme ist, sie finden oft auch welche, die sie ausnehmen können. Ich habe es für ein Drittel hinbekommen.

Die Anmeldung bei der Behörde hat nicht einmal eine Woche gedauert und 20 Euro gekostet. Habe ich selbst gemacht. Das Formular kann man auf der Webseite beim Landkreis herunterladen.

Dann habe ich mir noch zwei Schächte gesetzt, damit man da auch gut ran kommt, wenn mal etwas ist. Die Pumpe könnte kaputtgehen. Da es aber eine Tiefenpumpe ist, sollte sie länger halten, friert ja nicht ein.

Schächte sind teuer und schwer. Ich habe ein Unternehmen bei uns in Mecklenburg gefunden, welches GFK-Rohre mit bis zu vier Metern Durchmesser verkauft. Die verkaufen auch Restabschnitte für den kleinen Geldbeutel. Da kostet der Meter mit 80 Zentimeter Durchmesser 40 Euro netto. Billiger geht es nicht. Die beiden Deckel für oben habe ich bei eBay billig gekauft.

Es heißt immer, ein Garten macht viel Arbeit. So ist es nicht. Einmal im Jahr schneide ich die Bäume und wie gesagt einmal die Woche Rasen mähen, aber auch nur von Frühjahr bis Herbst. Alles andere ist gießen und bisschen Pflege. Am Tag dauert dies 30 Minuten.

Nicht jeder hat einen Garten. Aber auch auf dem Balkon kann so einiges anbauen. Es gibt tolle Erdbeer- und Tomatenampeln. Die sind sehr ergiebig. Der neueste Trend ist Vertical Gardening. Eine tolle Sache, wenn man wenig Platz hat. Obst und Gemüse wird immer teurer. Ich kann mit meinem Garten viel Geld so sparen. Seit zwei Monaten kaufe ich weder Obst noch Gemüse im Supermarkt. Bis Herbst ist dies auch nicht notwendig.

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