Warum ich gestern erneut Imperial Brands Aktien gekauft habe

Vielen wird es nicht entgangen sein, dass am Donnerstag die Aktie von Imperial Brands um über 12 % eingebrochen ist. Imperial Brands hatte gestern eine Gewinnwarnung veröffentlicht.

Wie ich bereits vor ein paar Tagen in meinem Blog geschrieben hatte, wollte ich einige Aktien von Imperial Brands nachkaufen, was ich dann am Montag auch getan hatte. Dies ist natürlich dann der Moment, wo man sich als Investor mächtig ärgert, dass man eine Aktie viel zu früh gekauft hat. Um zu verstehen, warum ich die Aktie von Imperial Brands am Montag gekauft habe, sollten wir uns das Unternehmen mal etwas genauer anschauen.

Imperial Brands ist der fünftgrößte Tabakkonzern der Welt, zu dem Marken wie Stuyvesant, West, Davidoff, Gauloises und Winston gehören. Seine Produkte werden in über 160 Ländern vertrieben.

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Rauchen ist gesundheitsschädlich, absolut keine Frage, ich selbst rauche auch nicht, dennoch ist es ein Fakt, dass weltweit die absolute Anzahl an Rauchern zunimmt und dementsprechend auch der Tabakabsatz von Imperial Brands. Dies spiegelt sich natürlich auch in den seit mehreren Jahren steigenden Umsätzen bei Imperial Brands wieder. 2018 erwirtschaftete Imperial Brands einen Umsatz von knapp 15,4 Milliarden GBP und ein Ergebnis nach Steuern von 1,36 Milliarden GBP. Man kann also durchaus sagen, dass es geschäftlich sehr gut läuft. Als Investor muss man nicht alles mögen, in was man investiert, man muss nur das Geschäftsmodell verstehen.

Imperial Brands hatte vor einiger Zeit bekannt gegeben, sich mit 123 Mio. CAD, in Form einer Wandelschuldverschreibung, am kanadischen Cannabis-Produzenten Auxly Cannabis Group Inc., zu beteiligen, welche jederzeit über die Laufzeit von drei Jahren, in 19,9 % Aktien zu einem Preis von 0,81 CAD je Aktie, umgewandelt werden kann. Ich persönlich halte diese Kooperation für sehr interessant, insbesondere bei dem Hintergrund, dass Cannabis langfristig in immer mehr Staaten in den USA aber auch sicherlich weltweit, zu gesundheitlichen Zwecken, legalisiert wird.

Aus diesem Grund hatte ich mir am Montag Aktien von Imperial Brands gekauft. Auf Basis der aktuellen Analystenschätzung würde dies für mich eine Dividendenrendite von 10 % für das laufende Geschäftsjahr bedeuten, so war auch mein Limit beim Kauf eingestellt, selbst wenn ich von den 10 % noch die 25 % Abgeltungssteuer plus Soli abziehe, bleibt immer noch eine sehr gute Dividendenrendite, die sich in der Regel über die nächsten Jahre auch noch erhöhen sollte. Davon kaufe ich wieder neue Aktien, Zinseszins-Effekt. Dies war der Grund, warum ich mir die Aktie von Imperial Brands gekauft hatte.

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Da es schon seit Jahrzehnten weltweit Diskussionen über Erkrankungen und Krebs in Verbindung mit Tabak gibt, betreibt Imperial Brands eine Sparte mit dem Namen Next Generation Products, dahinter verbergen sich sogenannte Verdampfer, vereinfacht ausgedrückt, E-Zigaretten, die nikotinhaltige Flüssigkeiten verdampfen. Aufgrund dieser Sparte wurde jetzt eine Gewinnwarnung herausgegeben.

In den USA kam es in den letzten Wochen und Monaten zu regulatorischen Unsicherheiten, worauf hin eine zunehmende Anzahl von Einzel- und Großhändlern keine Bestellungen mehr aufgegeben und keine Werbung für diese Produkte erlaubt haben. In Mexiko, Brasilien und Thailand sind diese Produkte schon länger nicht mehr erlaubt. Das ist langfristig schwieriger sein wird Verdampfer zu verkaufen und sie in einigen Ländern bereits verboten sind, war für mich nicht neu, dies ist allgemein bekannt. Dementsprechend war der Aktienkurs auch unter die Räder geraten.

Meine persönliche Meinung ist, selbst wenn es jetzt noch zu zusätzlichen Kostenbelastungen im Bereich der Verdampfer kommen wird und das wird sicherlich passieren, ist es dennoch langfristig eine sehr gute Buy and Hold Aktie. Sollte die Aktie von Imperial Brands in den nächsten Wochen weiter einbrechen, werde ich auch noch einmal nachkaufen.

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Laut Gewinnwarnung von gestern rechnet Imperial Brands für das laufende Geschäftsjahr nur noch mit einem Umsatzzuwachs von 2 %, daraufhin ist der Aktienkurs um über 12 % eingebrochen. Da ich ein sehr großer Anhänger vom antizyklischen investieren bin, zitiere ich auch gerne den Spruch vom deutschen Banker Carl Mayer von Rothschild: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“ Dementsprechend habe ich noch einmal für dieselbe Summe Aktien nachgekauft, dies würde einer geschätzten Dividendenrendite für die gestern gekauften Aktien von 11,2 % entsprechen. Verkaufen kommt für mich nicht infrage, allerdings kassiere ich sehr gerne die Dividende, während die Violinenmusik spielt.

Aktuell läuft bei Imperial Brands ein Kostenoptimierungsprogramm, mit dem man jährlich bis 2020, 300 Millionen GBP einsparen möchte. Des Weiteren ist geplant, das Premium Zigarrengeschäft zu veräußern, daraus sollen sich bis Mai 2020 Erlöse von bis zu 2 Milliarden GBP erzielen lassen.

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