50.000 Euro in Aktien anlegen – So würde ich das machen

Der Börsencrash bietet aktuell sehr interessante Möglichkeiten, sein Geld gewinnbringend in Aktien zu investieren. Langfristige Anleger können die jetzige Situation an den Aktienmärkten dazu nutzen, einen Grundstein für ihre Altersvorsorge zu schaffen.

Nicht jeder Mensch ist gleich. Dem Einen geht Sicherheit über alles, der Andere ist bereit, etwas mehr Risiko für mehr Rendite in Kauf zu nehmen. Man darf aber auch den Zeitfaktor nicht vergessen. Es macht einen Unterschied, ob man 18 Jahre alt ist und noch 50 Jahre bis zur Rente hat, oder ob es nur noch 10 Jahre bis zur Rente sind.

Ein weiterer Aspekt ist, wie viel Geld wird benötigt? Wer jung ist, kann mit kleinen Beträgen viel erreichen. Wer älter ist, muss mehr Geld einsetzen, um dasselbe Ziel zu erreichen. Wird das Geld überhaupt benötigt oder will man es nur parken, um es später zu vererben? Danach muss man seine Investitionsentscheidung treffen.

Es gibt nicht die eine Strategie, die für jeden passt. Jeder Mensch ist anders. Ich liebe Hoch-Dividenden-Aktien. Dividenden halte ich psychologisch für sehr wichtig. Selbst wenn ein Börsencrash stattfindet, erhalte ich noch meine Dividende. Vielleicht etwas gekürzt, aber sie kommt in der Regel, dies beruhigt. Von diesem Geld kann man dann gleich wieder neue Aktien günstig kaufen.

Bei 50.000 Euro könnte man 2.000 Euro in 25 verschiedene Unternehmen investieren. Ich habe ein paar Beispiele aufgeschrieben, einige enthalten auch mehr Aktien. Damit wäre eine Diversifikation gegeben. Dies kann man in den nachfolgenden Jahren natürlich noch weiter ausbauen und breiter streuen. Es ist ein Anfang, mehr nicht.

Wann sollte man nun investieren? Ich selbst habe einige gezielte Käufe nach stärkeren Kurseinbrüchen durchgeführt, warte aber immer noch auf den zweiten Einbruch an den Börsen. Nun weiß natürlich niemand, ob er kommt oder wann. Das Orakel aus Omaha geht jedenfalls davon aus und bunkert weiter das Geld, bereits über 137 Milliarden US-Dollar. Bisher sind meiner Ansicht nach die Risiken noch nicht in den meisten Aktienkursen eingepreist.

Meine Annahme ist, dass bei vielen Unternehmen die Q2-Zahlen richtig mies sein werden, deutlich schlechter als Q1. Im Q1 war meist nur der März schlecht wegen Corona, im Q2 alle drei Monate. Daher könnte die Börse dann nochmals nachgeben. Die Q2-Zahlen kommen im Juli. Hinzu kommt die steigende Arbeitslosigkeit und Insolvenzen weltweit.

Eine Strategie könnte sein, die Investitionssumme zu dritteln. Ein Teilkauf jetzt und dann jeden nachfolgenden Monat ein weiterer Teilkauf. Auf diese Art könnte man von einem möglichen Kursrutsch nach den Q2-Zahlen im Juli auch noch profitieren und einen guten durchschnittlichen Einstandspreis erhalten. Kommt der zweite Crash nicht, hat man schon Aktien.

Ich habe drei mögliche Anlage-Strategien einmal zusammengeschrieben.

Für risikoscheue Anleger

Als Basis dienen Dividenden-Aktien, allerdings nicht die Hochdividenden-Aktien. Die Zusammenstellung basiert auf den Erfahrungen der Crashs der letzten 20 Jahre. Viele dieser Aktien brechen nicht so stark ein und wenn sie doch einmal etwas stärker einbrechen, dann erholen sie sich recht schnell wieder. Dies bedeutet allerdings auch, dass man jetzt keinen besonders großen Rabatt beim Kauf erwarten kann. Auch zählen die Aktien nicht zu den totalen Überfliegern. Für diese Aktien könnte jetzt schon ein guter Kaufzeitpunkt sein, da sie eh kaum einbrechen. Falls doch kein zweiter Kursrutsch kommt, wäre dies eine sichere Variante.

UnternehmenBrancheWKN
American Water WorksWasserversorgerA0NJ38
AllianzVersicherung840400
AllstateVersicherung886429
American States WaterWasserversorger881720
AXAVersicherung855705
Casella Waste SystemsAbfallentsorgung910249
DanoneNahrungsmittel & Getränke851194
Deutsche WohnenImmobilienA0HN5C
EcolabReinigungsmittel854545
Home DepotBaumarkt866953
Jack Henry & AssociatesSoftware888286
JDE Peet`sKaffee und TeeA2P0E9
Johnson & JohnsonKonsumgüter853260
L'OrealKosmetik853888
MastercardZahlungsdienstleisterA0F602
MedtronicMedizintechnikA14M2J
MicrosoftSoftware870747
MondelezLebensmittelA1J4U0
NestléNahrungsmittel & GetränkeA0Q4DC
Nextera EnergyEnergieA1CZ4H
PepsiCoGetränke & Snacks851995
PfizerPharma852009
Republic ServicesAbfallentsorgung915201
SAPSoftware716460
VerisignInternetdienstleister911090
VisaZahlungsdienstleisterA0F602
VonoviaImmobilienA1ML7J
Waste ManagementAbfallentsorgung893579
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Für Dividenden-Jäger

Hoch-Dividendenaktien sind eine feine Sache. Meist haben sie aber einen kleinen Haken. Die Kursststeigerungen fallen nicht immer so stark aus. Bei REITs gehen die Kurse oft sogar seitwärts. Aktuell sind sie stark eingebrochen, somit könnte auf Sicht von zwei bis drei Jahren ein guter Kursanstieg plus eine hohe Dividende locken. In der Coronakrise haben natürlich auch einige Unternehmen ihre Dividenden gekürzt oder gestrichen, dass wird sich nach der Krise wieder ändern.

In der Liste stehen US-REITs (amerikanische Immobilienvermieter), welche ihre Dividenden gekürzt oder gestrichen haben. Viele von denen sind sehr breit aufgestellt, von Einkaufszentren, über Lagerhallen, Hotels, Einzelhandel, Freizeitparks, Skigebiete, Büros und Restaurants ist alles dabei. Diese Bereiche leiden momentan sehr stark.

Jetzt kommt es auf die persönliche Risikobereitschaft an. Wer das Risiko eingeht, kann zweistellige Dividendenrenditen nach der Krise erhalten, vielleicht in zwei bis drei Jahren. Einige Mieter werden in die Insolvenz gehen, dann muss erst ein Nachmieter gefunden werden. Wer daran nicht glaubt, kann einen sicheren Weg gehen. In der Liste sind auch Gesundheits-REITs. Die vermieten Immobilien an Kliniken, Labore, Senioreneinrichtungen und betreutes Wohnen. Diese Branchen wird es immer geben, die Menschen werden immer älter. American Campus Communities vermietet Studentenbuden an die Kids der Reichen und Schönen. An Studenten mangelt es nicht in den USA. Die Dividendenrenditen liegen im hohen einstelligen Bereich. Geringeres Risiko, geringere Dividendenrendite, ist klar.

Ich würde die Immobilien-Aktien aber nicht übergewichten, auch wenn sehr viele in der Liste stehen. Vielleicht 20 Prozent, Rest andere Aktien. Eine gute Streuung ist wichtig.

UnternehmenBrancheWKN
AbbViePharmaA1J84E
AllianzVersicherung840400
American Campus CommunitiesImmobilienA0B7TP
AroundtownImmobilienA2DW8Z
AXAVersicherung855705
Brandywine Realty TrustImmobilien875818
CR Capital Real EstateImmobilienA2GS62
Deutsche TelekomTelekommunikation555750
Energy TransferPipelinesA0JJTN
Enterprise Products PartnersPipelines915716
EPR PropertiesImmobilienA1J78V
Gladstone CommercialImmobilien260884
Global Net LeaseImmobilienA2DL1B
Grieg SeafoodLachszüchterA0MUHR
Iron MountainInformationsmanagementA14MS9
Kimco RealtyImmobilien883111
Medical Properties TrustImmobilienA0ETK5
MowiLachszüchter924848
Norilsk NickelRohstoffe728841
Omega Healthcare InvestorsImmobilien890454
One Liberty PropertiesImmobilien878237
OneokPipelines911060
Phillips 66 PartnerPipelinesA1W27H
Sabra Health CareImmobilienA1C9KE
SalMarLachszüchterA0MR2G
SberbankBank902954
ScotiabankBank850388
Simon PropertyImmobilien916647
Spirit Realty CapitalImmobilienA1W2ZY
SSEVersorger881905
Swiss ReVersicherungA1H81M
Tanger Factory Outlet CentersImmobilien886676
VentasImmobilien878380
VEREITImmobilienA14XJT
Wells FargoBank857949
WelltowerImmobilienA1409D
WhitestoneImmobilienA1JJ6F
W.P. CareyImmobilienA1J5SB
Zurich InsuranceVersicherung579919
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Wachstums-Depot

Wer etwas mehr Risiko und Kurszuwächse sucht, für den können Wachstumsaktien die richtige Wahl sein. Hohe Dividenden sollte man nicht erwarten, die Gewinne werden meist im Unternehmen reinvestiert. Oft wird auch keine Dividende ausgeschüttet. Auch um Kinder zu beschenken könnte dies eine gute Wahl sein.

UnternehmenBrancheWKN
AlphabetTechnologieA14Y6F
AlteryxSoftwareA2DME9
AmazonTechnologie906866
AppleTechnologie865985
Atoss SoftwareSoftware510440
AutodeskSoftware869964
BaslerIndustriekameras510200
BechtleIT-Dienstleister515870
CancomIT-Infrastruktur541910
Carl Zeiss MeditecMedizintechnik531370
CR Capital Real EstateImmobilienA2GS62
DatagroupIT-DienstleisterA0JC8S
Eckert & Ziegler Strahlen- und MedizintechnikMedizintechnik565970
EtsyInternetmarktplatzA14P98
FabasoftSoftware922985
FacebookTechnologieA1JWVX
FCR ImmobilienImmobilienA1YC91
Fiverr InternationalDienstleistungsvermittlungA2PLX6
HypoportTechnologie549336
IVU TrafficIT-Anwendungen744850
LPKF Laser & ElectronicsLasersysteme645000
Mensch und Maschine SoftwareSoftware658080
MicrosoftSoftware870747
S&TIT-DienstleistungenA0X9EJ
SAPSoftware716460
SartoriusLaborzulieferer716563
secunetIT-Security727650
ShopifySoftwareA14TJP
SoftcatIT-InfrastrukturanbieterA1430G
StoneCoZahlungsdienstleisterA2N7XN
TeamViewerSoftwareA2YN90
The Trade DeskSoftwareA2ARCV
ZscalerSoftwareA2JF28

Warum stehen gerade diese Unternehmen auf meinen Listen?

Bei der Zusammenstellung für risikoscheue Anleger habe ich auf die alten Hasen gesetzt, Unternehmen, die es schon sehr lange gibt, wo die Dividenden auch regelmäßig steigen. Es fällt mir kein Grund ein, warum sie irgendwann mal pleitegehen könnten, sie haben alle einen Burggraben und wachsen.

Von den Herstellern für Lebensmittel, Getränke und Verbrauchsgüter findet man die Produkte in jedem Supermarkt. Auch in der Krise werden die gekauft. Die Kreditkartenfirmen tragen kein wirkliches Risiko, das Risiko liegt bei den Banken, von denen die Kunden die Kreditkarten bekommen haben.

US-Wasser- und Stromversorger haben quasi ein Monopol in ihrer Gegend. Da kommt kein neuer Anbieter und packt eine zweite Wasserleitung in den Boden. Wohnimmobilienunternehmen wird es immer geben, irgendwo müssen die Menschen ja wohnen, vor allem in den Ballungsgebieten. Die Mieten werden immer teurer. Gerne kaufen die auch zu, in letzter Zeit eher im Ausland, somit wachsen sie. Gut für die Dividende und den Aktienkurs.

Versicherungen braucht jeder, Arzneimittel und Herzschrittmacher auch, die Menschen werden immer älter. Die großen Softwareunternehmen wachsen, kaufen auch gerne zu. Die Cloud ist ein guter Turbo für deren Geschäft.

Dann haben wir da noch die größte Baumarktkette der USA „The Home Depot“. Auch wenn das Internet denen hier und da ein paar Kunden wegnimmt, weil es einiges dort günstiger gibt, sehe ich da kein Problem. Gibt nur zwei große Baumarktketten in den USA. Kennt man doch von Deutschland. Als die Bau- und Gartenmärkte wegen Corona wieder öffnen durften, standen die Kunden Schlange und haben Blumen und alles mögliche herausgeschleppt. Gebaut wird immer.

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Amazon wird in Zukunft kaum einen Sack Zement per Drohne liefern. Blumen kaufen die Kunden lieber im Laden als online, die Kunden sind pingelig. Eine Pflanze muss perfekt aussehen, dass geht online nicht. Gleichzeitig schleppen sie alles mögliche noch mit heraus, wenn sie eh schon einmal im Baumarkt sind. Die USA haben auch nicht so eine Baumarktdichte wie wir in Deutschland, daher ist der Preisdruck nicht ganz so stark wie bei uns.

Bei den Hoch-Dividenden-Aktien bin ich ähnlich vorgegangen, habe aber den Immobilienbereich auf Gewerbeimmobilien und auf Banken erweitert. Dies ist etwas risikoreicher, daher ist die Dividende höher. Jetzt in der Krise leiden die natürlich. Im Bereich Infrastruktur sind Pipelinebetreiber hinzugekommen. Öl- und Gasunternehmen zahlen denen Geld dafür, damit die ihr Gas und Öl transportieren. Das Risiko besteht darin, dass aufgrund eines niedrigen Ölpreises deren Kunden, Ölunternehmen, pleitegehen. Passiert schon seit einiger Zeit. Durch die Coronakrise ist die Nachfrage nach Öl um ein Drittel gesunken, die Preise eingebrochen. Dann müssten die Pipelinebetreiber den angeschlagenen Unternehmen Rabatte einräumen, was die Dividende drückt.

Von Hochdividendenaktien sollte man nicht zu große Kurszuwächse erwarten, dafür gibt es aber eine hohe Dividende. Wer etwas Geld herumliegen hat, kann so schnell ein passives Einkommen aufbauen. 50.000 Euro reinstecken und im Idealfall in ein paar Jahren vielleicht 5.000 Euro jährlich als Dividende herausholen. Wer Aktien hat, die nur 2 Prozent Dividendenrendite aufweisen, der bekommt nur 1.000 Euro heraus, muss also fünf Mal so viel Geld einsetzen. Ist eine andere Strategie. Muss jeder selbst entscheiden, welche zu ihm passt.

Bei den Wachstumsaktien geht es um die Branchen, wo aktuell schon eine sehr starke Nachfrage herrscht und in Zukunft vermutlich noch eine viel größere herrschen wird. Meistens ist es der Technologie- und Softwarebereich. Es ist viel Fantasie in den Aktienkursen drin. Im Grunde sind die Unternehmen alle total überbewertet. Die Börse hat die nächsten 10 Jahre schon eingepreist. Wer in so etwas investiert, dem muss klar sein, dass einige von den Unternehmen vielleicht auch gegen die Wand fahren werden, dafür werden andere zu Überfliegern. Ist eben Risiko. Muss jeder selbst wissen, was er macht.

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