Deutsche Aktie des Tages: Funkwerk AG

Ich persönlich liebe Nischenaktien. In Nischen wollen viele große Unternehmen nicht hinein, weil ihnen der Aufwand viel zu groß ist und das, was man da verdienen kann, ist ihnen zu gering. Dennoch sind Nischen für kleinere Unternehmen durchaus profitabel, wenn man weiß, was man tut.

Es gibt im thüringischen Kölleda ein im Jahr 2002 gegründetes, kleineres Unternehmen mit 649 Mitarbeitern, welches sich auf Bahntechnik spezialisiert hat, die Funkwerk AG (WKN: 575314 / ISIN: DE0005753149). Funkwerk unterhält vier Niederlassungen in Deutschland und eine in Österreich.

Das Unternehmen ist Marktführer für den GSM-R-Zugfunk. Darüber kommunizieren die Bahnbetreiber mit dem Zugführer. GSM-R ist der Kommunikationsstandard im europäischen Schienenverkehr. 55000 Cab-Radios von Funkwerk sind weltweit in Führerständen von Zügen und Bahnen installiert sowie 15000 focX-Handhelds im Einsatz. Des Weiteren werden technische Lösungen angeboten, damit der Zugführer mit den Passagieren im Zug kommunizieren kann.

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Auf Bahnhöfen möchten Passagiere auch gerne wissen, wann und wo ihr Zug abfährt. Über 8.000 Bahnhöfe und Haltestellen weltweit werden mit Fahrgastinformationssystemen von Funkwerk angesteuert. Auf Bahnhöfen gibt es auch immer Durchsagen. Die dafür notwendigen Beschallungssysteme produziert Funkwerk.

Mit Sicherheit ist es auf Bahnhöfen auch immer so eine Sache. Funkwerk produziert maßgeschneiderte Überwachungssysteme für Bahnhöfe, Autobahnen, Banken, Kraftwerke, Rechenzentren, Behörde, Justizvollzugsanstalten und für die Industrie. Dazu passend wird gleich eine intelligentes Gebäude- und Gefahrenmanagement-Software mitgeliefert.

Seit April 2022 hat die Aktie rund 45 Prozent verloren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) liegt etwa bei 8,5. Die Dividendenrendite beträgt rund 1,3 Prozent.

Wie so ziemlich jedes Unternehmen leidet man bei Funkwerk unter hohen Beschaffungskosten und Lieferkettenproblemen. Der Auftragsbestand zum Ende des dritten Quartals (30. September 2022) belief sich auf 169,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 75,9 Millionen Euro).

Der Konzernumsatz sank auf 79,7 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 88,5 Millionen Euro). Das EBIT sank auf 15,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 21,8 Millionen Euro). Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 130 Millionen Euro und 135 Millionen Euro, bei einem EBIT zwischen 22 Millionen Euro und 25 Millionen Euro.

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