Deutsche Krisenaktie des Tages: BASF SE mit top Dividende

Der Chemie-Branche geht es eigentlich sehr gut, eigentlich. Während viele Aktien der Wettbewerber der BASF (WKN: BASF11 / ISIN: DE000BASF111) Allzeithochs hatten, war die Investition in Aktien der BASF in den letzten Jahren nicht das super Geschäft.

Der umsatzstärkste Chemiekonzern der Welt leidet derzeit. Kummer ist man als Anleger bei der BASF seit November 2017 gewohnt, der Aktienkurs hat sich fast halbiert seitdem. Wir reden jetzt von einem KGV von etwa 8,4. Letztes Jahr lag der Gewinn nach Steuern noch bei 5,523 Milliarden Euro, aktueller Börsenwert 45,25 Milliarden Euro.

Die BASF hatte viel Pech. 2018 gab es das Niedrigwasser auf dem Rhein. BASF betreibt in Ludwigshafen den größten zusammenhängenden Chemiestandort der Welt. Dieser transportiert 40 Prozent seiner Güter per Schiff, über den Rhein. Bei Niedrigwasser geht das nicht. Das Ergebnis waren viele Liefer- und Produktionsausfälle. Hinzu kamen Probleme auf dem Weltmarkt, die Weltwirtschaft kühlte ab.

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2019 gingen die Probleme weiter. BASF ist ein wichtiger Zulieferer für die Automobilbranche. Rund 20 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet die BASF in diesem Sektor. Der Automobilbranche ging es aber schlecht, hinzu kam der Handelsstreit zwischen den USA und China.

Dann kam Corona. Weltweit standen Fabriken still, Lieferketten wurden unterbrochen. Nachdem es endlich wieder relativ gut für die BASF lief, kam 2022 der Krieg in der Ukraine. BASF musste rund 1,1 Milliarden Euro wegen Nord Stream 2 abschreiben. Dann kam der Rückzug aus Russland und Weißrussland. Auch dies führt zu deutlichen Abschreibungen.

Das Ergebnis ist ein weiterhin fallender Aktienkurs. Die Aktie kostet etwa 50 Euro, beim Coronacrash 2020 lag sie bei etwa 40 Euro. Sie nähert sich immer mehr diesem Tiefpunkt an. Die interessante Frage ist, wann erfolgt die Bodenbildung?

Die Dividende wurde kürzlich erhöht, von 3,30 Euro auf 3,40 Euro. Wir reden aktuell bereits von einer Dividendenrendite von 6,7 Prozent. Wenn die Aktie noch weiter fällt, dann wird es richtig interessant.

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Wem der Aktienkurs egal ist, nur eine hohe Dividendenrendite sucht, noch einige Jahrzehnte Zeit hat, der könnte mal schauen, wann eine mögliche Bodenbildung erfolgt. Sollte sich der Gasstreit mit Russland noch ausweiten, wird der Aktienkurs weiter fallen. Dann kann es richtig interessant werden, langfristig gesehen.

Kurzfristig könnte die Dividende sogar sinken oder gestrichen werden, wenn Putin das Gas für Deutschland abdreht. Dies würde den BASF-Standort Ludwigshafen sehr stark schädigen, die brauchen das Gas für die Produktion. Allein dieser Standort benötigt im Jahr so viel Gas, wie eine Stadt mit einer Million Einwohner.

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