Geht der Abverkauf an der Börse weiter?

Der amerikanische Hedgefund-Manager Dr. Michael J. Burry wurde mit seinen Wetten auf den Zusammenbruch des amerikanischen Häusermarktes berühmt. Später erfolgte die Verfilmung unter dem Titel „The Big Short“. Vor einiger Zeit wurde bekannt, dass er fast alle Aktien seines Fonds verkauft hat. Er geht davon aus, dass die Abverkaufswelle weitergeht.

Wenn wir uns die Entwicklungen der Aktiencharts vieler Unternehmen anschauen, dann kann man schon erkennen, dass es einige Gegenbewegungen gab und oft dann auch in der Finanzpresse geschrieben wurde, dass es jetzt wieder aufwärts geht. Ich bin da skeptisch, habe auf Aktienzukäufe in letzter Zeit verzichtet. Aus Sicherheitsgründe habe ich aber auch nicht geshortet. Es ist alles sehr unübersichtlich. Nachhaltig waren die Gegenbewegungen oft nicht. Es ging tendenziell oft eher abwärts über die letzten 12 Monate.

Bei einer Aktie hat Michael Burry aber zugeschlagen, bei The GEO Group (WKN: A11662 / ISIN: US36162J1060), mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (roll. Hochrechn.) von 15,6. Die Aktie hat seit März 20217 rund 74 Prozent verloren. Das Unternehmen betreibt mit seinen 18.000 Mitarbeitern 102 private Gefängnisse und psychiatrische Einrichtungen mit rund 82.000 Betten.

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Wenn wir uns die Lage einmal genauer anschauen, dann sehen wir immer noch sehr hohe Inflationsraten, welche vor allem in Europa im Herbst noch weiter ansteigen können. Die Energiepreise explodieren weiter. Jetzt will die Politik eingreifen. Ob die das auf die Reihe bekommen, ist fraglich.

Die deutsche Regierung hat sich schon einmal offen gehalten, wenn die EU das nicht hinbekommt, es selbst machen zu wollen. Leider ist unsere Regierung genauso unfähig wie die Politiker im europäischen Parlament. So wie die Politik redet, wird dies noch alles sehr lange dauern.

Die hohen Energiepreise, Transportkosten, Lieferkettenprobleme, steigende Zinsen und alle anderen Probleme können dazu führen, dass die bisher recht guten Ergebnisse der Unternehmen einbrechen. Die Fed will noch einmal kräftig an der Zinsschraube drehen, die EZB wohl auch ein Bisschen mehr als bisher. Insgesamt werden wir im Euroraum aber nicht so hohe Zinsen sehen wie in den USA.

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Ich habe die letzten Wochen viele Quartalsberichte und Halbjahresberichte gelesen. Bei vielen produzierenden Unternehmen steht drin, dass sie sinkenden Margen für das zweite Halbjahr erwarten. Oft steht auch drin, dass sie dennoch die Jahresziele erreichen werden, weil das erste Halbjahr noch gut war.

Man kann aber erkennen, dass es wohl nicht mehr so gut laufen wird und dies wird sich dann auch im Aktienkurs nieder spiegeln. Von daher bin ich aktuell immer noch zurückhaltend bei Zukäufen und warte ab.

Allerdings muss man eine Sache auch berücksichtigen. Es gibt einige Analysten, die erwarten für Ende dieses Jahres höhere Aktienkurse als heute. Die Börse ist dem Markt immer eine Zeit voraus. Die Frage ist nun, wie weit voraus? Es gibt einige, die reden von 6 Monaten, andere auch von 2 Jahren. Da gibt es keine Regel. In dem Moment, wo man erkennen kann, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder aufwärts geht mit der Wirtschaft, werden die Aktienkurse auch wieder anziehen.

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