Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen

Tech ist nicht back, auch wenn dies in den Medien die letzten Tage gerne behauptet wurde. Amerikanische Technologie- und Home Office Aktien sind die großen Verlierer, selbst die Value-Aktien leiden. Die Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten geht weiter und die US-Notenbank trägt ihren Teil mit dazu bei.

Jetzt trennt sich endlich die Spreu vom Weizen, die Blase ist geplatzt. Der Schrott stürzt ins Bodenlose, Qualitätsaktien nähern sich akzeptableren Bewertungen, aber immer noch hoch.

Ich liebe solche Situationen. Schlecht ist immer, wenn der Markt nicht weiß, was er will. Dann Geld zu verdienen ist kaum möglich. Bereits seit einiger Zeit bin ich short bei mehr als zwei Dutzend Schrotthaufen, welche nach dem Märzcrash hochgejubelt wurden und sich jetzt ihren Vorcoronakursen annähern oder sie sogar bereits unterschritten haben. Letzteres ist meist der Anfang vom endgültigen Absturz. Ich habe meine Positionen bereits vor Tagen ausgebaut.

Dennoch würde ich sagen, dass es keinen kompletten Abverkaufstrend gibt. Die Technologieunternehmen, welche fundamental intakt sind, wie Apple, Microsoft oder Amazon, haben nicht so stark gelitten. Eine Amazon-Aktie hat jetzt den Preis von Mitte 2020. Konsumaktien sind weiterhin relativ stabil.

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Man sagt immer, buy the dip. Fakt ist, viele Techaktien sind so günstig, wie schon lange nicht mehr. Jetzt warten Anleger geduldig auf die letzten Quartalszahlen. Wenn diese gut ausfallen und das Wachstum weitergeht, könnte dies zu Gegenbewegungen führen. Bei den Schrotthaufen erwarte ich allerdings keine nachhaltigen Gegenbewegungen, Schrott bleibt Schrott.

Wobei man auch hier nicht zu viel erwarten sollte, die Anleger sind viel zu viel verwöhnt. Tesla hat alle Erwartungen geschlagen, 5,5 Milliarden USD Gewinn letztes Jahr. Und was macht die Aktie? Seit 3. Januar von 1.200 USD auf 835 USD gefallen.

Ich bin short in Tesla und freue mich. Tesla hat immer noch einen mehr als siebenmal so hohen Marktwert wie Volkswagen, bei einem geringeren Gewinn. Da ist es mir auch egal, dass sich einige gerne Tesla als Technologieunternehmen schönreden. Der Marktwert stimmt einfach nicht.

Die US-Notenbank agiert meiner Ansicht nach etwas unklug und schürt dadurch immer mehr Panik. Anleger bekommen vor jeder Tagung der Notenbanker Angst und zwei Wochen später mit der Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokoll die nächsten Magenschmerzen.

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Ich habe bereits öfter geschrieben, dass ich für dieses Jahr eher zu Konsumaktien tendiere. Die sind zwar langweilig, aber dafür schläft man mit denen ruhiger.

Ein Interessenschwerpunkt von mir sind REITs, besonders Hypotheken-REITs leiden jetzt. Dies hängt meist mit den geplanten Zinsanhebungen der Fed zusammen. Armour Residential REIT Inc. (WKN: A14VN9 / ISIN: US0423155078) hat eine derzeitige Dividendenrendite von 12,77 Prozent und die Aktie fällt weiter, Global Net Lease Inc. (WKN: A2DL1B / ISIN: US3793782018) 11,31 Prozent oder American Finance Trust Inc.(WKN: A2DYE8 / ISIN: US02607T1097) 10,34 Prozent.

Ich fülle derzeit meine Watchlisten mit den REITs auf und warte auf Bodenbildung bei denjenigen mit den höchsten Dividendenrenditen. REITs können eine gesunde Basis für ein Buy and Hold Depot bilden.

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