Niemals einer Aktie hinterherlaufen

Das kennst du bestimmt auch. Eine Aktie, die du dir erst vor kurzem angeschaut hast, ist gerade in die Höhe geschossen, gekauft hast du sie damals leider nicht. Jetzt ärgerst du dich, stimmts? Ich kenne diese Momente natürlich auch, ich habe mich schon sehr häufig geärgert, eine Aktie nicht gekauft zu haben.

Nun kommt der Moment, wo man überlegt, die Aktie jetzt doch noch zu kaufen, sie wird bestimmt noch weiter steigen, schließlich will man da doch dabei sein und sich ein so gutes Geschäft nicht entgehen lassen. Doch das kann gewaltig schiefgehen, oft sind solche Überflieger-Aktien sowieso schon überbewertet und nach einem erneuten starken Kursanstieg erst recht. Da kann man regelrecht auf den Crash warten, meistens kommt er, wenn man gerade erst eingestiegen ist.

André Kostolany beschrieb es so: „Einer Straßenbahn und einer Aktie darf man nie nachlaufen. Nur Geduld: Die nächste kommt mit Sicherheit.“

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Eigentlich müsste man eine Aktie kaufen, wenn sie wieder mal unter Druck geraten ist, so wie es Warren Buffett macht. Anstatt dann aber Aktien zu kaufen, fehlt den meisten Anlegern der Mut, sie haben Angst, dass die Aktie weiter abstürzt. Die bereits investierten Anleger haben ebenfalls Angst, dass die Aktie weiter abstürzt, also verkaufen sie hektisch ihre Aktien. Rational betrachtet handeln beide vollkommen falsch.

Der bereits investierte Anleger verkauft meist mit Verlust, anstatt den Kursrückgang auszusitzen. Derjenige, der kaufen möchte zögert und wartet ab, bis die Aktie wieder gestiegen ist und steigt auf einem viel zu hohen Niveau ein, ihm entgeht der eigentliche Gewinn. Hier kommt wieder der Herdentrieb zum Vorschein. Wenn die Masse einsteigt, ist es schon viel zu spät. Die Gewinne werden vorher gemacht, wenn die Masse noch Angst hat. Wenn die Gier die Masse befallen hat, kommt meist schon die nächste Kurskorrektur. Nach dem Crash ist vor dem Crash.

Viele Anleger verwechseln Investieren mit Zocken. Investoren denken langfristig, Buy and Hold, Zocker wollen nur das schnelle Geld machen, was meistens schiefgeht.

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Eine interessante Möglichkeit langfristig erfolgreich an der Börse zu investieren ist der Cost-Average-Effekt, zu deutsch Durchschnittskosten-Effekt. Man kauft regelmäßig Aktien oder ETFs, Monat für Monat denselben Betrag, egal ob die Börse gerade tief steht oder hoch. Sind die Aktienkurse niedrig, bekommt man mehr Aktien für sein Geld, sind die Kurse höher weniger Aktien, so ergibt sich über die Jahre ein guter Durchschnittspreis für eine Aktie. Wenn man diese Strategie stur durchzieht und sich nicht von anderen bequatschen lässt, kann man die psychologischen Fallen überlisten.

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