Upwork Wachstums-Aktie startet durch +200% in 6 Wochen

Der Kurs der Upwork Aktie (WKN: A2N5QE / ISIN: US91688F1049) hat sich innerhalb der letzten sechs Wochen verdreifacht, dies kam ziemlich überraschend. Upwork ist eines der weltweit größten Onlinenetzwerke, über das selbstständige Freelancer an Auftraggeber vermittelt werden. Die Dienstleistungspalette reicht von Grafikarbeiten, über Suchmaschinenoptimierung, Programmierung bis hin zu Tonarbeiten. Im Grunde alles, was man als Freelancer mit einem Computer so anstellen kann.

Ich hatte vor einiger Zeit ja schon im Blog darüber berichtet, dass ich mir die Aktie vom Wettbewerber Fiverr International (WKN: A2PLX6 / ISIN: IL0011582033) gekauft habe, welche in den letzten drei Tagen 25 Prozent in die Höhe geschossen ist.

Auch Fiverr vermittelt Dienstleister an Auftraggeber. Beide Plattformen erheben eine Vermittlungsprovision für jeden Auftrag. Allerdings unterscheiden sie sich aber in einem wesentlichen Punkt.

Fiverr erhebt keine monatliche Grundgebühr. Man kann jeden Freelancer anschreiben, den man will. Bei Upwork ist das anders. Mit einem kostenlosen Account kann man nur drei anschreiben. Da ich selbst die Branche gut kenne und mit Freelancern über Jahre gearbeitet habe, weiß ich genau, dass man mindestens 30 testen muss, um einen guten zu finden. Nicht jeder, den man anschreibt, der antwortet auch.

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Viel Betrug auf derartigen Plattformen gibt es auch. Es fängt bei Fake-Accounts bei den Freelancern an, mit aus dem Internet gezogenen Fotos blonder hübscher Frauen, welche als Profilbilder verwendet werden. Weiter geht es mit der Angabe einer falschen Adresse in Verbindung mit dem Profilbild, statt Dhaka in Bangladesch, steht dann dort New York, USA. Noch beliebter ist, einfach den Kunden geklaute Grafikarbeiten aus Stockdatenbanken anzubieten, welche sie dann als ihre eigenen ausgeben. Wer die dann verwendet, wird damit gewaltig auf die Nase fallen, dies wird teuer. Diese Probleme gibt es aber auf beiden Plattformen, bei Fiverr und bei Upwork.

Was ich dir damit nur sagen wollte ist, dass man bei Upwork mit drei Anfragen an Freelancer nicht auskommt. So findet man keinen guten Auftragnehmer für sich. Upwork weiß das auch. Daher gibt es noch zwei weitere Preismodelle, einen Account mit bis zu 15 Anfragen im Monat für 49,99 US-Dollar und einen für unbegrenzt viele Anfragen für 849 US-Dollar im Monat. Nein, dies ist kein Schreibfehler, es ist wirklich so teuer.

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Und hier liegt dann auch der Knackpunkt. Was machen die Auftraggeber also? Entweder sie legen sich mehrere kostenlose Accounts zu und stellen über jedem drei kostenlose Anfragen oder sie buchen das Paket für 49,99 US-Dollar für ein bis zwei Monate, suchen sich einen Freelancer und melden sich dann wieder bei der Upwork ab. Den Freelancer beschäftigen sie dann ohne Plattform, ohne Provision für jeden Auftrag zu zahlen. Bei YouTube gibt es haufenweise Videos, wo dies geraten wird.

Im zweiten Quartal ist der Umsatz um 19 Prozent bei Upwork gestiegen, auf 87,5 Millionen US-Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Jetzt kommt das Aber. Du wirst es schon erraten haben, Upwork macht keinen Gewinn.

Der Nettoverlust im zweiten Quartal lag bei 11 Millionen US-Dollar, was 0,09 US-Dollar je Aktie entspricht. Im Vorjahreszeitraum lag der Nettoverlust noch bei 2,5 Millionen US-Dollar, 0,02 US-Dollar je Aktie. Mit anderen Worten, der Verlust steigt, seit Jahren, bei Fiverr hingegen sinkt er. Deswegen habe ich mir die Fiverr Aktie auch vor einiger Zeit gekauft. Ab 2022 soll Fiverr nach Analystenmeinungen Gewinn erwirtschaften.

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Bei Upwork bin ich mir nicht so sicher. Ich glaube, die Aktie wird es langfristig schwer haben. Es würde mich allerdings nicht wundern, wenn der Aktienkurs trotzdem erst einmal weiter steigen wird, trotz steigenden Verlust.



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