Verliebe dich nicht zu sehr in eine Aktie

Aktien sind toll, ich liebe sie. Ich kann von ihnen nie genug haben, ich sammle sie wie Briefmarken. Jeder sollte Aktien haben, so viele wie möglich. Für mich sind Aktien die beste Möglichkeit, sein Geld langfristig zu vermehren.

Das Sparbuch ist tot. Ein Tagesgeldkonto ist nur für den Notgroschen da oder um sein Geld zwischenzulagern, wenn man sich etwas Größeres kaufen möchte. Ansonsten bringen beide keine Rendite mehr, es lohnt sich nicht, dort sein Geld langfristig zu parken. Die Inflation frisst alles auf, die Kaufkraft sinkt.

Oft sehe ich bei Bekannten, die mir von ihrem Depot erzählen oder mal einen kleinen Einblick geben, dass sie bei einigen Aktien immer fleißig nachkaufen. Diese Position sind im Depot so groß geworden, dass man schon von einem Klumpenrisiko sprechen kann. Fällt da mal eine Position aus, dann tut dies richtig weh.

Wenn ich frage, warum kaufst du immer die Aktie immer nach, ist in der Regel die Antwort, dass Unternehmen ist toll, die Aktie ist gut gelaufen. Ich mag das Unternehmen.

Hier kann auch die Gefahr lauern. Eine Aktie, die in der Vergangenheit gut gelaufen ist, auch über Jahrzehnte, muss das nicht auch in Zukunft machen. Nehmen wir mal ein Beispiel, Bankaktien.

Amerikanische Bankaktien sind in den letzten Jahrzehnten sehr gut gelaufen, gegenüber den deutschen Banken verdienen sie richtig viel Geld. Bei Anlegern sind sie aufgrund ihrer Dividenden sehr beliebt.

Die Aktien der Deutschen Bank und Commerzbank sind eine Enttäuschung. Wer die im Depot hat, sollte sich gut überlegen, ob er noch weitere Aktien nachkauft. Die Aktien hätte man schon vor Jahren aus dem Depot schmeißen sollen. Hinterher ist man aber immer schlauer.

Nun stellt sich die Frage, wird das auch in Zukunft so sein? Nach der Finanzkrise waren in Europa die Zinsen im Keller, in den USA nicht so stark. Die Regularien waren lasch. Deshalb haben die Banken dort gute Gewinne gemacht. Wird das auch in Zukunft so sein?

Die Banken haben in der Vergangenheit viel Geld mit dem Fondsgeschäft und dem Aktienhandel verdient. Fonds sind teuer, günstige ETFs sind immer mehr im Kommen. Die Gebühren für den Aktienkauf- oder Verkauf liegen schon bei Null Euro, viele Banken haben nachgezogen, andere werden nachziehen. Dies wird die Einnahmen drücken.

Die US-Banken stehen deutlich besser dar als die europäischen. Sie haben überall die Nase vorn, beim Aktienhandel, Vermögensverwaltung oder Firmenübernahmen, selbst bei den Börsengängen.

Die Coronakrise ist ein momentanes Problem. Das würde ich jetzt bei den Banken nicht überbewerten. Sie werden noch viele Milliarden abschreiben müssen. Irgendwann ist die Krise aber vorbei. Dies kann eine gute Kaufgelegenheit bei den Aktien der US-Banken sein.

Daher würde ich sagen, europäische Bank-Aktien nein, amerikanische durchaus. Mit gefällt Wells Fargo. Wenn die Aktie doch noch im Herbst abstürzen sollte, dann werde ich sie mir auch ins Depot holen, als Beimischung.

Man sollte sich nicht zu sehr in eine Aktie verlieben. Lieber breiter streuen und einige andere Werte kaufen. Auch andere Unternehmen schütten schöne Dividenden aus. So kann man die Klumpenbildung vermeiden. Breit gestreut, nie bereut.



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