Am besten als Börsen-Einsteiger keine konjunkturabhängigen Aktien kaufen

Die Coronakrise hat uns wieder einmal vor Augen geführt, dass Aktien von konjunkturabhängigen Unternehmen nicht unbedingt die beste Wahl für das Depot sind. Sämtliche konjunkturabhängigen Unternehmen hat es in dieser Krise voll erwischt.

Einige sind schon pleite, andere mussten Staatshilfe beantragen, viele weitere werden noch pleitegehen. Wenn der Konsum nicht mehr läuft, die Menschen ihr Geld zusammenhalten, weil sie nicht wissen, ob sie es morgen nicht für Lebensmittel oder ähnliches benötigen, dann geben sie ihr Geld nicht aus.

Die jetzige Krise hat uns eindeutig gezeigt, wie schnell weltweit Jobs verloren gehen können. Alles hängt zusammen. Keine Jobs, weniger Konsum. Weniger Konsum, noch weniger Jobs, niedrige Aktienkurse, keine oder niedrige Dividenden.

Es dauert viele Jahre, bis sich die angeschlagenen Unternehmen erholen werden. Dabei gibt es gar keinen Grund, sich von denen jetzt Aktien zu kaufen und täglich Stoßgebete in den Himmel zu schicken, dass die Aktienkurse bald wieder steigen mögen.

An Krisen mangelt es nicht. Schon vor der Coronakrise hatten diverse Branchen ihre Probleme, Automobilindustrie. Chemie, Einzelhandel, europäische Banken und viele mehr.

Es gibt so schöne defensive Aktien-Perlen. Unternehmen, die schon seit Jahrzehnten existieren und weitestgehend konjunkturunabhängig ihr Geld verdienen. Auch diese Unternehmen sind etwas betroffen bei Krisen, dies fällt bei denen aber kaum ins Gewicht. Dementsprechend sind die Aktien nicht so volatil, sie stürzen in der Krise nicht so stark ab. Zu diesen Branchen gehören:

  • Konsumgüterhersteller
  • Wohnimmobilienvermieter
  • Energieversorger
  • Wasserversorger
  • Fernwärme
  • Müllentsorgung
  • Lebensmitteleinzelhandel
  • Telekommunikation
  • Lebensmittelhersteller
  • Tabakproduzenten
  • Gesundheitssektor
  • Getränkeproduzenten (keine Brauereien)
  • Versicherer (keine reinen Lebensversicherer)
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Der Lebensmitteleinzelhandel ist zwar auch konjunkturunabhängig, gegessen und getrunken wird immer, aber dennoch würde ich um diese Branche einen Bogen machen. Langfristig bekommen die großen börsennotierten Lebensmitteleinzelhändler immer mehr Probleme. Bei vielen ist der Aktienkurs schon im Keller, andere werden durch die Discounter und den Onlinehandel Probleme bekommen, bzw. haben sie schon.

Geraucht wird bekanntlich viel, quer durch die Gesellschaft. Aus Dividendensicht sind die Aktien super, dennoch leidet die Performance seit einigen Jahren. Wer es eher auf die Dividende abgesehen hat, für den können derartige Aktien interessant sein.

Energieversorger sind zwar auch antizyklisch, dennoch können hier andere Gefahren für die Aktionäre lauern, Stichwort Energiewende. Das Geschäftsmodell kann so ganz schnell auf dem Kopf gestellt werden. Lieber die Finger von dieser Branche lassen.

Die anderen antizyklischen Aktien aus diesen Branchen sind perfekt geeignet für Börsen-Einsteiger, so schläft es sich deutlich ruhiger und schöne Dividenden gibt es auch noch.


2 Kommentare
    • IM HAMSTERRAD

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