Berichtssaison ist weitestgehend abgeschlossen – wie geht es im Mai weiter am Aktienmarkt?

Die wichtigsten Quartalszahlen sind bekannt, einige Nachzügler werden die nächsten Tage noch berichten. Es kam so, wie ich es erwartet hatte. Die meisten Unternehmen haben ihre eigenen Erwartungen und die der Analysten übertroffen.

Leider hat dies oft nicht zu Kurssprüngen geführt. Bei einige Aktien in meinem Depot habe ich teilweise aber auch zweistellige Kurseinbrüche gesehen, trotz hervorragender Zahlen. Dies war zu erwarten, hatte ich ja schon vor einigen Wochen im Blog geschrieben. Corona hat sehr viel Wachstum bei den Technologie-, Internet- und Gesundheitsunternehmen vorweggenommen.

Dies kann oft nicht so weitergehen, das Wachstum muss sich bei vielen Unternehmen verlangsamen. Das Ergebnis waren Anleger, welche ihre Aktien abgestoßen und den Kurs dann mit nach unten gerissen haben. Dies sind Zocker, keine langfristigen Investoren. Die springen hin und her, suchen das schnelle Geld.

Du kennst bestimmt auch diesen Spruch „Sell in may and go away“. Die Statistik spricht dagegen. In den meisten Fällen der letzten Jahre wäre es ratsamer gewesen, wenn man seine Aktien nicht verkauft hätte. Meine Strategie ist Buy and Hold und ich bleibe dementsprechend auch investiert.

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Gegenwind für den Aktienmarkt gibt es immer. Es wird immer nach Gründen gesucht, warum die Aktienmärkte einbrechen können. Wir sind bei den Renditen der US-Staatsanleihen noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen. Zwei Prozent sind realistisch. Dies ist eigentlich Gift für den Aktienmarkt.

Nun gibt es aber schon die ersten Analysten welche meinen, wenn der Anstieg ganz langsam passiert, dass es dann kein Problem darstellt. Solche 180-Grad-Kehrtwendungen der Analysten gab es in letzter Zeit öfter. Erst ist es ein riesiges Problem, dann keines mehr. Lassen wir uns überraschen.

Auch wird schon kräftig über eine Drosselung der Anleihenkäufe durch die US-Notenbank spekuliert, weil aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung, bis zu 6,5 Prozent Wirtschaftswachstum, die große Menge an Anleihekäufen eigentlich nicht mehr zu rechtfertigen ist. Weniger Anleihekäufe sind auch Gegenwind für den Aktienmarkt. Allerdings ist so eine Normalisierung überfällig.

In Europa warten wir seit der Finanzkrise darauf. Bei uns ist dies politisch aber nicht gewollt, weil dann viele EU-Länder aufgrund der höheren Zinsen kollabieren würden. Auch der deutsche Staat, welcher sich Geld zu Negativzinsen leiht, könnte seinen aufgeblähten Haushalt so nicht mehr fortführen und müsste Steuern erhöhen, was viele Parteien jetzt schon beabsichtigen, nur mit der Begründung Corona.

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Ich denke, wir werden einen guten Mai sehen und insgesamt auch ein gutes Börsenjahr. Allerdings glaube ich nicht, dass wir solche Kurszuwächse wie letztes Jahr sehen werden. Der Aktienmarkt ist sehr weit vorweg gelaufen, in vielen Fällen zu weit. Dies muss erst einmal durch die Unternehmen gerechtfertigt werden, einige werden es wohl nicht können. Dennoch sollte es insgesamt ein gutes Börsenjahr werden.

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