Bist du psychisch in der Lage, einen Börsencrash auszuhalten?

Hast du dir einmal Gedanken darüber gemacht, was du machst, wenn ein Crash passiert? Viele Anleger haben tatsächlich noch nie darüber nachgedacht. Es strömen immer mehr junge Anleger an die Börse. Ein Crash ist bei Ihnen nicht vorgesehen, sie haben auch noch nie einen mitgemacht.

Sie gehen stets davon aus, dass die Aktienmärkte nur eine Richtung kennen, nach oben. Daher kaufen sie sogar Wertpapiere auf Kredit. Aber auch bei älteren Anlegern haben sich viele nie Gedanken über einen Crash gemacht.

Ich bin immer sehr viel auch in Foren unterwegs. Es sind meist immer dieselben Themen und Fehler, um die sich dort alles dreht. Daher schreibe ich auch so oft darüber, weil ich gerne möchte, dass du diese nicht machst. Muss ja nicht sein, man kann ja aus den Fehlern der anderen lernen. Ich habe auch einiges in den 20 Jahren an der Börse falsch gemacht.

In den Foren lese ich dann so Kommentare in der Art, dass das Depot um 45 Prozent nach dem Coronacrash eingebrochen ist. Wie soll ich das nur meiner Frau erklären? Wir wollten doch dieses Jahr ein neues Auto kaufen und in den Urlaub? Die Kinder studieren, wie soll ich das jetzt bezahlen?

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Dies sind leider keine Einzelfälle. Die Foren und Facebook-Gruppen sind voll davon. Bei einigen droht die Ehefrau schon mit Scheidung. Diese Anleger haben die Börse nicht verstanden. Oft sind sie viel zu risikoreich investiert, haben irgendwelche gehypten Aktie gekauft oder Aktien von Unternehmen, die schon vor 5 Jahren stehengeblieben sind.

Jeder, der an der Börse sein Geld investiert, dem muss klar sein, dass die Aktienmärkte meist nur zwei Richtungen kennen, nach oben und nach unten, seitlich lassen wir einmal außen vor. Im Schnitt kommt es alle 10 Jahre zu einem Crash, dies ist normal.

Wenn im Depot innerhalb von wenigen Tagen der Depotwert von 100.000 auf 55.000 Euro fällt, dann muss man das aushalten können. Ich kenne das. Damals, als ich angefangen hatte, vor über 20 Jahren, als ich einen Teil meines Geldes vom Unternehmensverkauf an der Börse investiert hatte, dauerte es nicht lange, dann ist die Internetblase geplatzt und der Depotwert war im Keller. Nach einigen Jahren war es wieder im Plus.

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Das fand ich damals gar nicht lustig. Ich hatte keine Ahnung von der Börse. Das Depot habe ich dann über Jahre nicht mehr aufgerufen, was mein Glück war. Ich habe keine Wertpapiere verkauft. Nach einigen Jahren stand dort mit einmal ein Plus, obwohl die paar Internetaktien nicht mehr viel wert waren. Aber alles andere stand super dar.

Heute freue ich mich über jeden Crash alle 10 Jahre. Ich kann Aktien zum Schnäppchenpreis kaufen. Ist doch immer wieder schön, oder? Ich kaufe lieber Aktien als irgendwelchen Plunder oder teure Autos. Man darf nur Geld für die Börse verwenden, was man definitiv die nächsten 10 bis 15 Jahre nicht benötigt, noch besser ist gar nicht und nur die Dividenden später entnehmen.

Jeder sollte sich, bevor er Wertpapiere kauft, damit beschäftigen, ob er es psychisch überhaupt aushält, wenn das Depot dick im Minus ist. Wenn man schon lange an der Börse ist, kein Problem, immer noch im Plus. Wer aber erst vor ein paar Jahren angefangen hat, da kann es ganz anders aussehen.

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Wenn du verheiratet bist, überlege dir auch, wie deine Frau reagiert. Macht sie dir dann jeden Tag das Leben zur Hölle und drängt dich, die Aktien mit Verlust zu verkaufen oder hält sie still? Viele haben keine Ahnung von der Börse. Von unrealisierten Verlust braucht man denen nichts erzählen, dass will nicht rein in den Kopf.

Wer Probleme mit Aktien oder ETFs hat, sollte lieber beim Tagesgeldkonto bleiben und zuschauen, wie die Inflation daran nagt. Dies kommt unterm Strich günstiger, als Wertpapiere teuer zu kaufen und im Tal bei einem Crash zu verkaufen.



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