Der richtige Depotmix – breit gestreut, nie bereut!

Ein gut gemischtes Depot bringt einen Anleger relativ entspannt durch jede Krise. Früher und auch oft heute noch, werden gerne neben Aktien bzw. Fonds, auch Anleihen und Gold zwecks Diversifikation des Depots empfohlen. Ich kann dieser Mischung generell nichts abgewinnen.

Anleihen dienen eher dem Vermögenserhalt, wenn sie nicht ausfallen oder die Zinsen so niedrig sind, dass die Inflation nicht ausgleichen. Wer Vermögen aufbauen möchte, für den sind Anleihen nicht geeignet.

Auch Gold ist so eine Sache. Es heißt immer, Gold ist ein wichtiger Cash-Ersatz, es gehört in jedes Depot. Viele Anleger verstehen Gold aber nicht. Wenn man von Gold im Depot spricht, sind damit fast immer Wertpapiere gemeint. Man beteiligt sich über Aktien, ETFs oder Fonds an Goldminen, welche pleitegehen können, was gar nicht so selten vorkommt. Nichts mit sicherem Hafen.

Der Goldpreis bzw. der Aktienkurs der Goldminen stürzt bei einer Krise auch erst einmal ab, siehe Coronacrash im März oder die anderen Krisen. Daher stimmt diese Aussage so nicht. Danach steigt der Goldpreis bzw. der Aktienkurs der Goldminen und sobald ein Ende der Krise in Sicht ist, der breite Aktienmarkt steigt, sinkt der Goldpreis und der Kurs der Minen wieder. Aktuell ist der Goldpreis da, wo er vor zehn Jahren stand und der Nasdaq-100 fünfmal höher, nur mal zum Vergleich.

Wer vorher Gold gekauft hat, liegt im Plus. Niemand weiß, wie sich Gold in den nächsten Jahren entwickeln wird. Die letzten zehn Jahren waren jedenfalls nicht berauschend. Gold wächst nicht, wie ein Unternehmen. Bei einem Unternehmen kann man davon ausgehen, wenn es wächst, mehr Umsatz und Gewinn erwirtschaftet, steigt auch der Aktienkurs. Gold ist anders, da liegt nicht jedes Jahr ein weiterer Goldklumpen daneben.

Es gibt mittlerweile aber auch Depots, über die kann man physisches Gold kaufen und es wird auch im Depot eingebucht, was dann bei einem Partnerunternehmen des Depotanbieters eingelagert wird. Ob man da nun beim so gerne von den Crash-Propheten genannten Zusammenbruch des Finanzsystems herankommt, darüber sollte jeder mal selbst nachdenken.

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Fonds sind auch nicht mehr zeitgemäß. Die Kosten sind einfach zu hoch. Kostengünstige ETFs sind die bessere Wahl. Wenn man sich fünf bis zehn ETFs herauspickt, lässt sich eine gute Mischung zusammenstellen, oder eine Kombination aus ETFs und Einzelaktien.

Wer meinen Blog folgt weiß, ich kaufe nur Aktien. Mittels Aktien kann man wunderbar die verschiedenen Sektoren und mehrere Länder abbilden, wer will, auch Gold- und Silberminen. Es ist meiner Ansicht nach nicht sinnvoll, sich auf einen Sektor zu versteifen. Viele Anleger haben nur auf Tech gesetzt, dann kam der Einbruch und oft auch noch Margin Calls dazu. Dies ist nicht gut.

Sektoren entwickeln sich unterschiedlich. Ein Sektor, welcher jahrelang schlecht lief, nimm den Automobilsektor, der kann mit einmal erwachen und durchstarten. Genauso kann ein Sektor, der bisher super lief, mit einmal underperformen. Dies passiert laufend.

Daher mische dein Depot gut durch und trade nicht laufend wie verrückt zwischen den Sektoren hin und her. Ich habe bei mir im Depot halb Old Economy, halb Technologie. Wobei die Übergänge zwischen Technologie und Old Economy recht fließend bei mir sind. Mit Technologie meine ich nicht die super heißen Aktien, die gerade an die Börse gekommen sind. Davon habe ich vielleicht eine Hand voll.

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Technologie ist bei mir von Software, Medizintechnik, über Zahlungsabwickler bishin wirklichen Technologieunternehmen, welche technische Geräte herstellen, wie für den Halbleiterbereich, alles. Ich fasse das sehr weit. Viele dieser Unternehmen gibt es seit Jahrzehnten, man kann sie ohne weiteres auch zur Old Economy zählen.

Wenn man das jetzt ganz eng fassen würde, dann könnte man auch sagen, dass mein Depot zu 80 Prozent aus Old Economy besteht und der Rest Softwareunternehmen und Internetzeug ist. So könnte man es auch definieren. Von den Softwareunternehmen sind viele ebenfalls mehrere Jahrzehnte alt, haben sich am Markt bewährt. Daher ist mein Depot gar nicht so riskant zusammengestellt, eher sehr langweilig.

Ich habe Aktien aus dem Baubereich, Immobilien, Versicherer, Lebensmittel, Getränke, Energie, Wasserversorger, Müllabfuhr, Recyling, Rohrreinigung, Pflegedienste, Physiotherapieanbieter, Bestattungsunternehmen und Hospizbetreiber. Noch langweiliger geht es wohl kaum. Naja, es gibt noch ein Bestattungsunternehmen aus Kanada, welches auch Friedhöfe betreibt (Park Lawn), die Wachstumsaktie geht auch steil.

Man muss sich immer überlegen, wie man in die Sektoren investiert. Nehmen wir den Finanzsektor als Beispiel. Die meisten Anleger würden jetzt an Banken denken, ich nicht. In meinem Depot habe ich die Börsenbetreiber, Kreditkartenunternehmen, Indexanbieter und Zahlungsabwickler, keine Banken, die kommen nicht aus dem Knick, zahlen nur dicke Dividenden.

Cannabis ist das heiße Ding aktuell. Mir ist es aber zu riskant, in die Produzenten zu investieren. Daher habe ich in einen REIT investiert, der die Immobilien an die vermietet und in ein Unternehmen, welches die technischen Geräte zur Aufzucht an die verkauft. So kann man immer Möglichkeiten finden, wie man breit über viele Sektoren streuen kann.

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