Deutsche Agrar-Aktie des Tages: KWS Saat SE & Co. KGaA

Bis zum Jahr 2060 sollen nach Prognosen weltweit 10,15 Milliarden Menschen auf unserem Planeten Erde leben, 2,5 Milliarden mehr als jetzt. Schon heute haben wir Hunger in der Welt, wobei dies eher eine Frage der Einkommen ist.

In der Zukunft ist es aber eher eine Frage des verfügbaren Getreides. Wer Geld hat, kann es sich leisten und wer keines hat, eben nicht. Es werden immer mehr Flächen weltweit versiegelt, auf denen man Getreide anbauen könnte. Andere Flächen fallen aufgrund der immer mehr zunehmenden Trockenheit weg.

Nun gibt es drei Möglichkeiten, dieses Problem zu lösen, welche man in vielen Teilen der Gesellschaft am liebsten nicht hören möchte. Wir könnten weniger Fleisch essen, sodass wir weniger Tiere benötigen, die gefüttert werden müssen. Dadurch würde mehr Getreide für die Menschen direkt zur Verfügung stehen. Es gibt Berechnungen, wenn niemand mehr Fleisch essen würde, dass dann vier Milliarden Menschen mehr ernährt werden könnten. Dies ist wohl Wunschdenken einiger.

Wir könnten auch immer mehr Gentechnik-Getreide einsetzen oder in Kombination weniger Fleisch essen. Heute schauen wir uns daher einmal eine Aktie eines deutschen Saatgutherstellers an. KWS Saat (WKN: 707400 / ISIN: DE0007074007) wurde bereits 1856 als Familienunternehmen in Klein Wanzleben, in der Magdeburger Börde, gegründet. Noch heute ist das Unternehmen familiengeführt. Die Familien Oetker/Arend/Giesecke/Büchting besitzen fast 54,5 Prozent der Unternehmensanteile.

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KWS Saat ist heute einer der größten Saatguthersteller der Welt für Zuckerrüben, Mais, Getreide, Ölsaaten, Eiweißpflanzen, Spezialkulturen, Ökosaatgut und Gemüse. 6000 Mitarbeiter arbeiten in 85 Tochterunternehmen in mehr als 70 Ländern, davon 2.100 allein in der Forschung und Entwicklung.

Wir reden hier von einem Markt, wo in vielen Bereichen weltweit fast nur noch Oligopole bestehen. Weniger Wettbewerb führt fast immer zu höheren Preisen und Gewinnmargen, auch wenn das gerne bestritten wird. KWS Saat vermeldet gefühlt laufend kleinere Übernahmen weltweit. Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Umsatz und Gewinn steigen dadurch seit Jahren.

Im Geschäftsjahr 2021 stieg der Umsatz auf 1,31 Milliarden Euro (Vorjahr 1,283 Milliarden Euro), bei einem Gewinn nach Steuern in Höhe von 110,61 Millionen Euro (Vorjahr 95,33 Millionen Euro). Lass dich von diesem „niedrigen“ Gewinn bitte nicht täuschen, es fließt, wie bereits erwähnt, viel Geld in Zukäufe. Die Dividendenrendite beträgt aktuell rund 1,19 Prozent.

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Auch wenn die Aktie innerhalb der letzten fünf Jahre nur 13 Prozent zugelegt hat, ist sie dennoch interessant. Für diese Aktie braucht man Geduld, viel Geduld, Jahrzehnte. Landwirte, selbst diejenigen, die sich noch in einigen teilen der Welt ihr Saatgut selbst vermehren, kommen langfristig wohl kaum um genetisch verändertes Getreide herum.

Es wird trockener, die Schädlingsplagen nehmen aufgrund der Trockenheit dann auch zu und die Unwetter werden heftiger. Da braucht es Pflanzen, die einen hohen Ertrag erzielen, möglichst klein und kräftig sind und vor allem, weniger Wasser benötigen.

Trockentolerante und klimaresiliente Pflanzensorten sind die Zukunft. Das wird dann die Sternstunde der Saatguthersteller sein. Dann klingelt es richtig in der Kasse. Bis dahin dauert es aber noch. Daher braucht man bei derartigen Aktien einen richtig langem Atem als Anleger.

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