Die Börse ist etwas komplizierter, als viele Anleger denken

Viele Anleger, vor allem die jüngeren, welche erst seit kurzer Zeit an der Börse aktiv sind, kannten eigentlich nur steigende Aktienkurse. Jetzt erleben sie die Kehrseite der Börse. In vielen Foren und Facebook-Gruppen herrscht bei einigen Anlegern Panik, einige berichten von Margin-Calls. Gestern ging es weiter bergab bei den Technologie-Aktien.

Auch wenn es allgemein bekannt sein sollte, dass Aktien nicht nur steigen, sondern auch fallen können, haben viele Anleger dies ausgeblendet und vermehrt Aktien auf Kredit bzw. Margin gekauft. Ich habe nichts gegen Marginhandel. Als die Börse im März eingeknickt war, habe ich auch von diesem Mittel Gebrauch gemacht.

Man muss aber wissen, wann man das Risiko wieder aus dem Depot herausnimmt. Viele noch sehr junge Anleger haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt und sind nicht zurückgerudert. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, welche die Entwicklung der Aktienmärkte beeinflussen. Im März 2020 war es die Corona-Pandemie, jetzt die Inflationsgefahr und die steigenden Renditen bei US-Staatsanleihen. Wir waren schon kurzzeitig bei 1,6 Prozent Rendite, dies ist viel.

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Es ist sehr wichtig, gewisse Zusammenhänge an der Börse zu verstehen. In diesem Fall bedeutet dies, wenn die Renditen bei den Staatsanleihen steigen, dann beginnt wieder die Sektorenrotation. Anleger schichten einen Teil ihrer Investments um, weil Staatsanleihen als sicherer gelten. Dafür verkaufen sie Aktien, deren Kurse dann einbrechen.

Die steigenden Renditen gibt es ja nicht nur bei den Staatsanleihen, auch die Refinanzierung der Unternehmen wird teurer. Sie müssen für die neu ausgegebenen Anleihen höhere Zinsen bezahlen. Den ganz großen Unternehmen macht dies nicht viel aus, die können sich weiter günstig refinanzieren. Die kleineren, vor allem diejenigen, welche noch kein Geld verdienen, müssen mehr Zinsen bezahlen.

Höhere Zinsen verteuern die Produkte, dazu die Inflation, stärkerer Dollar, dies kann sich auf den Umsatz der Unternehmen und ihre Margen auswirken, und zwar nicht zum Positiven. Alles hängt zusammen. Dennoch ist dies nur eine zeitweise Erscheinung. Die Notenbanken steuern schon wieder gegen durch ihre Äußerungen.

Die chinesische Wirtschaft hat sich hervorragend erholt, auch die US-Wirtschaft wird wie Phönix aus der Asche auferstehen. Es kommt der Punkt, da empfinden die Anleger die Aktien so günstg, dass sie wieder kaufen, dann steigen die Kurse wieder. Gestern war dieser Punkt noch nicht erreicht.

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Die Amerikaner haben aktuell eine Menge an Geld gespart, weil die Möglichkeiten zum Ausgeben fehlten. Sparen ist untypisch für die Amerikaner, daher werden sie es ausgeben, sobald die Gelegenheit da ist.

Hinzu kommt das Konjunkturpaket von Joe Biden. Den Kongress hat es schon passiert. Bis Mitte des Monats soll es durch den Senat sein. Auch wenn es wahrscheinlich keine 1,9 Billionen Dollar werden, vielleicht nur 1,6 Billionen Dollar, dann ist dies immer noch eine Menge Geld, um die Konjunktur anzukurbeln.

Dies wird sich auf die Aktienmärkte mittelfristig auswirken. Das Hilfspaket ist schon eingepreist in die Kurse. Wir werden aber in diesem Zusammenhang viele weitere positive Indikatoren dann sehen, welche die Börsen beflügeln werden.

Auch wenn die Börse jetzt noch wackelig ist, wir wieder teilweise hohe zweistellige Verluste bei einigen Aktien gesehen haben, trotz hervorragender Quartalszahlen, wird sich der Aktienmarkt wieder erholen. Bleib ruhig, alles wird gut. Man muss Krisen aussitzen. Wer zuerst zwinkert verliert.

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