Die Verkaufswelle am Aktienmarkt geht weiter

Es kommt so, wie es kommen musste für viele Sektoren. Wer aktuell defensive Aktien im Depot hat, steht derzeit sehr gut da, viele von ihnen haben sogar Allzeithoch. Der Tech-Sektor leidet weiter, Anleger haben schon wieder Panik und stoßen ihre Aktien ab. Diese Verkaufswelle drückt die Kurse dann.

Die US-Notenbank bereitet die Finanzwelt bereits seit einiger Zeit auf größere Zinsschritte vor. Notenbanker sprechen von 2,5 Prozent bis 3,5 Prozent dieses Jahr. Es wird Jahre dauern, bis die Inflation in den USA und vermutlich auch bis uns, wieder bei zwei Prozent liegen wird. Selbst in Europa wird von der EZB mittlerweile eine Zinsanhebung diskutiert. Die Anleihekäufe werden zurückgefahren. Da jubelt der Aktienmarkt nicht gerade.

In China wird es auch immer schlimmer. Viele Großstädte sind abgeriegelt wegen Corona, wie Schanghai, die größte Stadt dort. In Peking, zweitgrößte Stadt Chinas, macht man sich auch schon Gedanken darüber, dass selbst die Hauptstadt jetzt abgeriegelt werden könnte. China zieht seine Null-Covid-Strategie knallhart durch.

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BMW hat heute gerade verkündet, sein Werk in Regensburg für mindestens eine Woche zu schließen wegen fehlender Halbleiter. Solche Entwicklungen wegen fehlender Bauteile sehen wir weltweit bei Produktionsbetrieben seit längerem. Dies wird noch zu richtig großen Problemen führen in den Lieferketten und die Aktienkurse belasten. Die Kosten steigen, die Produktionsmengen nehmen ab, trotz hoher Nachfrage.

Seit einigen Jahren sehen wir, dass immer mehr Unternehmen einen Teil ihrer Produktion aus China zurückholen. Früher wurde in China produziert, weil die Löhne dort niedrig waren. Es war billiger dort Arbeiter zu beschäftigen, als teure Maschinen anzuschaffen.

Jetzt sind die Löhne dort deutlich höher und man müsste Maschinen für die Produktion anschaffen. Der Durchschnittslohn in China 2020 lag bei knapp 15.000 USD und er steigt weiter. Da sagen sich die Unternehmen, dann können wir auch gleich im Heimatland produzieren, dies spart dann auch die hohen Transportkosten und hat einen niedrigeren CO2-Fußabdruck.

Derzeit läuft wieder die Berichtsaison. Dies sorgt für eine Menge Unruhe bei den Anlegern und wird sicherlich auch einige Überraschungen hervorbringen. Einige Unternehmen werden trotz Lieferproblemen sehr gut abschneiden, andere werden böse abstürzen. Es bleibt volatil am Aktienmarkt.

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Wenn es jetzt noch zu weiteren Problemen im Ukrainekrieg kommt und sogar das Gas knapp wird, dann wird die Börse stark korrigieren. Ich denke aber, die Russen drehen das Gas nicht ab. Putin hat extra bei Olaf Scholz angerufen und einen Ausweg für die Bezahlung der Gaslieferungen aufgezeigt. Dieser wird jetzt wohl auch praktiziert. Die Russen wollen unser Geld solange wie möglich bekommen. Deshalb werden sie das Gas nicht abdrehen. Es soll zwar später nach China verkauft werden, wenn die EU als Abnehmer ausfällt, diese zusätzlichen Pipelines müssen aber erst gebaut werden und so viel wie die EU wird China denen bestimmt nicht bezahlen. Russland liefert aber auch schon Gas an China von anderen Gasquellen.

Jetzt ist es gut, viele defensive Aktien als Basis im Depot zu haben, die können einiges an den Kursrücksetzern der anderen Sektoren ausgleichen. Solche Krisen muss man aussitzen. Ich bleibe weiter investiert und warte ab, bis sich eine gute Zukaufmöglichkeit ergibt.

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