Tech-Aktien geht die Luft aus – Rotation zu Value Aktien geht weiter – Fed sorgt für Panik

Der Konsum weltweit ist ins Stocken geraten, das Verbrauchervertrauen sinkt, die Erzeugerpreise sehen auch nicht gut aus. 7 Prozent Inflation ist der höchste Wert seit 40 Jahren in den USA. Was macht die Fed? Sie ist zum Schreckgespenst der Märkte mutierte, verschlimmert alles nur. Eigentlich sollte die Fed die Märkte beruhigen und die US-Wirtschaft stärken. Wenn die so weitermacht, reden wir bald von einer Rezession.

Es wurde immer noch einer drauf gesetzt. Am Ende war die Rede von vier Zinsanhebungen in der Größenordnung von einem Viertelprozentpunkt und der Abbau der Bilanzsumme, welche mittlerweile bei fast neun Billionen Dollar liegt. Dies sorgt ebenfalls für Unruhe.

Mittlerweile geht das Gerücht um, dass die Bilanzsumme evtl. doch noch nicht abgebaut werden soll. Dies allein wird die Märkte nicht beruhigen. Solche Horrormeldungen muss man in homöopathischen Dosen verbreiten. Erst eine Zinsanhebung durchführen und auch nur von der reden und dann später die nächste. Dann ist der Markt ruhiger.

Jerome Powell hat ein Talent dafür, die Märkte nervös zu machen. Seine kürzlich getätigte Aussage, dass es zwei, drei oder auch vier Sitzungen dauern kann, bis man die beste Entscheidung getroffen hat, ist genauso unglücklich. Dies wird vor jeder Fed-Sitzung und jedem Protokoll davon, dass 14 Tage später veröffentlicht wird, für Unruhe am Markt sorgen. Jedes einzelne Wort im Protokoll kann für Panik sorgen. Hinzu kommen alle anderen Meldungen, welche laufend veröffentlicht werden und für Unruhe sorgen können.

Mein neuer Liebling der Fed ist James Bullard, Chef des Zentralbankbezirks St. Louis. In der Panikmache ist der auch super. Der ist mir schon letztes Jahr negativ aufgefallen. Könnte der mal bitte aufhören, sich in den Medien zu äußern? Gut, dass jetzt die vierzehntägige Schweigephase läuft. US-Präsident Joe Biden ist leider auch ein Totalausfall. Sein Konjunkturpaket ist so gut wie tot, beerdigt von der eigenen Partei und die Arbeitslosenzahlen sind zum Anfang 2022 auch überraschend gestiegen. Da müssen die Börsen im Panikmodus sein.

Ich hatte ja bereits vor einigen Wochen von der Sektorenrotation gesprochen. Heute habe ich gelesen, dass die Sektorenrotation noch Jahre andauern kann. Ob das so stark kommt, weiß ich nicht, aber für 2022 habe ich den Tech-Sektor und alles was damit verbunden ist, für mich abgeschrieben. Ich konzentriere mich auf Value, Substanz ist immer gut.

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Allerdings sollte man nicht blindlings Value-Aktien kaufen. Derzeit heiß gehandelt sind Aktien aus den Sektoren Finanzen, Rohstoffe, Automobilbau und Industrie. JPMorgan hat schon einmal die Bankaktien abschmieren lassen. Gleiche Einnahmen im vierten Quartal, bei weniger Gewinn, war nicht das, was die Anleger hören wollten. Alle anderen Bankaktien wurden in Sippenhaft genommen, obwohl deren Ergebnisse erst kommen. Ich habe nur kleinere Banken im Depot.

Auch bei Einzelhandelsaktien muss man aufpassen. Die Einzelhändler-Aktien sind hervorragend gelaufen, geben aber auch schon seit einiger Zeit noch und dies gar nicht zu knapp. Der Einzelhandelsumsatz ist in den USA im Dezember um 1,9 Prozent gesunken, im Vergleich zum Vormonat, noch mehr Panik am Markt.

Ich habe ja bereits vor einiger Zeit die Stress-Aktien aus dem Depot geschmissen und halte erst einmal mein Geld etwas zurück. Aktien des täglichen Bedarfs scheinen derzeit sehr beständig zu sein, also alles, was die Menschen jede Woche im Supermarkt kaufen müssen. Mit denen beschäftige ich mich aktuell. Auch wenn die Verbraucher weniger Geld für Klamotten und anderes Sachen ausgeben, Lebensmittel, Reinigungsmittel und Tierbedarf wird benötigt.

Daher glaube ich, dass ich mit solchen Aktien für 2022 gut fahre, wenn ich die ein oder andere einsammeln kann. Aber erst einmal muss sich der Markt beruhigen. Es sah ja Mittwoch und Donnerstag letzte Woche so aus, aber dennoch Reinfall ab Freitag.

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Auch Industrieaktien sind mit Vorsicht zu genießen. Erst hieß es, der Chip und Bauteilemangel betrifft nur das erste Halbjahr 2022. Nun heißt es, dass ganze Jahr 2022. Hinzu kommen die hohen Preise.

Gestern habe ich einen Beitrag im Fernsehen gesehen, von einem deutschen Unternehmen, welches irgendwelche Elektrokleingeräte für das Haus produziert, weiß nicht mehr welche. Der Chef dieser Firma sagte, dass der Chip von einem der Geräte vor der Krise 70 Cent gekostet hat, jetzt 7 Euro im Einkauf. Hinzu kommt, dass sie teilweise Bauteile von China nach Deutschland per LKW transportieren lassen müssen, weil die Schiffe nicht rechtzeitig kommen, Mehrpreis 10.000 Euro. So sieht es im gesamten Industriemarkt aus, daher lieber vorsichtig sein.

Jetzt muss man die Nerven haben, diese schwierige Zeit auszusitzen. Wenn ich eine Aktie im Depot habe, welche da noch nicht solange drin ist und ich sehe, dass die nach unten durchrauschen will, dann fliegt die sofort raus. Fast immer fällt die dann stark, wenn sie die Haltelinie durchbricht. Ich versuche die dann später günstiger nachzukaufen. Daher immer auf die Watchlist mit solche Aktien.

Bei Aktien, welche man schon Jahre im Depot hat und das meist etwas anderes. Diese sind üblicherweise gut im Plus und wenn die dann 20 Prozent fallen, dann ist das nicht so relevant, die kommen auch wieder, wenn es eine Qualitätsaktie ist. Bei einem Verkauf würden dann nämlich Steuern anfallen.

Hab Geduld, alles wird am Ende gut. Es gibt keine Alternative zum Aktienmarkt. Suche dir Qualität, dann fährst du langfristig gut.

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