Wann platzt die Wasserstoff-Blase?

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Regierungen und Risikokapitalgeber investieren seit Jahren Milliarden in diese Zukunftstechnologie. 35 Staaten haben sich zusammengetan, um den Bau des weltgrößten Kernfusionsreaktors ITER zu stemmen, darunter sind die EU, USA, China, Russland, Südkorea, Indien Schweiz, Großbritannien und Japan. Aus den ursprünglich geplanten 5 Milliarden Euro sind mittlerweile 22 Milliarden Euro geworden, Tendenz steigend.

Das Ziel ist, mit dem Fusionsreaktor die Sonne zu imitieren. Stark vereinfacht ausgedrückt werden die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium auf 150 Millionen Grad Celsius erhitzt und es entsteht am Ende saubere Energie. Der Reaktor wurde für 500 Megawatt Leistung konzipiert. Die ersten Versuche sollen im Jahr 2025 stattfinden. Allerdings handelt es sich bei ITER nur um einen Forschungsreaktor, vor dem Jahr 2060 werden wir die Serienreife wohl nicht sehen, aber auch nur, wenn alles wie geplant funktioniert.

Wasserstoff hat sehr viele Einsatzgebiete. Früher kannte man es eher als Kühlmittel in großen Industrieanlagen oder vom Schweißen her. Vielen fällt heute als Erstes das Auto mit der Brennstoffzelle ein. Selbst bei Zügen oder Heizungen wird aber schon Wasserstoff eingesetzt. Über Boote, Flugzeuge bis hin zu Schiffen, gibt es sehr viele Einsatzmöglichkeiten in Zukunft. Im Grunde alles, was man irgendwie antreiben muss. Auch bei Drohnen zur Paketauslieferung könnte Wasserstoff eingesetzt werden.

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Daher stellt sich die Frage nicht, ob Wasserstoff in Zukunft immer mehr eingesetzt wird. Dies wird sicherlich der Fall sein, zumal Wasserstoff in quasi unbegrenzter Menge vorhanden ist. Die eigentliche Frage ist, wie wirkt sich das auf die Wasserstoff-Aktien wie NEL ASA, Plug Power, Ballard Power, PowerCell Sweden oder ITM Power aus? Dies interessiert uns als Aktionäre doch am meisten.

Bisher entwickeln sich die Wasserstoff-Aktien bestens. Dies wird meiner Einschätzung nach auch noch einige Jahre so sein. Es gibt durchaus eine Wasserstoff-Blase, die gibt es aber schon seit Jahren. Wenn man mal einige Jahre im Internet zurückschaut, dann gab es 2014 schon Berichte über eine Wasserstoffblase. Als der Coronacrash kam, habe einige dann geschrieben, die Blase ist geplatzt. Dies ist nicht der Fall.

Die Blase wird mit ziemlicher Sicherheit noch größer werden. Es werden weltweit immer mehr staatliche Fördermittel und Risikokapital in die Branche hineingepumpt. Solange das so ist, solange wächst auch die Blase weiter. Bisher wollen viele Staaten grüner werden, daher wird es noch so einige Jahre weiterlaufen.

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Irgendwann kommt aber der Punkt, da wird es so laufen wie mit der Photovoltaik- und Windbranche. Damals wurden die Fördermittel für die Unternehmen gekürzt, die Einspeisevergütung auch und schon ging es bergab. Dies wird meiner Ansicht den meisten Wasserstoffunternehmen auch bevorstehen, aber erst in einigen Jahren,

Wenn man sich heute einmal die Solar- und Windbranche anschaut, dann sind die meisten Unternehmen pleite. Viele wurden dann aufgekauft von einem anderen Unternehmen, welche einige Zeit später auch wieder pleitegingen, welches dann auch wieder aufgekauft worden sind usw.

Heute sitzen die Produzenten weitestgehend in China, mit einigen Ausnahmen. Das große Geld verdienen die damit aber auch nicht mehr, obwohl man auf vielen Dächern und entlang der Autobahn Solaranlagen sieht. Es ist ein Massenprodukt geworden mit wenig Marge. Über die nächsten Jahre wird es immer billiger. Dies spiegelt sich in den Aktienkursen wider.

Daher glaube ich, dass es der Wasserstoff-Branche auch so ergehen wird, aber erst in einigen Jahren. Bis dahin werden Aktien sicherlich noch weiter steigen.


2 Kommentare
    • IM HAMSTERRAD

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